An einem Infoabend im solothurnischen Deitingen wurde über das Asylzentrum, das im Schachen errichtet werden soll, informiert. Einen Tag später veröffentliche der «Blick» einen Artikel darüber.

Der Videobeitrag «Asylzentrum Schachen: Bevölkerung läuft Sturm», den der «Blick» zusätzlich online stellte, hat für grosses Aufsehen gesorgt.

Im Mittelpunkt des Videos steht Heidi Huggenberger aus Flumenthal, die sich selbst als «Eidgenossin» bezeichnet. Der «Blick» wiederum nennt sie «Frau Hugenberger», ohne das eigentlich korrekte Doppel-G im Nachnamen.

Sie macht den Zuschauerinnen und Zuschauern relativ eindeutig – mit viel Gestik und Emotionen – klar, was sie von der ganzen Sache hält: weniger als gar nichts. Aufgrund ihrer Äusserungen regnete es zahlreiche Kommentare. 

Kommentare zu dem Video auf «Blick.ch» wie: «Sehen Sie, Frau Huggenberger, genau wegen Individuen wie Ihnen nenne ich mich trotz lückenlosem Stammbaum väterlicher- und mütterlicherseits bis ins 16. Jahrhundert zurück ‹nur› Schweizer und nicht Eidgenosse. Ich möchte nicht mit Ihnen in einen Topf geworfen werden», zeugen von grosser Abneigung gegenüber der Einstellung der Flumenthalerin. 

Man findet aber auch Sätze wie: «Bravo, Deitinger, wehret den Anfängen! Es ist längst genug mit dem Asyl-Unwesen!», die die Haltung der «Eidgenossin» unterstützen.

Insgesamt haben sich unter dem Artikel innerhalb von einer Woche 102 Kommentare angesammelt. Doch die Reaktionen beschränken sich nicht nur auf die Online-Plattform der Boulevard-Zeitung.

Nicht nur «Blick»-Leser reagieren auf das Video

Auf Medienwalze.ch findet sich ein zutiefst ironischer Bericht, der den «Blick» Artikel als «Blicks neuer Blockbuster mit Heidi Huggenberger in der Hauptrolle» verhöhnt. Im Text kommen zudem die drei anderen Personen vor, die sich im Video über das Asylzentrum geäussert haben.

Peter Huggenberger, der Mann von Heidi Huggenberger, Caroline Fluri und Yan Frei vertreten alle dieselbe Meinung: Das Asylzentrum in Deitingen löst auch bei ihnen Wut aus, wie im Video leicht zu erkennen ist. Der Autor des «Blick»-Artikels umschreibt die extremen Aussagen als «Sprüche jenseits des guten Geschmacks».

Frau Huggenberger – von einem «Blick»-Leser «die geifernde alte Frau mit den roten Haaren» genannt – steht nun im Mittelpunkt vieler Parodien. Auf sozialen Netzwerken wie «Facebook» tauchen die meisten Bilder auf.

Es gibt mittlerweile sogar schon ein bearbeitetes Parodie-Video – siehe unten. Die Kommentare, die sich dort häufen, erscheinen zum grössten Teil aber nicht ganz so ernst. 

D'Bewohner vo Deitinge (SO) sind übers neue Asylzentum empört.:D

Posted by Swissmeme on Mittwoch, 1. Juli 2015

Parodie-Video Flumenthalerin

Dicke Luft in Deitingen

Infoveranstaltung zur geplanten Asylunterkunft im Schachen in Deitingen