Zuchwil/Luterbach
Emmenbrücke wird zum Nadelöhr: Bis 2021 wird sie komplett ersetzt

Ab Oktober wird der Verkehr auf der Emmenbrücke zwischen Luterbach und Zuchwil etappenweise einspurig geführt. Zudem werden Wanderwege umgeleitet. Grund dafür sind zwei Grossprojekte des Kantons.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Die Brücke über die Emme zwischen Luterbach und Zuchwil wird ersetzt.

Die Brücke über die Emme zwischen Luterbach und Zuchwil wird ersetzt.

google earth

Bald ist es so weit. Die Brücke über die Emme, die Luterbach mit Zuchwil verbindet, wird zum Nadelöhr. Ab 1. Oktober werden die zwei Emmenbrücken, die sich bei der Kebag zu einem Bauwerk verschmelzen, abgerissen und wieder neu aufgebaut. Ab diesem Datum wird der Verkehr einspurig geführt, wie das Amt für Verkehr und Tiefbau bestätigt. Brückenbau ist eine langwierige Sache, so wird auch das Einspurregime länger anhalten, und zwar bis Sommer 2021, so die Schätzung. Abbau und Aufbau der Brücken dauern bis Ende 2020. Im Sommer 2021 wird dann noch der Deckbelag eingebaut.

Weitere Bauprojekte: Koordination mit Emme-Hochwasserschutz und Kebag-Neubau

Mit dem Neubau der Kehrrichtverbrennungsanlage (Kebag Enova), dem Ersatz der Strassenbrücke zwischen Zuchwil und Luterbach und dem Emme-Hochwasserschutzprojekt werden in den nächsten Monaten und Jahren gleich drei grosse Projekte auf engem Raum umgesetzt. Damit alles rund läuft, hat der Kanton entschieden, bestimmte Wasserbauarbeiten vorzuziehen, damit diese nicht mit dem Kebag-Neubau zusammenfallen. Ende Oktober beginnen dafür die Arbeiten auf den letzten 1,4 Kilometern der Emme und in einem Teilstück entlang der Unteren Emmengasse Derendingen/Luterbach.

Als Vorbereitung werden ab Oktober 7,8 Hektaren Wald gerodet. Unmittelbar nach den Rodungen beginnen die Wasserbauarbeiten entlang des Gewässerlaufs. So erhält die Emme zwischen Autobahnbrücke und SBB-Brücke mehr Raum und das Naturschutzgebiet Emmenschachen wird aufgewertet. Die Betonarbeiten und die Dammbauten an der Unteren Emmengasse folgen ab Anfang 2019. Die Wasserbauarbeiten dauern bis Ende 2019. Die Arbeiten in der Emme müssen bei hohem Wasserstand unterbrochen werden. Wetterbedingte Verzögerungen sind deshalb möglich. Der Brückenersatz soll im Sommer 2021 abgeschlossen sein. Und die Hauptarbeiten am Kebag-Neubau sind ab 2020 terminiert. (uby)

Zuerst werden die Vorarbeiten wie Rodungen entlang der bestehenden Brücken durchgeführt. Zwei Wochen später soll der eigentliche Brückenabbau beginnen. Dann wird nur die Nordbrücke einspurig befahrbar sein. Diese Arbeiten an der Südbrücke werden etwa ein Jahr beanspruchen. Danach folgt die Nordbrücke.

Längere Wartezeiten

In den Verkehrsspitzen ist mit längeren Wartezeiten vor den Ampeln zu rechnen. Diese sollten aber maximal etwa zehn Minuten dauern, so eine Schätzung. Erfahrungen wurden bereits gemacht. Als der neue Steg für die Leitungen der Werke und von Biogen neben der jetzigen Brücke erstellt wurde, musste der Verkehr längere Zeit einspurig über die Brücke geführt werden. Dabei seien insbesondere mit dem Busbetrieb positive Erfahrungen gemacht worden.

Grossräumige Umfahrungsmöglichkeiten bestehen mit den Strecken über Riedholz-Feldbrunnen-Solothurn oder Zuchwil-Derendingen-Luterbach. Zudem mache es Sinn, von Zürich her kommend die Autobahnabfahrt in Wangen, und nicht die in Solothurn zu nutzen, so der Kanton.

Umleitungen für Fussgänger

Das linke Emmeufer ist bereits jetzt gesperrt, nicht nur wegen des Brückenbaus, der bald startet, sondern auch wegen der Hochwasserschutzbaustelle des Kantons. Eine Umleitung in Richtung Aare ist auf der Westseite des Kebag-Areals bereits eingerichtet und wird auch eifrig von Velofahrern und Fussgängern genutzt. Umleitungen für Fussgänger bestehen zudem schon seit längerer Zeit auf der Luterbacher Seite der Emme.

Auch die Bushaltestelle auf der Luterbacher Seite wird versetzt, damit kein Rückstau in die Baustelle hinein entstehen kann. Der Installationsplatz wird auf der Westseite der Brücke im Süden eingerichtet. Dort muss das Wäldchen gerodet werden, auch weil die Emme mehr Platz erhalten soll.

Künftig wird nur eine Brücke an dieser Stelle die Emme überspannen. Anstelle von Pfeilern im Uferbereich wie heute, wird nur ein Pfeiler in der Flussmitte die Brücke abstützen. Länger soll die Brücke insgesamt aber nicht werden, dafür erhält die Emme unter der Brücke mehr Raum. Ein Jahrhunderthochwasser soll künftig unter der Brücke Platz finden.

Die wichtigsten Infos zum Revitalisierungsprojekt:

Staatskanzlei Solothurn

Die Wanderwege werden wie folgt umgeleitet:

Staatskanzlei Solothurn