Eigentlich erwartet man unter dem Geschäftsnamen «Zuckerstück» eine Confiserie mit lauter süssen Sachen. «Da haben Sie recht», lacht «Zuckerstück»-Inhaberin Sabine Heusler. Sie habe tatsächlich als Jugendliche eine Lehre als Confiseurin absolviert, danach das Handelsdiplom gemacht und etliche Zeit auf dieser Basis beruflich gearbeitet.

Doch in ihr habe seit Kindertagen der Wunsch geschlummert, sich kreativ zu verwirklichen. Zudem habe sie sich in all den Jahren immer den Traum von einem eigenen Laden bewahrt. Seit dem 24. November 2012 gibt es also das «Zuckerstück» an der Hauptstrasse 34, ebenerdig im gleichen Gebäude wie die Regio-Bank und direkt benachbart mit dem Wollspezialgeschäft «casalana».

Zauberhafte Aufmachung

Wer zu Sabine Heusler ins «Zuckerstück» kommt, ist fasziniert von Farben und der Vielfalt des Angebots. Man könnte sich wie in einen Spielzeug-Kaufmannsladen versetzt fühlen, so hübsch ist ihr gesamtes Sortiment in weissen Regalen und auf Tischen präsentiert. Ins Auge springen die mindestens 600 ordentlich übereinander geschichteten Stoffballen in allen modischen Kolorierungen, Mustern und Qualitäten.

Lust zum Kauf macht die kleine Geschenkabteilung mit Schmuck, Taschen, saisonal inspirierten Dekorationen, Accessoires und Geschirr internationaler Hersteller. Die übersichtliche Mercerie-Ecke beinhaltet alles, was die Hobby-Schneiderei an Hilfsmitteln wie Fadenrollen, Nadeln, Bänder usw. braucht. Dazu erhält der Kunde die Beratung von Fachfrau Sabine Heusler gleich gratis mit Tricks und Tipps dazu.

Beratung muss sein

Im hinteren Teil ihres Ladens hat die junge Unternehmerin ihr Näh-Atelier eingerichtet, in dem sie hübsche, individuelle Bekleidung herstellt, die eben nicht beim Grossanbieter zu haben ist. Von Änderungsaufträgen, die sie zu Beginn ihrer Geschäftstätigkeit ebenso wie die Veranstaltung von Nähabenden durchführte, habe sie sich inzwischen aus Zeitgründen getrennt, weil dies insgesamt zu aufwendig sei und mehr Platz beanspruche als im Laden vorhanden ist . Doch wer gerne ein Modell ihrer Klein-Kollektion in anderem Material produziert haben wolle, ist bei ihr in guten Händen.

Sechs Jahre hält sie ihrem Standort in Biberist bereits die Treue und hat inzwischen einen gewissen Kundenstamm gewonnen. «Ich gehe gerne auf meine Kundschaft ein, die auch einen online-Blick auf mein Sortiment werfen kann.» So ergibt es sich, dass Interessierte aus der Nähe aber auch von weiter her wie etwa Thun oder Luzern bei ihr einkaufen, weil sie eben diesen oder jenen gesuchten Artikel führt.

In der Atmosphäre ihres Ladens aber auch in ihrer Sachkunde und dem verständnisvollen Eingehen auf Kundin und Kunde sieht sie ihr deutliches Plus dem Online-Handel gegenüber. «Stoffe muss man doch einfach befühlen können, ob sie sich eignen und auch hautverträglich sind», bekräftigt Sabine Heusler den für den Kaufentscheid wichtigen eigenen Eindruck. Zudem seien Farben in der Internet-Bildreproduktion häufig nicht identisch.

Das Ein-Frau-Unternehmen

Um so an der Handelsfront dauerhaft bestehen zu können, muss man ideenreich und vor allem fleissig sein. «Ich bin in meinem Laden als Single-Kraft Beraterin. Verkäuferin, Einkäuferin, Logistikerin, Buchhalterin und natürlich auch meine eigene Raumpflegerin», zählt sie augenzwinkernd auf. Aber ihren Wunsch nach einem eigenen, persönlich gestalteten Geschäft in die Tat umgesetzt zu haben, mache sie zufrieden und glücklich.

www.das-zuckerstueck.ch