Schnottwil
Eine 100-jährige Tradition ist zu Ende

Der Dorfladen von Elisabeth Kipfer in Schnottwil ist geschlossen.

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Elisabeth Kipfer (Mitte) im Dorfladen Schnottwil, mit Mitarbeiterin Claudia Schluep und Ehemann Beat Kipfer.

Elisabeth Kipfer (Mitte) im Dorfladen Schnottwil, mit Mitarbeiterin Claudia Schluep und Ehemann Beat Kipfer.

Michel Lüthi

«Guten Tag miteinander», begrüsst Elisabeth Kipfer die eintretenden Kundinnen und Kunden freundlich. «Was darf es sein?» Im traditionellen Dorfgeschäft in Schnottwil fand man ein reichhaltiges Sortiment für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln, Backwaren und Frischprodukten, Haushaltartikel und vieles mehr. Im hinteren Teil des Ladens waren Geschenkartikel und eine Textilabteilung für Damen, Herren und Kinder eingerichtet.

Ein Haus mit Geschichte

Im Jahre 1848 haben Urgrossvater Ritz, ein Steinhauer, und dessen Bruder, ein Schmied, das Geschäftshaus an der neuen Bernstrasse erbaut. Der Stein für das Haus und die Säulen stammten aus dem Steinbruch im «Steingrüebli» in Schnottwil. Otto Ritz, der Vater von Elisabeth war sieben Jahre in Paris und anschliessend noch einige Jahre in London als Kaufmann tätig. Zurück in Schnottwil übernahm Otto das elterliche Geschäft mit seinem Bruder Erwin, welcher ein Coiffeur-Geschäft betrieb. Ursprünglich als Kolonialwaren- und Tuchhandlung betrieben, wurde das Sortiment durch Otto Ritz mit Lebensmitteln und Baumaterialien erweitert.

Liseli Ritz, die Mutter von Rosemarie und Elisabeth, war eine tüchtige Geschäftsfrau. Leider verstarb Otto Ritz viel zu früh. Liseli Ritz führte das Geschäft mithilfe ihrer beiden Töchter Rosemarie und Elisabeth 20 Jahre weiter. Wichtige Hilfen waren auch verschiedene junge Frauen aus Schnottwil, die jeweils im Laden und im Haushalt arbeiteten. 1987 übernahm Elisabeth Kipfer das Geschäft von ihrer Mutter. 1989 wurde das Geschäft zur heutigen Grösse erweitert und umgebaut. Die Neueröffnung war am 1. Dezember 1989.

Neuer Lebensabschnitt

31 Jahre sind seither vergangen. Eine schöne, interessante und spannende Zeit. Eine Herausforderung auf vielen Ebenen. Viel Verantwortung, grosse Präsenzzeiten, schöne Begegnungen und Gespräche all die Jahre. «Es ist eine gute Zeit gewesen. Noch heute macht mir das ‹Lädele› Spass», sagt Elisabeth Kipfer.

«Ich wurde von meiner Familie immer voll und ganz unterstützt. Strukturwandel und ein anderes Einkaufsverhalten, sowie die Tatsache, dass im Dorf ein Laden reicht, hat mir meinen Entscheid erleichtert. Nun freue ich mich auf den neuen Lebensabschnitt und danke meiner Kundschaft und meiner Familie für die schöne Zeit in unserem Laden.» (mgt)

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