Seit 2014 hat sich ein kleiner Verein in Biezwil ganz der Natur und ihrer Vielfalt verschrieben. Sie nennen sich «Biezwiesel» – in Anspielung an das in Biezwil auch schon gesichtete Wiesel – und haben sich zum Ziel gesetzt, in der beschaulichen Bucheggberger Gemeinde bestehende Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu pflegen und zu erweitern.

Die Idee dazu sei quasi während eines Hundespaziergangs entstanden: «Da haben wir uns gedacht, dass die Landschaft eigentlich ziemlich langweilig aussieht», erklärt Gabi Siegenthaler. Ihr Partner Herbert Nagl ergänzt, dass sie zudem alte Fotos gesehen hätten, welche zeigten, wie es in Biezwil vor rund 150 Jahren aussah.

Zuerst keine Freude

«Da dachten wir uns, dass wir etwas ändern müssen», so Nagl. Zusammen mit ihren Nachbaren, dem Ehepaar Verena und Werner Isch, sei schliesslich der Verein «Biezwiesel» ins Leben gerufen worden. Um sich mit der Materie besser vertraut zu machen, so erklärt Nagl, haben er und Werner Isch zudem einen WWF-Kurs zur Biodiversität besucht. Das Schwierigste in der Startphase sei gewesen, die Bauern zu überzeugen. Denn zu Beginn wehte dem Verein vonseiten der Landwirte noch ein rauer Wind entgegen. «Sie fragten sich, wer zu den Hecken schauen wird und ob sie mit ihren Maschinen noch hindurch kommen», erklärt Siegenthaler. Aber mittlerweile, so ist Siegenthaler überzeugt, würden auch die Bauern ihre Arbeit zu schätzen wissen.

Am Anfang pflegte der Verein vor allem noch bestehende Hecken. Diese mussten in mühsamer Schwerstarbeit ausgelichtet werden. Das Resultat sei aber auch der Ansporn gewesen, um Neues zu schaffen. Seit gut zwei Jahren sind die «Biezwiesel» nun damit beschäftigt eine Wildhecke anzulegen. Diese erreicht nach acht Etappen inzwischen stolze 160 Meter. Sie soll aber nicht allein der Verschönerung der Landschaft dienen. Denn ein weiterer Grundgedanke hinter der Aktion ist es, den Tieren und insbesondere dem Wildwechsel eine Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Aus diesem Grund ist die Hecke auch nicht durchgehend, damit die Tiere hindurchschlüpfen können – und damit die Bauern ohne Probleme mähen können.

Hilfe vom Kanton

Die benötigten Pflanzen werden von der Abteilung Natur und Landschaft vom kantonalen Amt für Raumplanung zur Verfügung gestellt. Die Behörden stehen dem Verein zudem beratend zur Seite, wenn es darum geht, welche Pflanzenarten gesetzt werden sollen. Ausgerüstet mit dem eigenen Gartenwerkzeug und randgefüllten Wasserkannen zum Begiessen, machen sich die «Biezwiesel» frisch ans Werk. Innerhalb kürzester Zeit wurden die rund 100 Pflanzen am letzten Samstag in der Erde versenkt. «Inzwischen sind wir schon ziemlich routiniert», erklärt Siegenthaler zufrieden. Zur Belohnung gibt es für die fleissige Gruppe anschliessend ein feines Mittagessen bei Gabi Siegenthaler zuhause.

Auf die Stammgruppe, die sogenannten «Ur-Biezwiesel», wie sie Siegenthaler nennt, ist stets Verlass. Der harte Kern des Vereins, bestehend aus rund acht Personen, ist bei jedem Anlass mit von der Partie. Es gibt aber auch immer wieder weitere Freiwillige, die am Geschehen teilnehmen. So half letzten Samstag beispielsweise die kleine Tina mit, welche an diesem Tag acht Jahre alt wurde. «Sie wollte unbedingt dabei sein, damit die Hecke am selben Tag Geburtstag hat wie sie», sagte Siegenthaler. Aus diesem Grund wurde der neuste Abschnitt anschliessend liebevoll «Tina-Hecke» getauft. Auch von einer kompletten Schulklasse wurde der Verein vor einigen Jahren unterstützt. Dies sei eine wertvolle Naturerfahrung für die Schülerinnen und Schüler gewesen. Das Schöne daran sei aber zudem, so erklärt Siegenthaler weiter, dass sich die Kinder auch heute noch dafür interessieren würden wie sich die Pflanzen entwickeln.

«Noch nie hat es bisher an einem Anlass der ‹Biezwiesel› geregnet», sagt Siegenthaler. Das Anliegen des Vereins scheint somit unter einem guten Stern zu stehen. Ob Petrus den «Biezwiesel» auch in Zukunft wohlgesonnen sein wird, wird sich weisen. Ende des Monates, am 27. Oktober, findet bereits der nächste Aktionstag statt.