Eine grosse Mehrheit der Selzacher Katholiken will die Kirche und den Kirchenturm sanieren. Das Resultat von Sonntag zeigt eine grosse Zustimmung in der katholischen Kirchgemeinde. Einzig die Stimmbeteiligung von 30,1 Prozent hätte sich Kirchgemeindepräsident Erwin von Burg höher gewünscht. «Ich hoffte auf 40 Prozent.» Aber die Stimmbeteiligung sei für Selzach eine durchschnittliche, weshalb er sich deswegen keine grossen Gedanken machen müsse.

Von den 936 stimmberechtigten Katholiken in Selzach stimmten deren 234 für die Sanierung. 46 sprachen sich dagegen aus. Der benötigte Bruttokredit für das Restaurierungsprojekt beläuft sich auf 2,930 Millionen Franken. «Das ist ein positives Ergebnis. Wir können mit der Sanierung starten», freut sich der Kirchgemeindepräsident.

Gemeindebeitrag ausstehend

Nicht äussern will sich Erwin von Burg zur Diskussion über den Beitrag der Einwohnergemeinde Selzach für die Sanierung. Die entsprechende Anfrage wurde im Gemeinderat kurzerhand zurückgestellt, nachdem der erste Wunsch der Kirche und das erste Angebot des Gemeinderates noch weit auseinanderklafften. Man wolle diese Frage nach der Abstimmung diskutieren, so der Gemeinderat, um nicht den Entscheid der Kirchgemeinde zu beeinflussen.

«Der Gemeinderat muss nun diese Frage entscheiden. Ich hoffe, dass dann an der Rechnungsgemeindeversammlung über einen Beitrag der Einwohnergemeinde an die Sanierung entschieden wird», erklärt Erwin von Burg. Die Chancen beurteilt er als gut, dass die Katholiken einen ansprechenden Beitrag erhalten. «Wenn die Mehrheit der positiv gesinnten Katholiken die Gemeindeversammlung besucht, dann wäre das kein Problem.»

Aufwendige Arbeiten

Die Kirche Mariä Himmelfahrt ist eine der wenigen im Mauerbestand noch erhaltenen spätgotischen Kirchen des Kantons. Am Standort der heutigen Kirche gab es bereits mindestens zwei Vorgängerkirchen. Der heutige Turm stammt aus dem Jahre 1457 und die an den Turm angebaute Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem Jahre 1514. Zu den prächtigen neugotischen Ausstattungselementen gehören der Hauptaltar, das Ewiglicht, der Leuchter sowie der Taufstein.

Die Gestaltung des Kircheninnern ist auf eine Renovation in den Jahren 1867/68 zurückzuführen. Damals erhielt die Kirche eine vollständig neue Ausstattung, zu der unter anderem drei Altäre gehörten. Ein grosser Teil dieser neugotischen Elemente wurde allerdings im Rahmen einer weiteren Renovation im Jahre 1976 wieder entfernt. So auch die beiden Seitenaltäre, die bis heute nicht restauriert wurden.

Saniert werden muss der 1923 gebaute Glockenstuhl aus Stahl, der stark rostet. Um die Kunstverglasung der Kirchenfenster vor der Witterung zu schützen, ist eine äussere Schutzverglasung notwendig. Das Eingangspodest unter dem Vordach der Kirche muss komplett ausgebaut, teilweise ersetzt und auf neue Fundamente verlegt werden.

Dabei wird das Niveau angehoben, um einen hindernisfreien Haupteingang zu erhalten. Zudem müssen die stark verschmutzten Oberflächen im Schiff und im Chor gereinigt und neu gefasst werden. Im Rahmen des Restaurierungsprojektes werden auch die beiden Seitenaltäre restauriert.
Für das Restaurierungsprojekt sind bereits diverse Beiträge zugesichert oder in Aussicht gestellt worden. Noch fehlen aber 1,3 Millionen Franken.