Monatelang haben sie geübt, die Bewohner des Wohnheims «Kontiki» in Subingen. Sie bereiteten sich auf die Weihnachtsfeier vor. Denn wie jedes Jahr führten die körperlich und geistig behinderten Erwachsenen vor rund 220 Angehörigen und Gästen ein Theater vor. «Es herrschte eine grosse Vorfreude für den Anlass», sagt der Institutionsleiter Oscar Schmid. Die Bewohner hätten sich das Datum erstaunlich gut gemerkt. «Am Freitag dem vierzehnten Dezember ist es soweit», hätten viele Bewohner freudig gesagt.

Das Theater handelte von zwei Freunden, die sich mit einem Boot auf die Suche nach Hoffnung machten. Das von Musikstücken begleitete Theater wurde vom Musikverantwortlichen des Wohnheimes geschrieben. Das Hauptlied des Theaterstückes war das «Kontiki-Lied» unter dem Motto: Wir sitzen alle im gleichen Boot. Und die Moral von der Geschichte: Die Hoffnung findet man nur bei sich selber.

Die Festtage sind ein wichtiger Bestandteil in Solothurner Institutionen. «Wir pflegen diese Zeit intensiv», sagt Oscar Schmid. Am Heiligabend werden alle Bewohner des Wohnheims gemeinsam ausgiebig zu Abend essen und anschliessend Weihnachtslieder singen. Auch an Silvester wird es ein feierliches Menü im Speisesaal geben. Dabei nehmen die einzelnen Bewohner die Feierlichkeiten anders wahr. «Die geselligen Bewohner blühen auf, die weniger Geselligen kommen einfach essen und gehen wieder in ihre Wohngruppe», sagt Schmid. «Das Ganze ist zwanglos. Jeder nimmt, was er braucht.»

Wertvoll für die Sinne

«Die Adventszeit ist pädagogisch sehr wertvoll», sagt Corrine Jäggi, Leiterin des Internats des Blumenhaus Buchegg. Der Samichlaus kam bei den Kindern des Internats vorbei, um seine wichtigen, erzieherischen Botschaften weiterzugeben. Das gegenseitige Wichteln förderte den Gedanken, einander eine Freude zu machen und aneinander zu denken. Aber auch für die Sinneskanäle der Kinder sei die Adventszeit wichtig: Teig kneten, die Düfte beim Guetzlibacken, Lieder singen und hören. «Den Kindern soll eine positive Erinnerung an die Weihnachtszeit bleiben, damit sie sich auf nächstes Jahr freuen können», sagt Jäggi.

Die leicht behinderten Kinder haben für das Personal Guetzli und Kuchen gebacken. «Sie sind so stolz, wenn sie den Angestellten eine Freude machen können. Sie sehen die Wirkungen ihres Handelns.» Auch für die starkbehinderten Kinder sind die Festtage wertvoll. Man sehe ihnen die Freude an, wenn sie ein Geschenk erhalten. «Eine zuckende Bewegung, ein Lächeln, ein Freudenschrei», beschreibt Jäggi die Reaktionen. Silvester wird im Blumenhaus auch gefeiert. Mit einem Glas Rimuss wird auf das neue Jahr angestossen. «Die fitteren Kinder können bis Mitternacht aufbleiben und im Garten feierlich einen Zuckerstock anzünden», sagt Jäggi.

Persönliche Geschenke

Auch das Altersheim Ischimatt in Langendorf hat die Vorweihnachtsfeier hinter sich. Am 21. Dezember fand eine Weihnachtsfeier statt. Dabei erhielt jede Bewohnerin und jeder Bewohner ein persönliches Weihnachtsgeschenk vom jeweiligen Bezugspfleger. Diese kennen die Altersheimbesucher und ihre Vorlieben. «Sei es ein Kreuzworträtselheft oder ein Buch», sagt Daniel Aeschlimann, Leiter des Altersheims. So wird jedem Bewohner individuell eine Freude gemacht. «Die Leute sind ein bisschen nervöser in dieser Zeit, da sie mehr Besuch haben», beschreibt Aeschlimann die Stimmung über die Festtage. Auch das Arbeitsklima sei anders.

«Es herrscht eine feierliche Atmosphäre.» Das Altersheim wurde mit zwei Weihnachtsbäumen geschmückt. Auch Silvester wird gefeiert, aber dies werde im kleinen Rahmen und in den einzelnen Abteilungen organisiert. «Jede Abteilung ist wie eine kleine Familie», sagt Aeschlimann. «Es gibt vereinzelte Leute, die auf bleiben bis Mitternacht», sagt Aeschlimann. Am darauffolgenden Tag, dem 1. Januar, wird ein Neujahrskonzert stattfinden. Und dann heisst es wieder sich auf die nächsten Festtage zu freuen.