Feldbrunnen-St.Niklaus
Endlich ein Kunstführer für die Waldegg

Zum Ende seiner Kuratoriumslaufbahn legt André Schluchter mit seinem Vorgänger Georg Carlen in Feldbrunnen-St.Niklaus ein Bändchen vor.

Fränzi Zwahlen-Saner
Drucken
Teilen
André Schluchter (l.) und Georg Carlen mit dem neuen Kunstführer.

André Schluchter (l.) und Georg Carlen mit dem neuen Kunstführer.

bar

Ein voll besetzter Theatersaal auf Schloss Waldegg am Freitagabend liess ahnen: Hier geschieht etwas Aussergewöhnliches. Für den ersten der drei Redner war der Anlass zwar fast Alltag. Es war der Präsident der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, GSK Markus Andreas Schneider. Er freute sich, das Erscheinen der Nr. 977 der Schweizer Kunstführer anzukündigen: «Schloss Waldegg».

«Die Geschichte der kleinen handlichen Schweizer Kunstführer ist eine Erfolgsgeschichte», erzählte er. «1935 erschienen die ersten Serien der Reihe, und noch in diesem Jahr wird die 1'000. Publikation aus der Taufe gehoben.

Noch immer sind wir mit unseren Kunstführern erfolgreich und noch immer beachten wir die Grundsätze der Gründung: kleine handliche Publikationen, hohe Auflage, günstige Preise, gut verständliche, aber wissenschaftlich fundierte Texte.»

Kunstführer Schloss Waldegg

Schneider verriet übrigens, dass der erfolgreichste Kunstführer mit fast einer halben Million Auflage derjenige von «Zillis» ist. Der Kunstführer zu «Schloss Waldegg» beinhaltet Texte des ehemaligen Solothurner Denkmalpflegers Georg Carlen und solche von André Schluchter, ab 1993 Kurator des Schlosses.

Georg Carlen erinnerte sich in seiner kurzen Rede an die Restaurations- und Bauzeit des Schlosses, die zwischen 1985 und 1991 stattfand. «Damals hatten wir – im Unterschied zu heute – noch Zeit, die richtigen Materialien zu entdecken.»

Er erzählte auch einige Müsterchen. Wie er zum Beispiel in Monaco an einer Sotheby’s-Auktion die drei grossen Bildnisse der Besenval-Familie ersteigern konnte. Sie hängen heute im Theatersaal. Sehr wichtig auf der Waldegg waren ihm die Gärten und deren Wiederherstellung.

«Wenn man jetzt, nach 25 Jahren, hierherkommt und sieht, wie es geworden ist, kann man sich nur freuen», so Carlen. Zum Schluss berichtete André Schluchter über die noch folgenden Etappen der Renovation unter seiner Ägide. Er meinte: «Die Präsentation dieses Kunstführers ist sozusagen meine letzte Amtshandlung als Kurator.»