Marianne Meister ist 2005 in den Gemeinderat gewählt worden und amtiert seit 2007 als dessen Präsidentin. 203 Gemeinderatssitzungen hat sie miterlebt, davon 175 als Chefin. «Du hinterlässt in unserer Gemeinde einen gewaltigen Fussabdruck», lobte Vizegemeindepräsident Bernhard Jöhr, der Meisters Nachfolge antreten wird.

«Deine Verdienste beginnen mit dem Fusionsprozess, den du massgeblich und mit viel politischem Gespür mitgeprägt hast», so Jöhr. «Du hast dafür gesorgt, dass die vier Gemeinden rasch zusammengewachsen sind.» Weitere Grossprojekte seien der Bau der Mehrzweckhalle und des Feuerwehrmagazins gewesen.

Diese Bauten haben den Finanzhaushalt arg strapaziert und die Steuern an die Schmerzgrenze ansteigen lassen, «aber dank deiner umsichtigen Planung bewegen sie sich heute wieder auf einem guten Niveau», so Jöhr. Das «Meisterstück» sei schliesslich der erfolgreiche Abschluss des Projekts Behörden- und Verwaltungsstrukturen gewesen. Jöhr hob Marianne Meisters klaren Führungsstil, ihre spürbare Menschlichkeit, ihr Kommunikationstalent und ihre hohe Fachkompetenz heraus. «Und über allem steht deine unverkennbare Liebe zu Messen.»

Dank der Vereine

Als Überraschung spielte die Musikgesellschaft Messen nach der Versammlung vor der Pfarrschür und dankte nicht nur mit Musik, sondern ebenfalls auch mit Blumen und lobenden Worten – die Gemeindepräsidentin habe nämlich stets betont, wie wichtig das
Vereinsleben in Messen sei. Dies habe die Musikgesellschaft immer zu spüren bekommen.

Ausserdem wurden die Gemeinderatsmitglieder Nadja Minnig und Rolf Siegenthaler verabschiedet und verdankt. Aufgrund der Verkleinerung des Gemeinderates rückt trotz drei Zurücktretenden nur eine Person nach, nämlich Sandra Nussbaumer. Noch werden aber zwei Ersatzgemeinderäte gesucht. «Wir hatten noch nie so grosse Mühe, Leute zu finden», sagte Marianne Meister. Besonders verdankt wurde der Inventurbeamte Christian Aeschbacher, der sein Amt über fünfzig Jahre lang ausübte. «Er könnte Bücher füllen mit Geschichten, hat aber stets im Stillen und mit absoluter Diskretion gearbeitet», sagte Marianne Meister in ihrer Laudatio.

Bucheggberg bald ohne Post?

Ausserdem teilte Marianne Meister mit, dass man um die Post in Messen kämpfe. Diese habe den Status «Zu überprüfen». «Diesen Status kennen wir von anderen Gemeinden», erklärte Marianne Meister, und eigentlich bedeute er so viel wie: «Wir schliessen diese Poststelle, aber haben es euch noch nicht gesagt.» Über dieses Vorgehen der Post sei man überhaupt nicht glücklich, insbesondere weil in Messen die letzte Post des ganzen Bezirks Bucheggberg stehe.

«Die nächste Post wird dann vermutlich Lyss sein», denn Bätterkinden drohe dasselbe Schicksal wie Messen. «Wir tun, was wir können», versicherte Marianne Meister und wies darauf hin, dass sie einen detaillierten Brief verfasst habe, auch unterschrieben von den Gemeindepräsidenten des Bucheggbergs. Ausserdem stehe man in Kontakt mit der Regierung und sogar mit Bundesbern. Man suche nach Lösungen. Auf welchen Zeitpunkt hin die Post dann allenfalls eine Schliessung plane, sei nicht bekannt.

Erfolgreiche Rechnung

«Alle Jahre wieder», sei man versucht zu sagen – so kommentierte der baldige Gemeindepräsident und Ressortleiter Finanzen Bernhard Jöhr das Rechnungsergebnis. Einem vorsichtigen Budget mit kleinem Defizit stehe einmal mehr ein fantastisches Ergebnis gegenüber. «Dieses Ergebnis ist aber von Faktoren beeinflusst, die tatsächlich nicht planbar waren», so Jöhr.

Finanzverwalter Géo Voumard betonte, dass drei einmalige Sondereffekte zum guten Ergebnis beigetragen hätten. Zum einen konnte der Schulverband Bucheggberg wesentlich besser abschliessen, zum anderen sind noch Beiträge an die Lehrerbesoldungen für das Jahr 2015 eingegangen, und ausserdem habe man 225'000 Franken in Form eines einmaligen Steuerertrags für das Jahr 2015 erhalten.

Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 997'577 Franken vor Gewinnverwendung, sodass über 600'000 Franken zusätzliche Abschreibungen getätigt werden konnten. Das Eigenkapital steigt auf 3,36 Millionen Franken an, und dank dem guten Ergebnis konnte die geringe Pro-Kopf-Verschuldung von 506 Franken in ein Pro-Kopf-Vermögen von sechs Franken pro Einwohner umgewandelt werden.