Hubersdorf
Einziger Kandidat und stille Wahl: CVP und FDP haben Päckli geschnürt

Andreas Rüegger bekommt einen Nachfolger. Gregor Schneiter dürfte als einziger Kandidat fürs Gemeindepräsidium von Hubersdorf in stiller Wahl zum Amt kommen. Diese wahrscheinliche Wahl ist aber Folge einer Absprache.

Urs Byland
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Hubersdorf kann nach wie vor die wichtigsten Ämter besetzen. Für die Nachfolge des Gemeindepräsidenten Andreas Rüegger haben die aktiven Ortsparteien die Fühler ausgestreckt und jemanden gefunden.

Hubersdorf kann nach wie vor die wichtigsten Ämter besetzen. Für die Nachfolge des Gemeindepräsidenten Andreas Rüegger haben die aktiven Ortsparteien die Fühler ausgestreckt und jemanden gefunden.

Yves Wälchli

Am Montag, bis 17 Uhr, meldete sich einzig ein Kandidat für die Nachfolge des Gemeindepräsidenten Andreas Rüegger. Der Kandidatur ging, laut Rüegger, eine eingehende Planung der beiden tonangebenden Parteien in Hubersdorf voraus. CVP und FDP einigten sich auf den Polizisten Georg Schneiter (Jahrgang 1952, CVP) als künftigen Gemeindepräsidenten. Die SP ist
seit 2005 in Hubersdorf kaum mehr aktiv und nicht mehr im Gemeinderat vertreten.

Nach Absprache der CVP und der FDP soll in den kommenden Monaten folgendes Prozedere ablaufen. Georg Schneiter wird in einer stillen Wahl nach der Validierung ins Amt eingesetzt, wobei der bisherige Gemeindepräsident erst auf Ende 2015 demissioniert. Diesen Sommer wird Vizegemeindepräsident Beni Flück (CVP) aus dem Gemeinderat zurücktreten, dem er seit 2005 angehört. Georg Schneiter rückt für Flück in den Gemeinderat nach. Ende Jahr tritt Rüegger ab und Schneiter wird Gemeindepräsident. Für Rüegger rückt Ersatzgemeinderat Kevin Kurt (FDP) nach.

Regieren ohne Urnenwahl

Dieses Vorgehen sei abgesprochen, so Rüegger. Wobei die Funktionen normal ausgeschrieben würden. Wer sich für eine Funktion interessiere, hat oder hatte die Möglichkeit sich anzumelden. Wenn 2017 die nächste Gemeinderatswahl ansteht, könnte es zu einer Urnenwahl kommen. Dazu müssten sich aber mehr Kandidaten melden als Sitze zur Verfügung stehen. Bei der letzten Gemeinderatswahl war dies nicht der Fall. 2013 kam es zu stillen Wahlen. 2009 gab es letztmals mehr Kandidaten als Sitze.

Die Möglichkeit ist demnach gross, dass Schneiter regieren wird, ohne dass er sich jemals einer Urnenwahl stellen müsste. «Das ist gut möglich», erklärt dazu Rüegger. Er sei ebenfalls nie als Gemeindepräsident an der Urne gewählt worden. «Das hat jetzt 10 Jahre gut funktioniert.» Im Dorf werde diese Wahlpolitik goutiert, ansonsten sich Widerstand geregt hätte, so Rüegger. Zu ergänzen ist, dass Rüegger immerhin einmal, im Jahr 2009, sich der Gemeinderatswahl stellte und von den Hubersdorfern gewählt wurde.

Validierung abwarten

Von Gregor Schneiter ist wenig bekannt. Er arbeitet bei der Polizei Kanton Solothurn und ist Kadermitglied. In der Gemeinde ist er Mitglied der Rechnungsprüfungskommission in der katholischen Kirchgemeinde. Laut Guido Zeltner, Parteipräsident der lokalen CVP, habe sich die Möglichkeit einer Kandidatur von Schneiter in einem Gespräch ergeben. Schneiter wohne seit einigen Jahren in der Gemeinde, die ihm gefalle. «Er erklärte, er möchte etwas für die Gemeinde machen», so Zeltner.

Gregor Schneiter wollte noch keine inhaltlichen Fragen beantworten. «Ich warte die Genehmigung durch den Gemeinderat ab und stehe dann zur Verfügung.»