Die Bürgergemeinde Lüterkofen-Ichertswil plant, ihr Kiesabbaugebiet in der Grube Haulital zu erweitern. Beantragt ist deshalb eine kantonale Richtplananpassung. «Leider sind wir als unmittelbare Nachbarn mit schutzwürdigem Gut zu keiner Information eingeladen worden», bedauerte Gemeindepräsident Herbert Schluep in der Ratssitzung. Beim «schutzwürdigen Gut» handelt es sich um ein zu Nennigkofen-Lüsslingen gehörendes Grundwasserschutzgebiet und insbesondere um das mit der Grubenerweiterung befürchtete Abgraben einer Quelle.

Der an der Sitzung teilnehmende Bauverwalter Kuno Eberhard unterstützte diese Einsprache aus fachlicher Sicht als wichtigen Schritt. Die Gemeinde bittet in seinem Schreiben an das für die Anpassung des kantonalen Richtplans zuständige Bau- und Justizdepartement um eine Fristerstreckung bis Ende Januar 2018, um sich bis dahin mit der Auflage und der Begründung der Einwendungen vertieft auseinanderzusetzen. Neben der geo- und hydrologischen Beurteilung wird juristischer Rat eingeholt.

Planung einer Ausschreibung

Es geht um die Energieversorgung im Ortsteil Lüsslingen: Bisher war das Verteilnetz der gemeindeeigenen Elektranetz im Modell Partnergemeinde an die AEK verpachtet. Dieser inzwischen gekündigte Vertrag läuft noch bis Ende 2018. Im Ortsteil Nennigkofen der fusionierten Gemeinde betreibt die Genossenschaft Elektra die Energieversorgung. Unabhängig voneinander wollen beide, Gemeinde und Genossenschaft, ihre Stromversorgung öffentlich ausschreiben.

Mit der Erfassung des Bestandes war ein neutrales Ingenieurunternehmen beauftragt worden, das die Grundlagen zur Evaluation eines neuen Anbieters und Netzbetreibers in einem ersten Entwurf zusammengetragen hatte. Der Gemeinderat diskutierte und präzisierte die Angaben zur Netzstruktur, zur verkauften Energiemenge von 2,6 Millionen kWh im Jahr 2016 und zum Anlagenwert im Nennwert von 1,5 Millionen Franken, in wieweit sie auch stichhaltig sind für die abschliessende Entscheidung im Rahmen der Gemeindeversammlung.

«Wir wollen Preissicherheit»

Zugunsten der Netzverpachtung ist der Netzverkauf keine Option mehr. «Wir wollen auch den Strom nicht selber einkaufen, sondern ein der Partnergemeinde entsprechendes Modell mit Preissicherheit finden», betonte der Gemeindepräsident. Die Vertragsdauer begrenzte der Rat auf 4 bis 5 Jahre, um an der für 2022 angesetzten Strommarktöffnung eventuell partizipieren zu können. Die Ausschreibung sollte einfach, leserlich und umfassend sein, gaben sie dem Ingenieurunternehmen mit auf den Weg zum zweiten Entwurf. Die Strassenbeleuchtung bleibt im Eigentum der Gemeinde. Vor allem sollte in der Offerte klar ersichtlich sein, was die Haushaltungen künftig die Kilowattstunde kostet.

Als Anregung aus dem Rat kam der Wunsch, auf die Zweispurigkeit zwischen der Energieversorgung der beiden Ortsteile zu verzichten und die Bewirtschaftung zumindest in den Offertformularen vergleichbar zu gestalten. Mit deren Fertigstellung folgt im Januar die Ausschreibung im Einladungsverfahren. Über die Vergabe des Netzbetriebs Lüsslingen entscheiden der Gemeinderat im Mai und danach die Gemeindeversammlung im Juni.