Buchegg
Eine Arbeitsgruppe soll die Mobilfunk-Situation überprüfen

Nachdem Widerstand aus der Bevölkerung gegen eine Natelantenne in Aetigkofen kundgetan wurde, kommt der Gemeinderat Buchegg auf seinen Entscheid zurück und setzt eine Arbeitsgruppe ein.

Gundi Klemm
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Natelantenne im Bucheggberg zwischen Bibern und Gossliwil.

Natelantenne im Bucheggberg zwischen Bibern und Gossliwil.

Hanspeter Bärtschi

Offenbar war mit dem grundsätzlichen Interesse des Gemeinderates an Abklärungen um eine Natelantenne in Aetigkofen eine Welle des Widerstands in der Bevölkerung losgetreten worden. Nachdem auf Anfrage der Swisscom der Gemeinderat am 3. Juni signalisiert hatte, sich mit einem Standort Parzelle 93 in der Kernzone von Aetigkofen zu beschäftigen, wurden in vielfältiger Form Ängste und Kritik an ihn herangetragen. Auch die Gemeindeversammlung wurde dazu als Forum genutzt.

Dabei sei es dem Gemeinderat, wie Gemeindepräsidentin Verena Meyer nochmals bekräftigte, im ersten Schritt darum gegangen, den Versorgungsauftrag der Gemeinde wahrzunehmen. Denn lange Zeit waren etwa im Dorfteil Gossliwil und in Teilen von Bibern weder mobile noch Internetverbindungen möglich. Inzwischen sei dieses Problem durch eine neue Antenne und ein Glasfaserkabel gelöst.

Gemeinderat will relevante Fakten erhalten

Laut Meyer seien zwar alle Dörfer der Gemeinde versorgt – aber in sehr unterschiedlicher Qualität. Deshalb beauftragte der Rat nun einstimmig die Swisscom, die gesamte Versorgungslage in allen zehn Gemeindeteilen und den angrenzenden Dörfern aufzuzeigen.

Mit diesen Erkenntnissen wird sich dann die aus Anita Hug, Alex Mann und der Gemeindepräsidentin bestehende Arbeitsgruppe vertieft auseinandersetzen. «Vor allen Dingen möchten wir alle relevanten Fakten transparent beurteilen können», so Meyer, die erst danach eine mögliche Informationsveranstaltung für die Bevölkerung in Aussicht stellte. Der Entscheid des Gemeinderates vom 3. Juni wurde für nichtig erklärt.

Velostrecke Lohn–Küttigkofen

Seinen Einstand als kantonaler Verantwortlicher für den Langsamverkehr gab Sasha Attia, der zwei Varianten für den geplanten Ausbau einer Velostrecke zwischen Küttigkofen und dem Bahnhof in Lohn vorstellte. Die vom Rat favorisierte Variante Süd würde abseits der Hauptstrasse am Bach entlang und über Flurwege verlaufen. Die Variante Nord würde als ausgebauter Veloweg seitlich der Strasse zu Terrainverschiebungen führen. Der Gemeinderat sprach sich mit 6:1 – auch aus Sicherheitsüberlegungen – für die längere Süd-Strecke aus. Da der Kanton den Ausbau bezahlt, entscheidet er die Variante. (gku)

Mit Sacheinlage in die Gebnet AG

Die sechs an der öffentlichen Gemeinderatssitzung teilnehmenden Einwohnerinnen und Einwohner erlebten nicht nur mit dem Rückkommensantrag auf einen Antennenstandort, sondern auch mit den übrigen Geschäften einen spannenden Eindruck von der Arbeit des Gemeinderates. Die Integration des Stromnetzes Kyburg-Buchegg in den regionalen Energieversorger Gebnet AG und eine vorgeschlagene Erhöhung der Kapital- und somit Aktienbeteiligung der Gemeinde von jetzt 30 auf 35 Prozent erläuterte im Rat Peter Woodtli, Geschäftsführer der Gebnet. Diese verfügt über einen Unternehmenswert von 8 Mio. Franken.

Eine Sacheinlage, die mit der wertmässigen Integration des Kyburg-Buchegg-Ortsnetzes im Umfang von 500'000 Franken erfolge, wäre vorteilhaft und würde den Einfluss der Gemeinde auf Investitionen des Unternehmens stärken, befürworteten Ratsmitglieder. Buchegg besässe dann 4348 Aktien zum Einzelwert von 115 Franken. Die Diskussion im Rat zeigte aber, dass die Meinungsbildung noch im Gange ist. Deshalb vertagte der Rat die Entscheidung und will vorher noch ein Konkurrenzangebot einholen. Am Rande zu hören war, dass die Gebnet AG plant, ihre Netznutzungsgebühren zu senken. Laut Woodtli könne sie sich in den Energiekosten mit anderen Anbietern gut vergleichen.