Lüsslingen-Nennigkofen

Eine weitere Arztpraxis könnte verschwinden

Gehören die Sprechstunden im Bürgerhaus bald der Vergangenheit an?

Gehören die Sprechstunden im Bürgerhaus bald der Vergangenheit an?

Noch immer ist kein Nachfolger für die Praxis von Hausarzt Josef Wyser in Lüsslingen-Nennigkofen bekannt. Sollte sich niemand für das Haus melden, würde es umgenutzt werden.

2013 schloss Fredy Emch seine Arztpraxis in Hessigkofen. Vor einem Jahr wurde die Sprechstunde in Hessigkofen aufgehoben. Nun droht der Bucheggberg eine weitere Praxis zu verlieren. Ende Jahr geht der Hausarzt Josef Wyser in Nennigkofen in Pension. Damit könnte es im Bucheggberg mit der Gruppenpraxis in Messen bald nur noch ein Angebot für Allgemeinmedizin geben. In Lüsslingen-Nennigkofen ist man zwar bemüht, für Josef Wyser im Bürgerhaus eine Nachfolge zu finden. Doch die Inserate brachten bisher nicht den gewünschten Erfolg.

Allerdings gibt man die Hoffnung noch nicht auf. Ein Arzt aus Deutschland zeigte Interesse. Kürzlich schaute er sich das Haus an, das der Gemeinde gehört. «Wir haben bis jetzt allerdings keine Rückmeldung erhalten», sagt Gemeindepräsident Herbert Schluep. Falls der Arzt sich für Nennigkofen entscheidet, würde er seine Praxis erst im kommenden Mai eröffnen. «Bis dahin haben sich viele Leute natürlich schon nach einem anderen Arzt umgeschaut», gibt Schluep zu bedenken. Er könnte in diesem Fall nicht die gesamten Patienten übernehmen, sondern müsste sich teilweise einen neuen Stamm aufbauen.

Falls sich keine Nachfolge für Doktor Wyser findet, würde das Haus umgenutzt. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend beschlossen, die Liegenschaft ebenfalls für Wohn- oder Gewerbenutzung zur Miete auszuschreiben. In diesem Fall müsste eine Küche eingebaut werden. Allenfalls müsste man sich gar einen Verkauf überlegen. Schluep hofft aber nicht, dass es so weit kommt. «Das Haus ist für die Gemeinde ein bedeutendes Kulturobjekt.»

Hosteten aufwerten

Das Doppeldorf verfügt über wertvolle Hosteten. Mittels einem Naturkonzept sollen diese aufgewertet werden. Deshalb geht die Gemeinde mit den Bauern eine Vereinbarung zur Pflege der Hochstammbäume ein. Diverse Sorten, darunter viele alte Bäume, stehen zur Auswahl und werden durch die Gemeinde abgegeben. Diese pflegt die Bäume für drei Jahre, danach sind die Besitzer verantwortlich.

In einem ersten Schritt sind es 23 Vereinbarungen. «Die Idee ist, dass keine Pflanzenschutzmittel gespritzt werden», informierte Doris Weyeneth. Dieses Jahr könnten aber noch keine Bio-Bäume abgegeben werden, da die entsprechende Baumschule in Noflen bei einem Hagelwetter in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Neues Heim für Asylsuchende

Garstig ist es derzeit für die Asylsuchenden im Dorf. Die Container beim Bahnhof, in dem sie untergebracht sind, sind in einem schlechten Zustand. Kürzlich sind zudem der Kochherd und der Backofen ausgestiegen und der Boiler ist defekt. «Die Unterkunft ist nicht wintertauglich», berichtete Franziska Kopp. Brigitte Rohrbach schob nach, dass die Behausung jeden Moment zusammenbrechen könne.

Man sollte nicht mehr in eine Sanierung investieren, zumal eine Alternative auf dem Tisch liegt. In einer Liegenschaft neben dem Schulhaus, die derzeit als Malatelier genutzt wird, steht eine Wohnung zur Miete. Diese verfügt über dreieinhalb Zimmer. Küche und Bad sind funktionstüchtig, wusste Herbert Schluep. «Sie wäre ab sofort verfügbar.»

Am Freitag soll sie unter die Lupe genommen werden. Im Idealfall könnten die Asylsuchenden bereits im Dezember dort einziehen. «Es ist eine gute Lösung», findet Brigitte Rohrbach, zumal der Standort zentraler gelegen sei als die Container beim Bahnhof.

Inseli: Beschwerde zurückziehen

Finanzverwalterin Béatrice Marti informierte über das Gemeindebudget von kommendem Jahr. Dieses sieht ein Defizit von 246 000 Franken und Investitionen von 434 000 Franken vor. Der Steuerfuss soll auf 120 Prozent belassen werden. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung am 8. Dezember.

Beschlossen hat der Rat zudem, voraussichtlich auf eine Beschwerde gegen das Bauvorhaben der Familie Antener auf dem Aare-Inseli zu verzichten (wir berichteten mehrfach). Zwar sei das eingeforderte Parkierungs- und Verkehrskonzept noch immer nicht ausgereift. Der Familie wurde nun erneut eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um ein professionelles Konzept einzureichen. «Danach ziehen wir die Beschwerde zurück», sagt Gemeindepräsident Schluep.

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