Luterbach

Eine Stellvertretung für die Schulleitung muss her

Der Gemeinderat befasste sich mit einer Stellvertretung für die Schulleitung. Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat befasste sich mit einer Stellvertretung für die Schulleitung. Hanspeter Bärtschi

Die Gemeinderatskommission beschloss provisorisch die Einrichtung einer Feuerwehr-Tagesalarmgruppe und genehmigte die Stellvertretungsregelung für die Schulleitung.

Die Aufgabenbereiche der Schule und insbesondere diejenigen der Schulleitung haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. «Sie sind vielschichtig und in unserem heutigen gesellschaftlichen Umfeld sehr anspruchsvoll geworden», zählte Schulleiterin Katrin Kurtogullari-Rentsch die zahlreichen, von ihr betreuten Verantwortlichkeiten auf. Um die Sicherheit für das Funktionieren des Luterbacher Schulwesens im Fall von Krankheit und etwa Unfall ihrer Person zu garantieren, beantragte sie beim Gemeinderat die offizielle Einsetzung einer Schulleitungsstellvertretung, die laufend über alle Dossiers informiert ist und auch in heiklen und sensiblen Situationen kompetent entscheiden könne. Die Schule Luterbach ist in der glücklichen Lage, dass zum 49-köpfigen Lehrkörper inklusive der weiteren sechs Mitarbeitenden drei bereits ausgebildete Schulleitungspersonen gehören. Mehrkosten entstünden in Höhe von rund 8000 Franken jährlich, womit die erwarteten, zusätzlich zur Lehr- und Stellvertretertätigkeit nötigen 5 Stellenprozente abzudecken wären.

5 Prozent mehr in der Kritik

Gemeindepräsident Michael Ochsenbein ergänzte den Antrag, dessen Stossrichtung ihm schon längere Zeit bekannt sei. «Die Frage nach Stellvertretung ist bei allen Chefpositionen wichtig und in besonderer Dimension in der Schulorganisation.» Nicht ganz zufrieden mit einem einfachen Durchwinken des Antrags waren die Gemeinderäte Jürg Nussbaumer, Hanspeter Schläfli und Urs Rutschmann, die sich an der Pensenerhöhung um 5 Prozent mit Kostenfolge stiessen, auch weil sie nicht in die ordentliche Budgetberatung eingebracht wurde. Sie argumentierten, da es sich ja zumeist um Tagesgeschäfte handle, könne doch beispielsweise Bildungsressortleiterin Claire Fischer in die Stellvertretung eingebunden werden. In den Voten von Hans Rothenbühler und Kurt Hediger kam zum Ausdruck, dass der «Karren», also die Schule wie ein gut geführtes KMU zu jedem Zeitpunkt weiterlaufen müsse, auch wenn die Spitze – aus welchen Gründen auch immer – mal abwesend sei. Offenbar aber überzeugten die Gründe, denn die Stellvertretungslösung, die zum Beginn des Schuljahrs im August 2018 greifen wird, genehmigte das Ratsgremium schliesslich einstimmig.

Als «Standardgeschäft» wurde die Leistungsvereinbarung 2018 bis 2021 des Volksschulamtes mit der Gemeinde Luterbach einhellig verabschiedet. Unüberhörbar stand indes die Frage im Raum, ob durch diese, im Schulgesetz vorgegebene engmaschige Begleitung die Schul- und Unterrichtsqualität vor Ort tatsächlich verbessert werde. Einverstanden war das Gremium auch mit der durch Katrin Kurtogullari erläuterten Anpassung der Blockzeiten in der Schule. Künftig beginnt der Unterricht für Kindergarten und 1./2. Klassen 18 Minuten früher um 8 Uhr und dauert bis 11.50 Uhr. Die Jugendlichen der 3. bis 6. Klassen bleiben vormittags in der Schule von 7.5O bis 11.50 Uhr.

Die Neuausstattung der Schulzimmer nach dem Neu- und Umbau Primarschule kostete rund 84'000 Franken.

Hilfe aus dem Nachbardorf

Wie in vielen Gemeinden stellt sich auch in Luterbach das Problem, dass Feuerwehrmitglieder nicht mehr im Dorf arbeiten und deshalb nicht mehr kurzzeitig einen Ersteinsatz durchführen können. Deshalb unterstützte die Ratskommission – provisorisch stellvertretend für den grossen Gemeinderat – die ab Jahresbeginn 2018 gültige Vereinbarung mit der Feuerwehr Deitingen. Dort arbeiten immerhin noch 15 Angehörige im Dorf. Die neue «Tagesalarmgruppe» bezeichnete der Rat als «Win-Win-Situation».

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