«Brigitta Knörr, Deine Bäuerin» verkündet ein Plakat des Schweizer Bauernverbandes. Die Bäuerin aus Lüsslingen-Nennigkofen ist Teil der aktuellen Plakatkampagne der Schweizer Bauern. In den Städten sollen die Plakate eine Verbindung zu den Produkten der Schweizer Bauern herstellen. Vermittler sind sechs Auserwählte, je drei Bäuerinnen und Bauern, darunter eben Brigitta Knörr. Und es wirkt: «Ich habe schon einige Reaktionen erhalten von Bekannten, die in Zürich, Bern oder Winterthur mein Plakat gesehen haben», erzählt die Bäuerin auf dem Eymatthof.

Dort, weitab vom Dorf, begrüsst schwanzwedelnd der Hofhund den Gast, daneben schnattert eine Gans lautstark, Kälber strecken ihre rosa Schnauze durch die Abschrankung und zwei Ponys schauen treuherzig. «Dieses Leben, fernab vom Schuss, liebe ich. Ich bin auch so aufgewachsen. Ich habe aber nie das Gefühl, hier sei ich einsam.» Kontakt mit der Dorfbevölkerung pflegt sie als Mitglied von Vereinen. Sie turnt und nimmt an den Aktivitäten der Landfrauen teil. Ihr Aufgabenbereich auf dem Hof sind die Kleintiere. Neben den bereits erwähnten trifft man noch Schafe, Ziegen, Hasen, Hühner und Katzen auf dem Eymatthof an. Ihr Mann Jürg Knörr kümmert sich um die 40 Kühe im Stall und den Ackerbau. Weizen, Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln und Silomais werden angepflanzt.

Für die Fotosession auf einem Bauernhof sollten die Imageträger ihre Arbeitskleidung mitnehmen. Die quirlige Brigitta Knörr, auf einem Bauernhof in Niedergösgen aufgewachsen, nahm ihre Schürze, Getreidegarben und einen Sack Mehl mit. Denn sie backt auch gerne Brote und Kuchen für den Hofladen oder auf Bestellung. Neben dem alten Holzofen mit einer kleinen Sitzbank im Wohnzimmer, der vor allem in der Übergangszeit angefeuert wird, steht eine Teigrührmaschine. Und draussen im kleinen Schopf gegenüber der Eingangstüre wartet ein Holzbackofen darauf, gefüllt zu werden.

«Ich war schon als Kind sehr aktiv», sagt die 47-jährige Mutter von vier Kindern zwischen 15 und 22 Jahren. 2010, als das jüngste 7 Jahre alt war, meldete sie sich für die Landfrauenküche des Schweizer Fernsehens an. «Ich habe die Sendung immer gerne geschaut und dachte, wir sind auch ein Betrieb, den man vorstellen könnte.» Mit der Landfrauenküche wurde sie bekannt.

Brigitta Knörr serviert zum Abschluss ihres Essens einen Kaffee

Brigitta Knörr serviert zum Abschluss ihres Essens einen Kaffee

Das Engagement im Fernsehen brachte einen Sommer lang Unordnung in ihr bisheriges Leben. «Es war ein Riesenerlebnis. Ich war an bisher unbekannten Orten wie im Toggenburg. Ich hatte das Gefühl, da kann ich wirklich mal etwas für mich machen.» Neider waren nicht weit. «Die ist mediengeil, wurde gesagt, aber das kümmerte mich wenig. Neider gibt es immer.»

Beim Bauernverband kannte man sie bereits, sei es von der Landfrauenküche oder von weiteren Anlässen, als man sie für die Plakatkampagne anfragte. Jetzt sieht man eine strahlende Brigitta Knörr, gekleidet in die Schürze, wie sie in die Hände klatscht und dabei Mehl aufstäubt. «Es wurden unzählige Fotos gemacht. Der Fotograf war ein aufgestellter Typ und ich musste viel lachen. Aber das ist genau das, was er wollte.»

Zur Kampagne gehört auch ein Video sowie im Internet eine Beschreibung des Hofs. Brigitta Knörr gibt nicht nur ihr Gesicht für die Kampagne, sie erlaubt auch einen Blick in ihr Leben. «Ich kann total dahinterstehen, das ist mein Leben. Da ist nichts Aufgesetztes.» Und vielleicht ergibt sich auch für den abgelegenen Eymatthof ein Profit, etwa mit einer Hofbesichtigung oder mit der Ausrichtung eines Events.

Zur Plakatkampagne gehört ein Wettbewerb. Informationen dazu finden Sie hier.