Sommercamp

Endlich wieder richtig spielen: Eishockey-Nachwuchs trainiert in Zuchwil

Hier wird gekämpft, da gibt’s kein «social distancing» vor dem Tor der Deutschen.

Hier wird gekämpft, da gibt’s kein «social distancing» vor dem Tor der Deutschen.

Die Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften spielen im Sportzentrum Zuchwil gegen Deutschland und Tschechien.

Es fühlt sich schon ein wenig komisch an, bei knapp 30 Grad vor dem Sportzentrum Zuchwil nicht links zum Schwimmbad abzubiegen, sondern geradeaus am Minigolf und den Tennisplätzen vorbei in die Eishalle zu spazieren. Eine Jacke ist hier auch mitten im Sommer angebracht, denn das Sportzentrum hat eine der gefragten Hallen, die auch im Juli echtes, qualitativ perfektes Eis anbieten können.

Nicht einmal mehr der früher übliche Nebel über dem Eis störte, die Lüftung hat nun alles im Griff, selbst wenn draussen tropisch- feuchte Verhältnisse herrschen. Und so nutzten dieser Tage die Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften das Sportzentrum für ihr Sommercamp zum Saisonstart.

Für die Jungen ist Spielpraxis wichtig

«Nach dem langen Unterbruch ist es sehr wichtig, dass unsere Talente endlich wieder richtig Eishockey spielen können», sagt Teammanager Lukas Baumgartner zur Bedeutung des Zusammenzugs. Zur Erinnerung: Vor fünf Monaten wurden die Meisterschaften aller Ligen wegen der Coronakrise abgebrochen. Das sei gerade für die Jungen ein grosses Problem. «Mit 17, 18 Jahren machen die Talente eine unglaubliche Entwicklung durch, aber wenn sie nicht regelmässig aufs Eis können, dann handeln sie sich einen Rückstand ein, den sie später kaum mehr aufholen können.»

U18-Trainer Marcel Jenni gibt Instruktionen.

U18-Trainer Marcel Jenni gibt Instruktionen.

Den ersten Test am Dienstag konnte die Schweizer U18-Auswahl gegen Deutschland sehr ausgeglichen gestalten und verdient mit 2:1 gewinnen. Die Spielfreude und der Eishunger waren auf beiden Seiten deutlich zu erkennen. Am Mittwoch sah die Sache dann etwas anders aus, die Deutschen gingen früh in Führung und machten mit dem 1:4 zur Hälfte der Spielzeit alles klar. Den etwas müde wirkenden Schweizern gelang nur noch der Anschlusstreffer zum 2:4, obwohl sie die letzten zwei Minuten den Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzten.

Die Jungtalente tragen Hygienemasken

Eigentlich wurden für diese Länderspiele kaum Zuschauer erwartet, aber dann pilgerten jeweils doch knapp 100 Hockeyfans ins Sportzentrum, um die Talente zu beobachten. Während die Mitglieder der U17 den Match der U18 verfolgten, trugen sie alle Hygienemasken.Und auch sonst erschwerten die Coronavorschriften das Lagerleben deutlich: Nur die Schweizer Junioren dürfen im Hotel des Sportzentrums übernachten, erklärt Sportchef Marcel Siegenthaler.

Maskentragen für die U17-Junioren beim Zuschauen.

Maskentragen für die U17-Junioren beim Zuschauen.

Man dürfe die Zimmer nur mit maximal zwei Personen belegen, weshalb der Staff der Juniorennati in andere Hotels in der Stadt ausweichen muss. «Die Coronakrise wird sich im August auch auf das traditionsreiche Fünfländerturnier auswirken, denn mit den USA hat bereits eine Nachwuchs-Nationalmannschaft abgesagt», weiss Siegenthaler.

Hinweis: Am Freitag (15.30 Uhr) und Samstag (14 Uhr) steht nun noch die Schweizer U17-Junioren zweimal gegen den hohen Favoriten Tschechien im Einsatz.

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