Seit je führt die frühere Sonderschule samt Kinderheim Kriegstetten, die in das Zentrum für Sonderpädagogik (ZSPK) umbenannt ist, berührende Weihnachtsspiele in der Turnhalle auf. «Wir setzen diese Tradition mit grosser Freude fort, weil es sich um ein für Heranwachsende und Lehrpersonen anspruchsvolles Projekt handelt, das uns allen Zusammenhalt verleiht», sagte Corinne Meier, Schulleiterin im ZSPK. Der Gewinn für alle Mitwirkenden sei greifbar und sichtbar, der Erfolg des gelungenen Theaters mache stolz, und für Kinder und Jugendliche wirke Bühnenspiel wie eine Lebensschule.

Modernere Texte

Die Verantwortlichen um das Regieteam Andi Schmid und Sascha Schenk sowie «Musikus» Walter Iten haben aus den Schularchiven ein altes Stück ausgegraben. Dieses haben sie mit moderneren Texten gemäss der biblischen Erzählung um die Geburt des Jesuskindes, erneut rassigen Liedern für den Schulchor und der ansprechenden Überleitungs- und Pausenmusik für das Hausorchester versehen.

Die in viele Szenen gegliederten Bühnenauftritte, in denen die Geschichte um Maria und Josef, die Geburt des Jesuskindes im Stall in Bethlehem, die Beteiligung von Hirten, Engeln und den drei Weisen aus dem Morgenland so plastisch berichtet wird, sind Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den Werklehrerinnen (Ausstattung) und den Lehrkräften.

Angezogen vom leuchtenden Stern, der zur Krippe mit dem neugeborenen Jesuskind führt, brachten die drei Könige mit Myrrhe, Gold und Weihrauch in der damaligen Zeit kostbare Geschenke. Sie kehrten aber nicht mehr in den Palast von König Herodes zurück, weil sie um die Sicherheit des Kindes zu fürchten begannen.

Antike Form der Volkszählung

Mit gesprochenen Zwischentexten machten Jugendliche auf die nachfolgenden Ereignisse im Bühnenspiel aufmerksam. So erinnerte man sich an die antike Form der Volkszählung, wie sie der römische Kaiser Augustus verordnet hatte. Alle Menschen waren gezwungen, an den Ursprungsort ihres Geschlechtes zurückzukehren. Deshalb musste Josef, der «vom Stamme Davids war», mit seiner schwangeren Frau Maria 120 Kilometer nach Bethlehem wandern, um sich hier zählen zu lassen.

Die vielen Menschen, «Touristen», wie es im Stück heisst, wurden zum Gewinn für die Händler. Schon um Christi Geburt gab es auf Märkten edle Erzeugnisse und Luxusprodukte, deren Preise wegen der deutlichen Nachfrage plötzlich ins Unermessliche stiegen. Eindrücklich im Spiel war, wie unter der Ankündigung durch den Engelschor und dem Ereignis der Geburt aus raubeinigen Naturburschen wie den Hirten Menschen werden, die erkennen, dass diese Nacht voller Wunder ist.

Das erste Mal

Eltern von neu aufgenommenen Schulkindern, aber auch der seit August tätige neue Institutionsleiter Ulrich von Känel liessen sich vom Stück bezaubern: Von allen Mitspielenden auf der Bühne, vom Schulchor, der so frisch singt, und von der Musik von Panflöte, Klavier, Gitarre und Rhythmusinstrument. Von Känel dankte allen Beteiligten für die grosse Arbeit, die für die Gesellschaft und insbesondere für die im ZSPK betreuten jungen Menschen wichtig sei.