Einsprache
Kritik zu den Gasthof-Bad-Kyburg-Plänen: «Historische Bedeutung des ‹Bad Kyburgs› wird total negiert»

Die Schnorf Golf Management AG will das Traditionshaus Bad Kyburg zu Wohnraum umbauen und auf dem Parkplatz ein Mehrfamilienhaus errichten. Dazu braucht es eine Änderung im Bauzonenplan. Zur Auflage dieser Änderung wurde nun Einsprache eingereicht.

Urs Byland
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Auf dem Parkplatz hinter dem früheren Gasthof Bad Kyburz will der Grundbesitzer ein Mehrfamilienhaus errichten. Künftige Bewohner haben Aussicht auf den Rebberg und das momentan eingerüstete Schloss Buchegg.

Auf dem Parkplatz hinter dem früheren Gasthof Bad Kyburz will der Grundbesitzer ein Mehrfamilienhaus errichten. Künftige Bewohner haben Aussicht auf den Rebberg und das momentan eingerüstete Schloss Buchegg.

Bild: uby

Die Pläne der Firma Schnorf Golf Management AG mit ihrem Gasthof Bad Kyburg in Buchegg-Kyburg stossen auf Kritik. Einerseits wurde der Restaurant- und Hotelbetrieb aufgegeben. Das Traditionshaus, das 1851 erbaut wurde, soll in Wohnraum verwandelt werden. Andererseits soll auf dem Parkplatz hinter dem Hauptgebäude ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Damit diese Pläne von Rudolf Schnorf umgesetzt werden können, braucht es eine Änderung im Bauzonenplan. Das Grundstück befindet sich heute in der Nutzungszone Kernzone Kyburg und ist mit der Ortsbildschutzzone überlagert. Der frühere Gasthof ist im Bundes­inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt und kantonal als erhaltenswertes Kulturobjekt eingestuft. Zwar will die Gemeinde Buchegg die Zonenpläne und die Reglemente der verschiedenen Dorfteile harmonisieren, dennoch kann auch in der ­Zwischenzeit eine Änderung eines Bauzonenplans anbegehrt werden.

Eine Einsprache zur Auflage der Änderung

Dem Bericht zur Auflage dieser Änderung des Bauzonenplans ist zu entnehmen, dass die Baukommission das Vorhaben begrüsst, und der Gemeinderat die Erstellung eines neuen Baufeldes auf dem bisherigen Parkplatz des «Bad Kyburgs» unterstütze. Auch die kantonale Denkmalpflege unterstütze einen «neuen, schlichten Baukörper, der das Hauptgebäude in seinem Erscheinungsbild nicht in den Hintergrund rückt». Zur Auflage dieser Änderung hat Hans-Joachim Heidler, Kyburg-Buchegg, eine Einsprache eingereicht. Schlossareal und bestehende Freiflächen würden durch «Betongold» eingeengt, kritisiert er. Auch die historische Bedeutung des «Bad Kyburgs» für den Bucheggberg werde durch dieses Vorhaben «total negiert». «Das ‹Bad Kyburg› war die internationale Anlauf­adresse im Bucheggberg», erklärt Heidler. Er habe beispielsweise immer dafür geschaut, dass Gäste aus der Fremde im «Bad Kyburg» übernachten.

«Die wirtschaftliche Berechtigung für den Gasthof Bad Kyburg fehlt»

Rudolf Schnorf, ehemaliger Gemeindepräsident von Aetigen und Mitgründer des Golfplatzes im Limpachtal, äussert sich dezidiert zur Kritik an seinen Plänen mit dem Gasthof Bad Kyburg. «Es nützt nichts, wenn die Entwicklung bedauert wird, aber das Angebot im Restaurant Hotel Kyburg – auch von den Bucheggbergern – nicht genutzt wird.» Eine wirtschaftliche Berechtigung für den Betrieb in Kyburg fehle. Zum geplanten Mehrfamilienhaus hinter dem Bad Kyburg meint er: «Ich weiss nicht, was schöner ist, ein Parkplatz oder das Mehrfamilienhaus.» Mit dem Neubau werde es hinter dem Bad Kyburg «aufgeräumter» wirken als mit dem Parkplatz, so Schnorf. (uby)
Rudolf Schnorf, ehemaliger Gemeindepräsident von Aetigen und Mitgründer des Golfplatzes im Limpachtal, äussert sich dezidiert zur Kritik an seinen Plänen mit dem Gasthof Bad Kyburg. «Es nützt nichts, wenn die Entwicklung bedauert wird, aber das Angebot im Restaurant Hotel Kyburg – auch von den Bucheggbergern – nicht genutzt wird.» Eine wirtschaftliche Berechtigung für den Betrieb in Kyburg fehle. Zum geplanten Mehrfamilienhaus hinter dem Bad Kyburg meint er: «Ich weiss nicht, was schöner ist, ein Parkplatz oder das Mehrfamilienhaus.» Mit dem Neubau werde es hinter dem Bad Kyburg «aufgeräumter» wirken als mit dem Parkplatz, so Schnorf. (uby)

«Die Enttäuschung im Bucheggberg ist gross»

Heidler spricht auch von einer kulturellen Bedeutung durch Theateranlässe («Üse Wäg») und Vereinstreffen, die durch «das Wohnprojekt mit Alpenblick» keineswegs aufgewogen werden könnten. Er ärgert sich, dass das angesehene und beliebte Familienrestaurant ruiniert worden sei. «Der Denkmalschutz will dies auch noch belohnen», so Heidler. Die Enttäuschung sei im Bucheggberg gross, dass das «Bad Kyburg», nachdem es 2012 noch auf Vordermann gebracht worden war, nun plötzlich und unerwartet zugunsten von Wohnraum aufgegeben werden soll. Da werde nur auf die Rendite geschaut.

Die Einsprache von Hans-Joachim Heidler wird nun vom Gemeinderat als oberste ­Planungsbehörde im Dorf ­entschieden und dem Regierungsrat vorgelegt. Dieser entscheidet abschliessend zur Änderung des Bauzonenplans. Der Entscheid kann beim Verwaltungsgericht und anschliessend beim Bundesgericht angefochten werden.

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