Es wäre schön, wenn es im eigenen Dorf eine Kinderkleiderbörse gäbe, fanden Jacqueline Roth und Simone Moser eines Tages beim Kaffee. Die beiden Frauen spannen den Gedanken weiter, und die Idee, eine eigene Börse zu realisieren, konkretisierte sich immer mehr. Ihnen war bewusst, dass eine solche Organisation einen grossen Aufwand bedeutet. «Man muss Freude am Organisieren haben», sind sie sich einig. Beim Verein «familie aktiv» fanden sie mit deren Präsidentin Annegret Rhiner und Lara Schwaller Unterstützung für ihr Vorhaben. An einer ersten Sitzung des Organisationskomitees im letzten Sommer kam die Sache ins Rollen.

Tauschen anstatt wegwerfen

Die Motivation der vier Frauen und Mütter ist, Familien die Möglichkeit zu bieten, noch gut erhaltene Kleider, die ihre Sprösslinge nicht mehr tragen können zu verkaufen und aus dem Erlös andere zu kaufen. «Quasi wie ein Tausch», meinte Moser. «Wir machen es für die Familien mit Kindern. In Recherswil sind sie ja zahlreich vorhanden», stellte Jacqueline Roth fest. Annegret Rhiner freut sich, wenn sie sieht, dass jemand anders die Kleider noch brauchen kann. «Das macht mehr Spass, als sie in den Kleidersack zu stecken». Zudem möchten sie damit ein Zeichen gegen die heutige Wegwerfmentalität setzen.

Bedürfnis ist da

Konkurrenz von anderen Börsen in der Umgebung fürchten die Initiantinnen nicht. Sie hätten von diesen nur positive Reaktionen erfahren und viele Ratschläge und Tipps erhalten. Es scheint ein grosses Bedürfnis zu sein, schöne, ausgediente Kinderkleider weiterzugeben oder günstig zu erwerben. Einige Börsen würden gar Mengenbeschränkungen machen, um der angelieferten Kleiderflut Herr zu werden, wusste Moser. Auch Billigläden seien keine echte Konkurrenz. Die Kundinnen der Börse wüssten, dass sie hier qualitativ gute Ware zu günstigen Preisen bekommen, so Moser weiter.

Man trifft sich

Der Anlass soll auch ein Treffpunkt im Dorf sein. Die Kaffeestube, organisiert von der Spielgruppe, bietet Gelegenheit für einen Schwatz. Für die Kinder steht eine Spielecke bereit. Die vier Frauen freuen sich, dass sie mit der Raiffeisenbank, dem Azeiger und Rohn-Elektro Sponsoren gefunden haben. Nicht zu vergessen die Gemeinde, die den Saal im Werkhof gratis zur Verfügung stellt. Die vielen nötigen freiwilligen Helfer- und Helferinnen fanden sie über ein Inserat im Dorfblatt und vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda.
Für die Deckung der Unkosten behält das Organisationskomitee 20 Prozent des Verkaufserlöses zurück. Sollte am Schluss noch etwas übrig bleiben, kommt dies der «familie aktiv» zugut. Eine nächste Börse im Herbst ist bereits geplant.

Mittwoch 21. März, 8.30 bis 11.00 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr.
Werkhof Saal 1, Recherswil

Impressionen der Kinderkleiderbörse in Grenchen: