Deitingen
Einsprecher ziehen ihre Klagen weiter

Der Deitinger Gemeinderat muss sich weiterhin mit Einsprachen bezüglich der Ortsplanungsrevision befassen.

Marlene Sedlacek
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Noch ist die Gesamtrevision Ortsplanung in Deitingen nicht vom Tisch.

Noch ist die Gesamtrevision Ortsplanung in Deitingen nicht vom Tisch.

Hansjörg Sahli

Noch ist die Gesamtrevision Ortsplanung nicht vom Tisch. Mit der Eigentümerin der umstrittenen Parzelle GB 299 konnte zwar eine für beide Parteien zufriedenstellende Lösung gefunden werden, gab Gemeinderat Jürg Schärli bekannt. Der westliche Teil des Grundstücks wird in die Landwirtschaftszone umgezont. Dabei erhält die Eigentümerin die geleistete Entschädigung für die öffentliche Erschliessung zurück.

Der Wertverlust wird hingegen nicht abgegolten. Der östliche Teil wird ganz in die Wohnzone W2 überführt. Die Besitzerin wird der Gemeinde den durch die Umzonung entstandenen Mehrwert von 20 Prozent vergüten. Unter dem Strich resultiere der Gemeinde ein Plus von 5000 Franken, führte Schärli aus.

Drei Parteien, deren Einsprachen die Gemeinde abgewiesen hatte, ziehen ihre Klagen weiter. Der Gemeinderat wird nicht darum herumkommen, einen Anwalt für die Weiterbehandlung der Forderungen beizuziehen.

Verlockendes Angebot

Die Erbengemeinschaft Berti Zuber gelangte an die Dorfzentrum Deitingen AG, die Bürgergemeinde und die Einwohnergemeinde mit einem Kaufangebot für ihre Liegenschaft am Chäsiweg 1. Man wolle der öffentlichen Hand die Möglichkeit geben, das Grundstück an einer strategisch bedeutenden Lage im Dorfzentrum zu erwerben, bevor es öffentlich ausgeschrieben wird.

Die Dorfzentrum AG lehnte wegen einer unattraktiven Finanzierung ab, die Bürgergemeinde hat im Moment andere Projekte am Laufen. Gemeindepräsident Bruno Eberhard bekannte zwar, dass im Moment kein konkreter Bedarf an dieser Liegenschaft bestehe. Er liebäugelt jedoch damit, das Legislaturziel, nämlich betreutes Wohnen in der Gemeinde zu schaffen, mit diesem Objekt langfristig verwirklichen zu können. Ein Kauf wäre kein finanzielles Risiko, meinte er.

Der Landwert dürfte ansteigen, und die Liegenschaft könnte jederzeit wieder verkauft werden. Einem Mietertrag von 23 800 Franken pro Jahr stünde eine Zinsbelastung von 3700 bis 5700 Franken entgegen. Eberhard konstatierte, dass das Haus mit Baujahr 1848 zwar alt sei, die Bausubstanz jedoch gut. Die Wohnungen seien in einem guten Zustand, wenn auch mit bescheidenem Standard. Das letzte Wort über einen Kauf wird das Stimmvolk an der Gemeindeversammlung im Juni haben, denn der Kaufpreis von 645 000 Franken übersteigt die Kompetenz des Gemeinderates.

Wie zusammenarbeiten?

Im Sozialdienst Wasseramt Ost, welchem Deitingen angehört, gab es im letzten Jahr einige personelle Änderungen. Weitere Abgänge vor allem aufgrund von Pensionierungen werden in den nächsten Jahren folgen. Auch die Leitung wird im 2020 vakant. Der Gemeinderat stellte sich die Frage, wie es mit der Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst weitergehen soll. Franziska Sterchi stellte drei Varianten zur Diskussion: «Entweder es bleibt, wie es ist, mit der Gemeinde Derendingen als Leitgemeinde, und es wird nach einer Nachfolge für die Leitung gesucht», führte sie auf.

Eine andere Variante wäre, die Leitung nicht mehr zu besetzen, sondern stattdessen ein Leitgremium aus Gruppenleitern der zuständigen Abteilungen zu bilden. Als dritte Variante steht ein Zusammenschluss mit dem Sozialkreis Wasseramt Süd zur Diskussion. Informationen über die finanziellen Auswirkungen der drei Szenarien, konnte Sterchi noch nicht liefern. Der Gemeinderat wies das Geschäft zurück, bis konkrete Fakten als Entscheidungsgrundlage vorliegen.