Fusion begrüsst
Elektra Nennigkofen möchte Elektronetz selbst weiterbetreiben

Christof Ramser
Merken
Drucken
Teilen
«Wir geschäften gut, und unser Netz ist gut erhalten», heisst es bei der Elektra Nennigkofen. (Symbolbild)

«Wir geschäften gut, und unser Netz ist gut erhalten», heisst es bei der Elektra Nennigkofen. (Symbolbild)

KEYSTONE/SIGI TISCHLER

«Wir sind voll auf Kurs», vermeldet die Elektra Nennigkofen. Damit reagiert die Genossenschaft auf die in dieser Zeitung veröffentlichten Pläne des Gemeinderats Lüsslingen-Nennigkofen, das Nennigkofer Elektronetz zu übernehmen. Auch die Elektra Nennigkofen befürwortet eine Fusion der Netze, möchte diese allerdings selber weiterbetreiben. «Eine Verpachtung wollen wir verhindern», sagt Hans Weichlinger, der bei der Elektra für die Finanzen zuständig ist. Denn damit würde man das Hoheitsrecht für die Tarifgestaltung aus der Hand geben.

Als das Lüsslinger Netz vor einigen Jahren ausgelagert und man zur AEK-Partnergemeinde wurde, sei der Strom auf einen Schlag um 3 bis 4 Rappen teurer geworden. Im Vergleich mit anderen Anbietern gehöre die Elektra Nennigkofen zu den Vertreibern mit den besten Tarifen, so Weichlinger. Für 2018 bleiben die Tarife, anders als bei der AEK, unverändert. Dabei sei die neuen Bundesabgabe voll eingerechnet.

Andere Anbieter dagegen würden mit der alten, um 0,8 Rappen tieferen KEV-Abgabe rechnen, was den Vergleich verzerre. Sinn und Zweck der Genossenschaft sei es, die Strombezüger mit möglichst günstiger Energie- und Netznutzungspreisen zu bedienen. Anders als gewinnorientierte Unternehmen habe es die Elektra Nennigkofen als unabhängige Betreiberin eines eigenen Stromnetzes und einer schlanken Verwaltung in der Hand, die Gewinnmarge zum Wohle der Strombezüger einzusetzen und die Tarife selber festzulegen.

«Wir geschäften gut, und unser Netz ist gut erhalten», sagt Weichlinger. Man scheue auch vor Investitionen nicht zurück. So sei in den letzten beiden Jahren die Ringstrasse in zwei Etappen auf den neusten technischen Stand gebracht worden.

«Finanzielle Vorteile»

Am 2. November kommt der Gemeinderat mit der Genossenschaft Elektra Nennigkofen zusammen, um die Zukunft zu besprechen. Die Elektra wolle auf eine neue, gemeinsame Organisationsstruktur hinwirken, die für beide Seiten finanzielle und administrative Vorteile bringe. Personell, so Weichlinger, sei die Elektra Nennigkofen gut aufgestellt.

Noch diesen Frühling allerdings hiess es, die Elektra wolle sich auflösen. Inzwischen hat Hans Leuenberger den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Ueli Schluep als Präsident ersetzt, Paolo Di Pietrantonio ist neuer Vizepräsident. Felix Isch, Mitglied der Verwaltung, demissionierte. Weiter im Amt verbleiben Sekretär Thomas Eggenschwiler und Hans Weichlinger.