Luterbach
Ein weiterer Traditionsbetrieb verschwindet: «Molki» geht nach 100 Jahren zu

Wieder verschwindet ein traditionsreicher Betrieb aus dem Dorfbild von Luterbach. Die «Molki» wird auf Ende Juni 2017 geschlossen, ein weiterer Schritt hin zum Schlafdorf.

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Die Molkerei Gerber in Luterbach wird auf Ende Juni 2017 geschlossen.

Die Molkerei Gerber in Luterbach wird auf Ende Juni 2017 geschlossen.

Arnold Seiler

Der Grossvater von Niklaus «Chläusu» Gerber kam Mitte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts nach Luterbach, wo er an der Käsereistrasse die Käserei übernahm, die auch Emmentaler Käse produzierte.

Schon der Vater von Niklaus Gerber produzierte aber keinen Käse mehr. Wann die Produktion eingestellt wurde, ist nicht ganz klar. Die jetzigen Geschäftsinhaber Agnes und Niklaus Gerber übernahmen noch den Betrieb an der Käsereistrasse, bevor 1992 der jetzige Laden eröffnet wurde. 1993 wurde dann die angrenzende Molkerei gebaut und in Betrieb genommen.

Das Unternehmen war ein reiner Molkereibetrieb, in dem Rohmilch, Pastmilch, Sauerrahm, Joghurt, Quark und Butter hergestellt wurden. Ausserdem konnte der Kunde zwischen 120 und 140 Käsesorten wählen. Da die Molki schon immer über zu wenig Milch verfügen konnte, hatte das Verschwinden der Milchbauern aus Luterbach keinen grossen Einfluss auf die Produktion und es musste schon damals Milch hinzu gekauft werden.

Leider konnte trotz intensiver und langer Suche kein Nachfolger gefunden werden, was leider in diesem Berufsfeld keine Seltenheit ist. Der Grund für die Schliessung ist das Erreichen der Altersgrenze von Agnes und Niklaus Gerber. Ausserdem wird das «Geschäften» nicht einfacher.

Nach der Schliessung des Betriebes wird ein intensives halbes Jahr folgen, der Rückbau bzw. Umbau der Molkerei und des Hauses wird viel Arbeit erfordern. In Zukunft wird sich das Ehepaar auf Reisen in der Schweiz konzentrieren, es sei denn, die Bienenzucht mache eine Auslandreise möglich. Niklaus wird sich intensiver mit seinem Hobby, der Imkerei, speziell der Königinnenzucht widmen können. (AFS)

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