Selzach
Einigung in Sachen Eichholzstrasse: Der Quadratmeterpreis für das Land wurde reduziert

Der Selzacher Gemeinderat reduziert den Quadratmeterpreis bei der Zufahrt zur geplanten Überbauung beim Restaurant Bahnhof.

Patric Schild
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Nördlich des Restaurant Bahnhof sollen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Archivbild)

Nördlich des Restaurant Bahnhof sollen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Archivbild)

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Bereits zum dritten Mal beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Überbauung, die beim Restaurant Bahnhof in Selzach realisiert werden soll. Die Bauherrschaft, B&L Immobilien AG, plant auf der Parzelle drei Mehrfamilienhäuser mit 21 Wohnungen und eine unterirdische Parkanlage.

Ursprünglich geplant war, dass die Zufahrt ab der Bahnhofstrasse erfolgt. Im Juni entschied der Rat, auf Anraten der Arbeitsgruppe Ortsplanung, dass die Zufahrt südlich via Eichholzstrasse erfolgen müsse, da sonst die zukünftige Planung und Gestaltung der Bahnhofstrasse vereitelt wird. Dadurch erfolgt der Zugang allerdings über gemeindeeigenes Gebiet.

Der Rat beschloss dazumal unter anderem auch, dass jegliches vom Projekt beanspruchte Land erworben werden muss. Konkret handelt es sich dabei um eine Fläche von rund 183 Quadratmetern. Im August trafen sich Eigentümerschaft und Architekt zu Gesprächen mit der Gemeindepräsidentin sowie dem Bauverwalter.

Eine Vereinbarung zum Erwerb des benötigten Landes kam allerdings nicht zustande. Grund: Der vom Gemeinderat festgesetzte Preis von 400 Franken pro Quadratmeter sei zu hoch. Als Gegenvorschlag brachte der Bauherr den Betrag von 210 Franken pro Quadratmeter ins Spiel und stellte beim Gemeinderat einen Wiedererwägungsantrag.

Teilinhaber der Fima B&L Immobilien AG, Edmir Bojku, begründete als Grund für die Wertminderung die Ausnützungsziffer. 2018 habe er die Baulandparzelle mit einer Ausnützungsziffer und mitten in einer Wohnzone für 390 Franken pro Quadratmeter erworben. Für das Stück Land, welches in seiner jetzigen Form weder bebaubar noch in einem Zonenplan enthalten ist, sei der hohe Preis nicht gerechtfertigt.

Gemeinderat hatte bereits darüber entschieden

Gemeinderat Christoph Scholl zeigte sich sichtlich verwundert darüber, dass noch immer von 400 Franken pro Quadratmeter die Rede ist. Tatsächlich hatte der Rat bereits in seiner Sitzung vom September eine Senkung des Betrages gutgeheissen. Der Gegenvorschlag von 210 Franken wurde zwar als deutlich zu tief empfunden. Da eine Zufahrt via Eichholzstrasse aber auch im Sinne der Gemeinde ist, einigte man sich auf ein Entgegenkommen und legte den Quadratmeterpreis auf 350 Franken fest.

Weiter wurde damals festgehalten, dass bei einer Grenzbereinigung die zusätzliche Fläche der Baulandparzelle zugewiesen werde. Diese wird dadurch um die entsprechenden Quadratmeter vergrössert, inklusive Ausnützungsziffer. Der Hauptgrund für die geforderte Preisreduktion sei somit entkräftet. Es stellte sich letztlich heraus, dass ein Missverständnis vorlag und die Informationen bis zu diesem Zeitpunkt nicht bis zu Bauherrin durchgedrungen waren.

Mit den neuen Erkenntnissen kann diese allerdings gut leben. «Wenn man mir sagen kann, beim Kauf wird schriftlich festgehalten, dass der Anteil in die Parzelle integriert und die Ausnützungsziffer angerechnet wird, müssen wir das Thema nicht weiter in die Länge ziehen und können die Sache für 350 Franken als erledigt betrachten», so Bojku.