Derendingen
Einsprecher gegen Steinmattportal sind nicht zufrieden

Der Regierungsrat musste sich mit den Einsprachen zweier Privatpersonen gegen den Teilzonenplan Überbauung Steinmattportal in Derendingen beschäftigen.

Rahel Meier
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Das Steinmattportal in Derendingen beschäftigt den Regierungsrat.

Das Steinmattportal in Derendingen beschäftigt den Regierungsrat.

Rahel Meier

Auf vier Parzellen, die im Dorfzentrum zwischen der Hauptstrasse und der Steinmattstrasse liegen, soll eine neue Überbauung erstellt werden. Die Grundstücke sind heute der Kernzone zugewiesen. Die bestehenden Liegenschaften sollen grösstenteils abgebrochen werden. Vorgesehen ist der Bau eines 5-geschossigen, parallel zur Strassen laufenden Baukörpers mit einem 6-geschossigen Kopfbau im Abzweigungsbereich von Haupt- und Steinmattstrasse.

Durch diese blockrandähnliche Bauweise würde ein Innenhof entstehen. Die Parkierung ist unterirdisch, ab der Steinmattstrasse geplant. Für den Neubau braucht es einen Teilzonenplan und einen Gestaltungsplan. Die betroffenen Parzellen sollen einer neuen «Kernzone dichtes Bauen» zugeordnet werden. Gleichzeitig werden auch die Zonenvorschriften zu dieser neuen Zone erlassen. Während der öffentlichen Auflage der Planung gingen vier Einsprachen gegen das Projekt ein. Der Gemeinderat lehnte diese ab, worauf zwei Privatpersonen Beschwerde beim Regierungsrat erhoben.

Charakter wird verändert

Die Einsprecher bemängeln diverse Punkte. So finden sie es unter anderem falsch, dass nur vier Parzellen in die neue Zone umgezont werden, das restliche Quartier aber nicht. Damit würden Struktur und Charakter des Quartiers massiv verändert, was im Widerspruch zur laufenden Ortsplanung und dem räumlichen Leitbild stehe.

Die Ausnützungsziffer werde dabei mehr als verdreifacht. Die Blockrandbebauung passe nicht ins Dorfbild. Weiter befürchten die Einsprecher einen übermässigen Schattenwurf für ihre Liegenschaft, die direkt neben den Neubauten liegt. Zusätzlich wird bemängelt, dass Grenzabstände nicht eingehalten werden und die Zufahrt zur Einstellhalle, die in der Steinmattstrasse geplant ist, zu erheblichem Mehrverkehr führen werde. Die Anzahl der geplanten Parkplätze sei zudem ungenügend.

Veränderung hat Konsequenzen

Der Regierungsrat schreibt in seinem Beschluss, dass es offensichtlich sei, dass jede Veränderung, namentlich jede Verdichtung nach innen, Konsequenzen auf die bestehenden Quartierstrukturen habe. Aus diesem Umstand alleine könne jedoch nicht geschlossen werden, dass eine Veränderung nicht recht- oder zweckmässig sei.

Weiter meint der Regierungsrat, dass die Blockrandbebauung in Derendingen bereits vorhanden, aber in der Tat nicht typisch sei. Das «Steinmattportal» sei Teil des Gebietes Hauptstrasse Ost, und es komme ihm eine gewisse Prominenz zu, da es den Übergang vom Zentrumsplatz zur strassenorientierten Bauweise in Richtung Kreuzplatz darstelle.

Von Amtes wegen gebe es keinen Grund, für einen 6-stöckigen Bau ein Schattenwurfdiagramm zu erstellen, wenn die Grenzabstände eingehalten würden. Was die Einstellhalle angehe, so erlaube die Praxis keine neuen Aus- und Einfahrten direkt auf eine Kantonsstrasse. Die Erschliessung ab der Steinmattstrasse sei deshalb nicht zu beanstanden. Die konkrete Lage der Ein- und Ausfahrt sei, ebenso wie die Anzahl der Parkplätze, mit dem Baubewilligungsverfahren festzulegen.

Der Regierungsrat weist die Beschwerde gegen den Teilzonenplan «Steinmattportal» und den Gestaltungsplan als unbegründet ab. Den Beschwerdeführern werden die Kosten des Verfahrens aufgebürdet, Parteientschädigung wird keine entrichtet.

Der Teilzonenplan ist noch nicht rechtskräftig, da laut Auskunft des Verwaltungsgerichtes Beschwerde gegen den Regierungsratbeschluss eingereicht wurde.

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