Bauen ist immer noch grösstenteils Männersache. Nicht so beim Regionalturnfest in Bellach. Dort liegt das Ressort Bau und Infrastruktur in den Händen von Corinne Blaser. Sie hat die letzten Tage fast ausschliesslich rund um das Kaselfeldschulhaus verbracht, wo die Infrastruktur für das Regionalturnfest, das morgen Freitagabend startet, aufgebaut wird. Kein Wunder, dass ihr Telefon alle paar Minuten klingelt.

Als gelernte Schreinerin, die in einer Familie mit Holzbaufachleuten aufgewachsen ist, liegt ihr das Bauen im Blut. Trotzdem dauerte es lange, bis sie zusagte, das Bauressort für das Turnfest zu übernehmen. «Ich war schon einmal Bauchefin bei den Kantonalen Meisterschaften im Vereinsturnen. Dieser Anlass war aber viel kleiner, als das Regionalturnfest», so Corinne Blaser zu ihrem anfänglichen Zögern.

Der Aufbau in Bellach beansprucht viel Zeit. Schon die Vorarbeiten waren zeitintensiv und in den letzten Tagen hiess es dauernd präsent sein und die Helfer vor Ort koordinieren und gezielt einsetzen. Als Ressortleiterin wird Corinne Blaser unterstützt von sechs Subressortleitern, die sich um den Bau der Zelte und sanitären Anlagen, den Zeltplatz, die elektrischen Installationen, die Logistik, die Anlagen für die Fachteste, die Leichtathletik und die Jugend sowie die Gymnastik, Team-Aerobic und die Gerätewettkämpfe kümmern.

Viel Goodwill

Viele der Arbeiten werden tagsüber erledigt. «Da sind Rentner im Einsatz und vor allem auch der Zivilschutz», so Blaser. Das Bellacher OK kann zudem vom Goodwill von lokalen Betrieben profitieren. So haben Lehrlinge der AEK den grössten Teil der Stromanlagen aufgestellt, und auch das Material wurde von der Firma gesponsert.

Die Marti Bau AG hat mit Containern und Kleinmaterial wie beispielsweise Schaufeln ausgeholfen. Die Kompostieranlagen lieferte Holzschnitzel. Auch Traktoren und ein Kehrichtfahrzeug werden zur Verfügung gestellt. «Ohne dies wäre der Aufbau nicht möglich», so Corinne Blaser. Für die drei Tage Regionalturnfest werde alles in allem Material für rund 100 000 Franken verbaut, schätzt die Bauchefin.

Material zusammensuchen

Der Aufbau des Festzeltes war das Einfachste für das Bellacher OK. Der Regen der letzten Tage hat die Arbeiten nicht begünstigt, aber auch diese Hürde war nicht allzu hoch. Mühe macht der Bau der diversen Wettkampfanlagen. «Da braucht es Unmengen von Material, die wir im ganzen Kanton zusammensuchen mussten.» Corinne Blaser ist froh, dass sie und ihre Leute sich in Messen beim letzten Organisator umsehen und umhören durften. «Wir konnten viel profitieren. Unsere Nachfolger werden einen Ordner erhalten mit einer Materialliste.»

$Und fügt an: «Im Seeland beispielsweise, steht das Material für ein Turnfest zur Verfügung. Wir mussten alles selbst organisieren.» Dabei war teilweise nicht klar, was es überhaupt braucht. «Irgendwann haben wir beispielsweise gemerkt, dass wir Lichtanlagen brauchen, weil die Wettkämpfe auch nach Einbruch der Dunkelheit noch laufen.» So habe man immer wieder Überraschungen erlebt und reagieren müssen. Dies sei ein Punkt, den das Bellacher OK im Nachgang des Turnfestes mit dem Kantonalverband diskutieren möchte.

Wenn das Turnfest startet, sind die Bauleute im Hintergrund schon wieder bei der Arbeit. «Wo ein Wettkampf fertig ist, brechen wir den Wettkampfplatz gleich wieder ab.» Bereits am Dienstag sollte alles wieder rückgebaut sein.

Alles bereit für ein Fest

Vorher aber soll in Bellach geturnt und gefestet werden. Der Zeltplatz steht bereit, ebenso die Wiesen, auf denen die Fachtests und die Wurfdisziplinen durchgeführt werden. Nicht fehlen dürfen neben dem Festzelt der Biergarten und die Bar. In den Hallen wird ebenfalls geturnt, der rote Platz wird für Hoch- und Weitsprung genützt. Schliesslich muss auch der Platz für die Gross- und Kleinfeldgymnastik und das Nationalturnen (Steinstossen und Steinheben) bereit stehen.

Zuschauerinnen und Zuschauer sind sowohl an den Wettkämpfen, als auch für den gemütlichen Teil willkommen.