Oberdorf
Eine Baustelle wird zum Hindernis auf dem Weg zum Weissenstein

In Oberdorfs Zentrum wird die Eindolung des Wildbachs ersetzt, was zu Verkehrseinschränkungen führt. Der Ersatzbau wird vom 23. März bis im Dezember durchgeführt.

Urs Byland
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Der Wildbach fliesst in der Eindolung schräg unter der Weissensteinstrasse durch.

Der Wildbach fliesst in der Eindolung schräg unter der Weissensteinstrasse durch.

Hanspeter Bärtschi

Der Ersatz der Eindolung des Wildbachs in Oberdorf wird längere Zeit den Verkehr behindern. Das erfuhren rund 40 Einwohnerinnen und Einwohner am Informationsanlass in der Kächschüür. Das Wasser fliesst im Untergrund auf einer Strecke von 63 Metern unter der Weissensteinstrasse quer durchs Dorfzentrum (siehe unten).

Der Ersatzbau erfolgt in drei Etappen. Während der Bauzeit vom 23. März bis Dezember wird im Dorfzentrum der Verkehr einspurig mit Ampeln geregelt. Je nachdem, wo gebaut wird, muss der Verkehr auf der Weissensteinstrasse nördlich oder südlich an der Baustelle vorbeigeführt werden. Dabei gilt im Baubereich Tempo 30. «Zum Schutz der Bauarbeiter», erklärt Urs Kurth, Projektleiter Amt für Verkehr und Tiefbau.

Dorfladen ist jederzeit erreichbar

Um Fluchtverkehr zu unterbinden, wird die Leegasse während der gesamten Bauzeit von der Weissensteinstrasse her nicht befahrbar sein. Die Umleitung für den dorfinternen Quartierverkehr führt über den Geisshubelweg, der aber von Lastwagen nicht benutzt werden darf. Diese müssen weiter oben in die Quartiere nordöstlich der Weissensteinstrasse hineinfahren. Auf der Südseite der Baustelle wird die Kirchgasse geöffnet, aber nur für Einbahnverkehr Richtung Kirche. Ziel ist es, dass der Dorfladen jederzeit erreichbar ist. Der Engelweg wird ebenfalls zum Einbahnweg in Richtung Kirchgasse. Mit diesen Massnahmen sind die Zufahrt und vor allem die Wegfahrt beim Volg gewährleistet.

Abklärungen haben ergeben, dass die Chilbi im Sommer trotz den Bauarbeiten durchgeführt werden kann. Allfälliger Fluchtverkehr aus Lommiswil durch die nordwestlichen Quartiere werde genau beobachtet. «Wir denken, dass die Autofahrer aus Lommiswil auf die Fahrt via Oberdorf verzichten werden und die Strasse Richtung Bellach nutzen werden. Aber wir werden falls nötig Massnahmen ergreifen», antwortet Schlatter auf eine Frage aus dem Publikum. Auch beim Kindergarten an der Rüttenenstrasse werden wenn nötig Massnahmen wie Tempo 30 durchgesetzt.

«Die Bauarbeiten wirken sich für alle unangenehm aus», erklärt Schlatter abschliessend, «aber oberstes Ziel ist die Verkehrssicherheit.»

Fit machen für ein Jahrhundert-Hochwasser

Auch die Eindolung des Wildbachs hat eine Geschichte, wie Urs Kurth am Anlass aufzeigte. Am Anfang, um 1840, passierten Fuhrwerke auf einer 12 Meter breiten Gewölbebrücke den Wildbach. Die Weissensteinstrasse verlief noch in mehreren Schwüngen durch das Dorf. Begradigungen der Strasse führten in mehreren Schritten dazu, dass an der Brücke weitere Teile angehängt wurden und das Wasser auf einer Länge von 63 Metern im Untergrund fliesst. «Die ursprüngliche Brücke wurde nicht für 40-Tönner erstellt», so Kurth.

Dementsprechend einsturzgefährdet sei die Eindolung. Der Wildbach wird eine neue Eindolung aus massivem Beton erhalten. Die Decke soll 40 Zentimeter dick werden. «Das reicht für eine Lebensdauer von 80 Jahren.» Heute fliesst das Wasser über Beton oder gepflästerten Grund. Diese «ökologische Wüste», so Kurth, wird mit Kies naturnah gestaltet. Mit grösserem Querschnitt soll die Eindolung künftig ein alle 100 Jahre stattfindendes Hochwasser aufnehmen können. Der Freiraum über dem Wasser beträgt in diesem Fall 50 Zentimeter, damit Geschwemme die Röhre nicht verstopft.

Im Schnitt fliessen 200 Liter Wasser pro Sekunde den Bach hinunter. Bei einem Jahrhundert-Hochwasser wären es 6500 Liter pro Sekunde. Der Wildbach wird während der Bauzeit durch eine Röhre umgeleitet, die 600 Liter pro Sekunde fasst. Im letzten Mai wurde diese Abflussmenge zweimal übertroffen. «In einem solchen Fall würde die Baustelle geflutet, was aber kein Problem darstellt», erklärt Kurth. (uby)