In den letzten Wochen ist die mongolische Jurte mit Plexiglaskuppel, wetterdichter Aussenverkleidung und einem Durchmesser von sechs Metern in einem Garten der Mühledorfer Kernzone fertiggestellt geworden. Ein wahres Schmuckstück ist der darin verlegte, die Mitte zentrierende Holzboden, der die räumlich-sinnliche Atmosphäre aus gemütlich brennendem Holzofen, Teeduft, Sitzmöbel und vielen, ringsum liegenden Instrumenten verstärkt, die aus aller Welt stammen.

Die Kindergärtnerin Judith Kläy Akpatsa, die in der Region von eigenen Konzertauftritten, als Sängerin MamjuLay in unterschiedlichen Bandformationen und vor allem durch die perkussive Begleitung des Gospelchors Biberist-Gerlafingen bekannt ist, will sich hier in diesem multifunktional gestalteten Raum einen Lebenstraum erfüllen. «Jetzt bin ich nach wirklich erheblichem, auch finanziellem Aufwand berührt und dankbar.».

Sagt’s und klettert mit einladender Bewegung in ihre «Jurte zur Klangquelle». Mit Unterstützung der Mitglieder aus dem Jurten-Dorf auf dem Napf konkretisierte sie seit einem Jahr ihre Idee, die in der örtlichen Baubehörde und in ihrer Nachbarschaft auf Wohlwollen stiess. Die erteilte Bewilligung gilt vorerst für eine temporäre Nutzung.

«Alles muss noch wachsen»

Judith Kläy Akpatsa lebt mit Herzblut und Engagement für Musik, aber auch für Menschen. «Aber alle meine Pläne stecken noch in den Anfängen und müssen geruhsam wachsen», sagt sie und schliesst somit vorerst eine gewerbliche Nutzung der eigenen Jurte aus.

Als Interpretin, die mit erdig-tiefer Stimme einen Stilmix aus Folk, Pop, Soul und «Worldmusic» pflegt, hat sie sich mehrheitlich autodidaktisch das Spiel auf Instrumenten wie Gitarre, Klavier, Flöten, dem «Hang» als Teil der Steel-Klangfamilie, der zehnsaitigen afrikanischen Jägerharfe sowie weiteren Klang- und Perkussionsinstrumenten beigebracht.

In ihrem so benannten «Begegnungsort Jurte» könnten sich, wie sie sich das ausmalt, Menschen aller Altersstufen treffen, die verbunden sind im Wunsch zur eigenen Weiterentwicklung. «Und gerade in der Musik stehen uns unglaubliche Möglichkeiten zu heilender Gesundung, zur Arbeit an Körper und Seele und zum Genuss der Klangwelten zur Verfügung», weiss sie aus vielfältiger Anwendung.

Mit der Förderung und der Erfahrung der «ur-eigenen» Stimme möchte sie ihren Besucherinnen und Besuchern einen Weg zu persönlich wichtiger Bodenhaftung und zur Verbundenheit zum Leben vermitteln.

Der Ferienpass kommt

Kinder, die in den kommenden Sommerferien am Ferienpass Bucheggberg teilnehmen, werden in der «Jurte zur Klangquelle» eine musikalische Märlireise oder einen zur eigenen Lied-Komposition anregenden «Sang-Klang-Groove» unternehmen.

Wie ansteckend improvisierendes Musizieren etwa in Circle-Songs wirken kann, erlebt die Mutter einer zwölfjährigen Tochter immer wieder an unterschiedlichsten Orten – auch während ihrer zurückliegenden, mehrmonatigen Reise durch Westafrika. «Ich stamme aus einem offenen Elternhaus, das mir nie irgendwelche Steine bei der Erkundung von Neuland in den Weg legte», bekräftigt sie als in Ausbildung befindliche Begleiterin von Ritualprozessen.