Biberist

Ein vierstöckiger moderner Neubau soll den «St. Urs» ersetzen

Es tut sich etwas auf dem Areal des ehemaligen «St. Urs» in Biberist. Die neuen Eigentümer haben einen Gestaltungsplan erarbeitet. Nun ist die Meinung der Bevölkerung gefragt: Die Unterlagen liegen zur Mitwirkung auf.

Die Baulücke im Zentrum der Gemeinde Biberist stört viele. Mit dem «St. Urs» brannte am 2. August 2008 ein Gebäude ab, das die Gemeinde und ihre Einwohner prägte. Der «St. Urs» war ein Treffpunkt, ein markantes historisches Gebäude. Es markierte aber auch den Anfangspunkt des Dorfzentrums. Das Gebäude stand zudem unter Schutz. Nach dem Grossbrand wurde es im Februar 2009 allerdings aus dem Schutz entlassen und die Brandruine abgerissen.

Das Grundstück des «St. Urs» liegt in der Kernzone. Es besteht eine Gestaltungsplanpflicht. In der laufenden – aber noch nicht genehmigten – Ortsplanungsrevision wird das Areal neu umschrieben und in eine viergeschossige Wohn- und Gewerbezone umgezont. Damit wird eine Verdichtung nach innen erreicht. Die neue Ausnützungsziffer beträgt 1,2. Der vorliegende Gestaltungsplan richtet sich bereits nach den Vorgaben der neuen Ortsplanung. Geplant wird nicht nur das Grundstück des «St. Urs», sondern insgesamt drei Parzellen.

Mehr Wohnungen, weniger Gewerberäume

Als Grundlage für die Planung dient der Testentwurf «Dorfkernkonzept und Arealentwicklung St. Urs» aus dem Jahr 2015. Damit ist festgelegt, dass der sogenannte «historische Fussabdruck» für Neubauten beibehalten werden muss. Ebenso sollen entlang der Hauptstrasse Einzelvolumen gebaut werden. An der Bleichemattstrasse darf ein eigenständiger Baukörper mit Verbindungsbau erstellt werden. Die Fassaden der Neubauten sollen Bezug zum jeweiligen Strassenraum nehmen.

Mit der Testplanung von 2015 wurde von einem hohen Anteil an Dienstleistungs- und Gewerbenutzung ausgegangen. So waren die beiden unteren Geschosse des Baus an der Hauptstrasse als Dienstleistungs- und Gewerbebereiche angedacht. Auch entlang der Bleichemattstrasse ging man von einer Mischnutzung aus. In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach Dienstleistungs- und Gewerbeflächen aber immer geringer. Dadurch stellten sich neue Herausforderungen bei der Entwicklung des Areals St. Urs, welche konkrete Auswirkungen auf den Gestaltungsplan haben.

Der neue Gestaltungsansatz verzichtet auf den Einbezug von sogenannt «historisierenden» Elementen. Ein transparentes Sockelgeschoss beim Bau entlang der Hauptstrasse deutet auf eine publikumsorientierte Nutzung hin. Die Obergeschosse werden künftig der Wohnnutzung dienen. Rund 31 neue Wohnungen sollen auf dem Areal erstellt werden.

Problem mit den Immissionsgrenzwerten

Beim Kreisel St. Urs stellen sich grosse Herausforderungen für die Planer. Denn für eine Wohnnutzung werden die Immissionsgrenzwerte überschritten. Die Richtwerte der Lärmschutzverordnung müssen heute zwingend über planerische Massnahmen eingehalten werden. Im vorliegenden Plan wird das mit der Anordnung von nicht lärmempfindlichen Räumen auf die belasteten Bereiche, oder durch Laubengänge und Loggien, erreicht.

Mit dem Gestaltungsplan wurde auch ein Richtprojekt ausgearbeitet. Ein urbaner, monolithischer 4-geschossiger Baukörper füllt so die Baulücke und bildet mit seiner Auskragung eine Kopfsituation zum Kreisel St. Urs hin. Der so entstehende Aussenraum soll bespielt werden: Geplant ist, einen Gastronomiebetrieb anzusiedeln. Im Obergeschoss sollen Wohnungen erstellt werden. Entlang der Bleichemattstrasse wird ein viergeschossiger Bau mit reiner Wohnnutzung erstellt. Eine Grünfläche mit Natursteinbrunnen dient als Begegnungs- und Spielplatz.

Die Parkierung erfolgt unterirdisch in einer Einstellhalle mit 26 Plätzen, die von der Bleichemattstrasse her erschlossen wird. Zusätzlich werden 14 oberirdische Parkplätze an der Hauptstrasse erstellt.

Die Mitwirkung dauert bis zum 18. November. Die Unterlagen sind auf der Bauverwaltung (nur mit Anmeldung) einsehbar. Sie sind aber auch online aufgeschaltet. Mitwirkungseingaben sollten schriftlich erfolgen.

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