Erstmals fand die Gemeindeversammlung von Buchegg im Gemeindesaal in Mühledorf statt. «Es ist ein Versuch», sagte Gemeindepräsidentin Verena Meyer (FDP). Dieser ist geglückt. Die hundert bereitgestellten Stühle im Saal waren mit 82 Stimmberechtigten nicht ganz voll besetzt. Auf der Traktandenliste standen am Dienstagabend emotionale Themen. Den Gossliwilern am Herzen liegt ihr altes Schulhaus. Dieses ist im Besitz der öffentlichen Hand. Nun soll es verkauft werden.

Was nicht ganz einfach werden dürfte, zumal die Liegenschaft in einem schlechtem Zustand ist. Sie ist nicht isoliert, hat veraltete Toiletten und marode Wasserleitungen. Zudem muss eine neue Heizung eingebaut werden. Immerhin das Trinkwasser ist von bedenkenloser Qualität. Allein die Renovationen kosten 300 000 Franken. Will der neue Besitzer zudem Wohnungen einbauen, wirds wirklich teuer. Das Gebäude liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Eine Umnutzung als Wohnhaus sei aber problemlos möglich, sagte Meyer. Nicht infrage kommt ein Abriss: Das Haus aus dem Jahr 1892 ist geschützt.

Ein Gossliwiler sprach sich an der Versammlung gegen den Verkauf aus. Für das Dorf wäre es praktisch, auch weiterhin einen Versammlungsraum zu haben, meinte er. Zudem fänden dort Sitzungen von Kirch- und Bürgergemeinde statt. Trotzdem erhielt der Gemeinderat schliesslich eine satte Mehrheit von 67 Stimmen, um Verkaufsverhandlungen aufzunehmen. Um einen möglichst hohen Verkaufspreis herauszuholen, will der Gemeinderat den Mindestpreis nicht verraten. «Sonst bräuchten wir gar nicht mehr zu verhandeln», sagte Gemeinderat Thomas Stutz.

Dass Gossliwil nicht „mitten auf der Welt“ liege (Verena Meyer) und mit dem öffentlichen Verkehr nicht sehr gut erschlossen ist, schmälert wohl die Ertragsaussichten. Ein Vertreter der Bürgergemeinde Gossliwil meldete nach anfänglichem Desinteresse zur Erheiterung der Anwesenden: „Bevor das Haus zu einem Spottpreis verkauft wird, wären wir dann doch daran interessiert.“

Zu reden gab zudem die Bushaltestelle Richtung Bibern. Diese stehe derzeit an einem ungünstigen und gefährlichen Ort. Die Haltestelle für beide Richtungen vor das alte Schulhaus zu verlegen, sei aber derzeit nicht geplant, sagte Gemeinderat Guido Frenzer. Auch nach einem Verkauf des alten Schulhauses mit seinem grossen Grundstück möglich sei dagegen ein der Bau eines Wartehäuschens.

Kein höheres Einbruchsrisiko

Überraschend sachlich blieb die Diskussion, als es um die Nachtabschaltung der Strassenlampen ging. Das Thema hatte die Buchegger in den vergangenen Wochen bewegt, in den Dörfern wurde viel diskutiert. In Aetingen wurden sogar Unterschriften gesammelt, damit die Lampen nachts wieder brennen. Neben Aetingen wird die Beleuchtung heute in Aetigkofen, Gossliwil, Hessigkofen, Küttigkofen und Mühledorf ausgeschaltet. Hell bleibts dagegen in Bibern, Brügglen, Kyburg-Buchegg und Tscheppach. Wenig einheitlich ist ebenfalls die Ausstattung der insgesamt 420 Lampen auf Gemeindegebiet. Manche Dörfer haben sehr alte Anlagen, Aetigkofen und Hessigkofen andererseits haben ihre Beleuchtung bereits auf die stark energiesparende LED-Technik umgerüstet.

Guido Frenzer zählte auf, was für eine Ausschaltung spricht: Vor allem die Lichtverschmutzung werde so eingeschränkt. „Diese Emission ist unnötig und stört Vögel.“ Zudem würden die Energiekosten um 20 bis 30 Prozent sinken. Dies bei jährlichen Stromkosten von 20 000 und Unterhaltskosten von 6000 Franken. Nicht bewiesen sei, dass die Gefahr von Einbrüchen steige. Dies bestätigte eine Aetingerin. «Am Anfang war die Dunkelheit ungewohnt, aber nach ein paar Wochen war das vorbei. Unsicherer ist es seit der Abschaltung nicht geworden.»

Dass es trotzdem Ängste vor Einbrüchen gebe, räumte Frenzer ein. Auch ein höheres Unfallrisiko auf der Strasse könne ein Argument gegen die Abschaltung sein sein. Zudem würde der Rechtsdienst des kantonalen Bau- und Justizdepartements von einer Nachtabschaltung abraten, da die Haftungsfrage ungeklärt sei. Anderer Meinung ist der Versicherungsfachmann der Gemeinde Buchegg: Er schliesst aus, dass die Gemeinde haftbar gemacht werden könnte.

Schliesslich beschloss die Mehrheit der Anwesenden, die Beleuchtungen in den Dörfern bis auf weiteres zu belassen, wie sie heute sind. Geprüft werden soll zudem die flächendeckende Einführung von LED-Lampen, um Kosten zu sparen.

Ja zur Sozialregion

Fast einstimmig sagte die Gemeindeversammlung schliesslich Ja zum neuen Vertrag mit der Sozialregion Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg. Gemeinderätin Anita Thomi erläuterte, wie es dazu kam. Aus Unzufriedenheit mit der Kostenverteilung und wegen mangelnder Mitbestimmung waren die Bucheggberger Gemeinden und Lohn-Ammannsegg aus der Sozialregion ausgetreten. Neu werden die Restkosten nicht mehr nur nach Einwohnerzahlen verteilt, sondern auch nach Dossierzahlen in der Sozialhilfe. Zudem sitzt neu aus jeder Gemeinde ein Vertreter in der Sozialkommission. Damit sind nach Monaten des Streits nun alle zufrieden.

Gemeindepräsidentin Meyer schliesslich berichtete über das geplante Überbauung auf dem Schulhausareal in Aetingen. Seit Jahren schlägt sich der Gemeinderat damit herum. Kürzlich erteilte der Kanton der Gemeinde eine Abfuhr: Er stutzt das Bauprojekt von acht auf nur noch drei Parzellen zurück. Dies widerspreche dem Druck zur Verdichtung, meinten Stimmen aus Gemeinderat und Versammlung. Nun bedingt sich der Gemeinderat mehr Zeit aus. Bis 2017 will man ein rentableres Projekt aushandeln.