An einem solchen Tag der guten Laune sind ein paar Floskeln durchaus angebracht: «Gut Ding will Weile haben», sagte zum Beispiel Zuchwils Gemeindepräsident Stefan Hug, als am Samstag das neue Schwimmbad im Sportzentrum – mit einigen Tagen Verspätung – endlich eröffnet wurde.

Die Ungeduld war gewaltig. Die «Zuchler Giele» zogen schon hinter der Abschrankung ihre Schuhe aus. Wie Rennpferde vor dem Start warteten sie nervös darauf, dass sie endlich losrennen durften. Und dann, pünktlich um 9 Uhr, war es soweit. Jeder wollte der erste auf der riesigen, dreispurigen Rutschbahn sein – und Betim war der Gewinner.

«In exakt 300 Tagen wurde das Freibad umgebaut, was rückblickend betrachtet eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit war», sagte Urs Jäggi, Geschäftsführer des Sportzentrums Zuchwil, in seiner Eröffnungsrede. Er dankte allen, die dieses Grossprojekt möglich gemacht hatten. «Was lange währt, wird endlich sehr, sehr gut», fasste Architekt Fred-Marc Branger die Stimmung zusammen. Dann erklärte er höchst persönlich den vielen Kindern auf der 67 Meter langen, dreispurigen Race-Rutschbahn, wie man am schnellsten runterkommt.

Leute kamen in Scharen

Der Eintritt war gratis und die Leute kamen in Scharen in die neue Badi, obwohl das Wetter am Samstag nicht perfekt war. Die Stimmung bei der Eröffnung war versöhnlich und optimistisch. Das war vor kurzem noch leicht anders: Als klar war, dass die Eröffnung der Badi auf den 6. Juli verschoben werden musste, gab es einige rote Köpfe unter den Zuchwiler Gemeinderäten und wegen der Kostenüberschreitung von rund 5 Prozent auch Rücktritte aus der zuständigen Baukommission.

«In die sehr komplexen Pläne der Wasseraufberietung hatten sich kleine Fehler eingeschlichen, die den Bau verzögerten», erklärte Bauverwalter Peter Baumann. Er hätte gerne mehr Schweisser für die Becken aus Chromnickelstahl angeheuert, «aber solche Spezialisten findet man nicht so leicht. Deshalb konnten wir den Rückstand in der Endphase nicht mehr aufholen.»

Nicht alles lief also perfekt nach Plan, doch «Ende gut, alles gut» war eine weitere Floskel, die bei der Eröffnung häufig zu hören war. Mit «gut Ding will Weile haben», fasste Gemeindepräsident Stefan Hug seine Gefühle zusammen. «Es war ein komplexes Projekt, ein Meilenstein für Zuchwil. Mit den Chromstahlbecken haben wir etwas Nachhaltiges gebaut, ich bin überzeugt, dass dieses Schwimmbad mindestens 50 Jahre überdauern wird. Jetzt werden sich die Leute darüber freuen, wie schön unsere Badi geworden ist, und schon bald wird niemand mehr über die Verzögerung sprechen», relativierte Hug die Verschiebung der Eröffnung.

Nun stehen noch die abschliessenden Umgebungsarbeiten an, denn noch sind nicht alle Liegewiesen begrünt. Für die nächste Etappe, die neue, wintertaugliche Traglufthalle für das Sportbecken, ist baulich bereits alles vorbereitet. Und das Beste an der Sache: War das alte Schwimmbecken um wenige Zentimeter zu kurz, ist das neue nun exakt 50 Meter lang und es können endlich Schwimmmeisterschaften durchgeführt werden.