Dreimonatige Reise

Eisig kalt: Solothurner Pianist spielt am Flügel unter Polarlichtern

Gabriel Emanuel Arnold aus Niederwil ist seit Ende Januar mit zwei Flügeln im Norden Europas auf Reisen. Sein Ziel, am Nordkap unter Polarlichtern zu spielen, hat der 37-jährige Pianist erreicht.

Eine Matinee hier, eine Vorführung an einer Schule, Filmaufnahmen, abends noch ein Konzert. Die Tage von Gabriel Emanuel Arnold sind dicht gedrängt. Der Zeitplan muss eingehalten werden, schliesslich stehen die Termine für die Konzerte und auch die Hotels sind bereits alle gebucht.

Der 37-jährige Pianist aus Niederwil befindet sich zusammen mit seiner Familie seit dem 25. Januar 2018 auf einer Reise in den Norden. Es ist Teil von «Grand Piano on Tour», die ihn immer wieder an spezielle Orte führt. Er greift beispielsweise auf einem Staudamm, Berg oder in Südengland vor den berühmten Kreidefelsen in die Tasten. 

Gabriel Arnold spielt Schubert in Südengland

Dieses Mal war es sein Ziel, im Schnee und unter echten Polarlichtern zu spielen und ein Musikvideo zu produzieren. Auf dem Weg ans Nordkap legt er mit seinem klimatisierten Autoanhänger und den beiden Flügeln – er hat einen «Steinway» für Konzerte und ein Exemplar aus dem Jahr 1920 für den Einsatz im Schnee dabei – viele Stopps ein. Er gibt Konzerte, stellt seinen alten Flügel für Aufnahmen auf Eisfelder und lässt sich von TV-Stationen beim Spielen filmen. Da sagt auch schon mal ein Eisbrecher Hallo.

Emanuel Arnold vor dem Eisbrecher

BBC berichtet über Gabriel Arnold, der auf einem Eisfeld Piano spielt

Kälte erschwert Tour

Unter dem farbigen Licht des Nordens zu spielen, davon träumte er schon lange. Dafür plante er sechs Monate. 

Die Kälte macht dem Pianisten auf seiner dreimonatigen Abenteuerreise durch Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland zu schaffen. Temperaturen von minus 12°C bis minus 24°C erschweren Foto- und Filmaufnahmen.

Wenn es im rauen Land stürmt, wird das Aus-und Einladen der Flügel zur Herausforderung. Als er in Tromsø bei 12 Grad unter Null und starkem Wind mit den faszinierenden Leuchterscheinungen im Hintergrund spielte, holte er sich eine starke Erkältung. Gut, der aus einer Ingenieurfamilie stammende Künstler präsentierte sich auch nur im Anzug.

«Öfters kommt er an seine Grenzen, denn er muss nicht nur seine Zeit zum Üben und Konzerte spielen einteilen, er muss auch die Tour filmen und fotografieren, ob das Wetter mitmacht oder nicht», berichtet seine Mutter und Managerin Ursula Arnold, die für ihn antwortet. Der Künstler selbst findet momentan wenig Zeit. Denn neben seinem strengen Programm muss er auch noch einen Reiseberichte schreiben.

Aus dem eigenen Filmmaterial werden später Filme für seine «Polar-Konzerte» zusammengestellt. Während Gabriel Arnold in die Tasten greifen wird, werden an Decke und Wänden Polarlichter projiziert und auf einer Leinwand hinter dem Flügel Filmaufnahmen abgespielt. Der Pianist will das Publikum auf diese Weise auf eine Reise mitnehmen.

Kein langweiliger Schweizer

Und da wäre ja noch die Familie. Seine Frau Hannah, der zweieinhalbjährige Arthur und der neunmonatige George begleiten ihn auf der ganzen Reise. Die Familienzeit soll nicht zu kurz kommen, das ist Gabriel Arnold sehr wichtig. Spätestens Anfang April wollen die Vier zurück in der Schweiz sein.

Hannah ist ganz begeistert von den Plänen ihres abenteuerlustigen Mannes, wie sie vor Abreise gegenüber der SRF-Sendung «Glanz und Gloria» erzählte. «Als ich ihn kennengelernte, habe ich gedacht: ‹Ach ein langweiliger Schweizer!›» Er habe sie aber mit seinen Projekten vom Gegenteil überzeugt.

Gabriel Arnold unterwegs in Norwegen

Glanz&Gloria berichtet über den Start zur Reise

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