An der Einweihung des neuen Wohnheims für erwachsene Menschen mit einer Behinderung wurden viele Geschichten erzählt. «Meine Frau ist 50 Meter von hier aufgewachsen», sagte Nationalrat Philipp Hadorn. Sie sei sein Bezug zum Bucheggberg und zur Institution. «Ich finde es lässig, was man hier stemmen konnte.» Noch stärker verbunden mit dem Blumenhaus ist Künstlerin Veronika Medici. Sie sei schon als Baby ins Blumenhaus mitgeschleppt worden. «1943 wurden hier Flüchtlingskinder betreut.» Sie arbeitete später im Blumenhaus und baute die Schule auf. Sie weiss noch, dass an der kantonalen Abstimmung für die damaligen Neubauten eine Gemeinde dagegen stimmte – «Buchegg».

Radiomoderator Dani Fohrler wurde eingeladen und kam. «Ich will mit meiner Präsenz der Institution meinen Respekt erweisen.» Beeindruckt habe ihn die Summe, die mit Spenden zusammengetragen werden konnte. Und: «Ich habe in meiner Arbeit viel mit Menschen zu tun, die etwas anders ticken. Dabei stelle ich immer wieder eine wertvolle Energie fest. Man kann so viel lernen und sich selber auch mal anders erleben.»

Respekt für den anderen

Den Respekt, den Fohrler erwähnte, stellte Nationalratspräsidentin Christa Markwalder ins Zentrum ihrer Rede. Der Termin im Blumenhaus sei der älteste in ihrem Terminkalender und dem anwesenden Ständerat Roberto Zanetti zu verdanken, der sie vor zwei Jahren am Bucheggberger-slowUp dazu ermuntert hatte. «Mit meiner Anwesenheit will ich euch meinen Respekt entgegenbringen.» Sie erinnerte in ihrer Rede an die Verfassung: «Die Stärke eines Volkes bemisst sich am Wohl der Schwachen.» Die Musikgesellschaft Harmonie Bätterkinden unter der Leitung von Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident des benachbarten Lüterkofen-Ichertswil, schickte ihr einen «Gruss an Bern».

Inhaltlich ähnlich wie Markwalder beschrieb Unternehmer Josef Maushart (Fraisa AG) sein Engagement. «Zum patronalen Unternehmertum gehört es, sich im sozialen Bereich zu engagieren. Wer so viel Glück hat im Leben und mit dem Unternehmen, der hat automatisch auch Verpflichtung gegenüber den Benachteiligten. Das gehört zur eigenen Ausgeglichenheit dazu.» Die Fraisa AG hat in den letzten beiden Jahren einen Prozentanteil des Gewinns für den Neubau gespendet, wie Institutionsleiter Roger Schnellmann zuvor informierte.

Die Vielfalt der Spenden war ein Thema im Bericht von Markus Jordi, Präsident des Vereins Blumenhaus. Die grösste Einzelspende belief sich auf 800 000 Franken. «Berührt hat mich die alte Frau, die mir in Gerlafingen die Grabspende für ihren verstorbenen Mann in die Hand drückte», so Jordi. «Eine Welle der Solidarität» habe zum «neuen Wahrzeichen des Bucheggbergs» beigetragen. Diese Solidarität begeisterte auch Messens Gemeindepräsidentin Susanne Meister: «Der Neubau wurde vom ganzen Bucheggberg getragen.» Viel Lob erhielt das Patronatskomitee, präsidiert von alt Regierungsrat Christian Wanner sowie Türöffner Maria und Hansruedi Wüthrich.

Der von der Musikgesellschaft mit «El Pedro» begrüsste Regierungsrat Peter Gomm erklärte: «Den Mindestanteil von einem Drittel in Form von Spenden sehen wir gerne.» Dadurch würden alle Akteure der Gesellschaft in ein Projekt involviert, was die Akzeptanz fördere. Das bestätigte alt Bundesrat Samuel Schmid: «Das Blumenhaus ist eine segensreiche Institution.» Er sei beeindruckt vom Spendenaufkommen. Den Reigen der Redner schloss Bewohnerin Trudi Kaufmann, die der Festgemeinde den Alltag im alten Wohnheim und neuen Wohnheim beschrieb. Nebenan ertönte die Alphorngruppe Solothurn.