Derendingen
Eine familiäre und fantasievolle Messe

Am Wochenende fand in den Gewölben des Global Warehouse die Gewerbeausstellung statt.

Peter Schläfli
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Stets beliebt an der «Gwärbi»: An den verschiedenen Ständen Wettbewerbe ausfüllen.

Stets beliebt an der «Gwärbi»: An den verschiedenen Ständen Wettbewerbe ausfüllen.

Peter Schläfli

Hoch hinaus wollte die Derendinger Feuerwehr mit ihrer 25 Meter langen Leiter, tief hinunter Heinz Tschanz, der passend in den Kellergewölben unter dem Global Warehouse mit der durch ihn gegründeten Tiefbaufirma das grabenlose Bohren, Pressen, Bersten und Rammen dem breiteren Publikum vorstellte. Zu einem Höhenflug setzte Gemeindepräsident Kuno Tschumi an, wenn er die Vorzüge des Grossprojekts «Emmenhof» erklären durfte. Vom feinen spanischen Wein über schöne Kleider bis hin zu Motorrädern und Solaranlagen gab es alles Mögliche zu sehen und auszuprobieren, und die vielen Besucher genossen das familiäre Ambiente der Derendinger «Gwärbi» 2018.

 Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi (r.) erklärt das Modell des Grossprojekts «Emmenhof».

Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi (r.) erklärt das Modell des Grossprojekts «Emmenhof».

Peter Schläfli

Rätselhafter Stand

Bei einem Stand war nicht klar ersichtlich, worum es eigentlich ging. «Das war auch meine Absicht», sagte Markus Zürcher, der mit seiner Firma «morphos» Beratungen und Coaching für verschiedene Bereiche anbietet und gleichzeitig Präsident des Derendinger Gewerbe- und Industrievereins ist. Wo Ratlosigkeit herrsche, da könne man ihn rufen, meinte Zürcher. «Mit meinem Auftritt kann ich nicht unmittelbar neue Kunden gewinnen. Es geht viel mehr darum, sich im Gespräch zu halten und bekannt zu bleiben.» Denn nur so funktioniere eine Gewerbeausstellung.

Warum die «Gwärbi» wichtig ist

Nicht ganz einfach ist die Wahl des Austragungsortes für eine Gewerbeausstellung: Wäre am Wochenende ein kühler Wind mit Regen dahergekommen, hätte man den Organisatoren gratuliert, weil sie in den Kellergewölben unter dem Global Warehouse die ideale Lokalität gefunden hatten. Nun war es aber Pech, dass die «Gwärbi» ausgerechnet an den beiden heissesten Tagen mitten in einer Schlechtwetterperiode stattfand. Aber die Aussteller klagten nicht. «In einem Festzelt wäre es stickig heiss», sagte Roland Sauser vom Modehaus Levy-Picard. Er bezeichnete die «Gwärbi» als enorm wichtig. Die Qualität der Kundenkontakte stufte er als sehr gut ein, «aber natürlich hätten die Frequenz etwas höher sein können.. Sauser sieht in Gewerbeausstellungen eine gute Möglichkeit für lokale Geschäfte, etwas gegen die Abwanderung der Kundschaft ins Internet zu unternehmen. «Unser bestes Verkaufsargument ist die hohe Qualität. Handel ist Wandel, wir müssen anpassungsfähig bleiben und uns immer wieder etwas Neues einfallen lassen.» (hps)

Der Aufwand, den die Aussteller betreiben, zahle sich erst mit der Zeit aus. «Man muss den Kopf aus dem Fenster halten, um gesehen zu werden, und man muss die Leute persönlich ansprechen.» Wie so ein Problem aussehen könnte, demonstrierte Markus Zürcher dann an seiner «Useless Box»: Wenn man diese einschaltet, dann öffnet sie sich, ein Motörchen fährt einen Stift heraus, die Box wird automatisch abgestellt und schliesst. «Der Arbeitsablauf ist perfekt, aber er führt uns an kein Ziel. So fühlen sich viele Menschen und Institutionen. Ich möchte helfen, Wege aus einer solchen Situation zu finden.»

Erste-Hilfe-Demonstration am Stand der Derendinger Samariterjugend

Erste-Hilfe-Demonstration am Stand der Derendinger Samariterjugend

Peter Schläfli

Tradition und Freundschaft

«Die Stimmung ist sehr gut, wir konnten interessante Gespräche führen und ich bin zufrieden», sagte Esther Speiser, die mit ihrem Familienbetrieb Bedruckungen aller Art, vom Kleidern bis zu den Autos, vorstellte. Kurt Jeker präsentierte sein Ferienheim Schrattenblick auf der Marbachegg, das er einst von der Einwohnergemeinde Derendingen gekauft hat und seither als Hobby betreibt. «Neue Kunden werde ich hier wohl nicht gewinnen, ich bin eher aus Tradition hier, schliesslich gehörte ich selber lange zum Organisationskomitee.» Und so traf man sich an den vielseitigen, mit viel Fantasie eingerichteten Ständen und stiess an – auf die Freundschaft und gute geschäftliche Beziehungen.