Recherswil

Ein verstaubtes Alphorn wurde für den Jodlerabend in Gang gebracht

Irene (rechts) und Leo Reinhart spielten im Duett, begleitet von ihrem Musiklehrer Ernst Rohrer.

Irene (rechts) und Leo Reinhart spielten im Duett, begleitet von ihrem Musiklehrer Ernst Rohrer.

Der Jodlerklub Waldrösli lud zum Jodlerabend in die Recherswiler Igu-Halle. Speziell: ein verstaubtes Alphorn wurde für den Abend wieder in Gang gebracht.

Höhepunkt des Jodlerabends wurde der erstmalige Auftritt von Jodlerin Erika Herren als Alphornbläserin. Entsprechend einer vor zwei Monaten eingegangenen Wette mit Vereinspräsident Kuno Heiniger hatte die Jodlerin ein altes Alphorn, das seit Jahren auf Heinigers Estrich verstaubt und reichlich mit Spinnennetzen garniert herumlag, wieder in Gang zu bringen und am Konzertabend darauf ein Stück zu spielen. Herren reinigte das alte Instrument, begann fleissig damit zu üben und überraschte die Besucher in der fast vollbesetzten Igu-Halle mit einem nahezu fehlerfreien Solo.

Ein Bühnenbild mit Alpweide und Bergdorf, Bergbahn und Berner Alpen im Hintergrund gab ein ansprechendes Äusseres. Erika Herren (auch Solo) im Duett mit Bea Iseli sorgten mit ihren heiteren, erfrischenden Stimmen für Stimmung im Saal.

Abwechslung mit Gastauftritten

Das Programm der Jodellieder, welches die Leiterin Ingrid Bärtschi und Präsident Kuno Heiniger, ein über viele Jahre erfolgreiches Duo, für das diesjährige Konzert aufbereitet haben, wurde mit Gastauftritten aufgelockert.

Den Abend eröffnete der Jodlerklub «Waldrösli» Recherswil mit dem Jodellied «Am Morge» von Franz Stadelmann, dem berühmten Entlebucher Komponisten und Jodler. Stadelmann wurde bereits 1989 erstmals mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Es folgte «Johr y Johr us» von Matthias Zogg.

Einen abwechslungsreichen Gastauftritt boten das Schwizerörgeli-Duo Irene (14) und Leo Reinhart, Rüttenen. Sie wurden durch ihren Musiklehrer Ernst Rohrer aus Günsberg begleitet. Unbeschwert als würden sie regelmässig vor grossem Publikum auftreten, erntete das Leberberger Geschwisterduo Applaus auf offener Szene. Die zwei geizten auch nicht mit den entsprechenden Zugaben.

Nach einem weiteren Auftritt des Jodlerklubs mit den Liedern «I freue mi» von Paul Meier und «Bärgkristall« von Edi Gasser war bereits Zeit zur
Pause.

Gemeinsames Singen

Den Auftakt zu Teil II bestritten wiederum Erika Herren und Bea Iseli mit dem Lied «Mis chline Veieli» von Adolf Stähli. Der Berner Oberländer, der sich nicht nur als Jodelliedertexter und Komponist einen Namen gemacht hatte, sondern auch zahlreiche Männerchorlieder komponierte, verstarb 1999 zwei Tage vor seinem 74. Geburtstag.

Mit Patrick Hess alias «Chapi Meier» hat der Jodlerklub Recherswil einen Alleinunterhalter verpflichten können, der auf eine spezielle Art das Publikum zum Lachen bringen konnte. Er brachte ein Repertoire unter die Leute, wie man es nur selten zu hören und sehen bekommt.

Zum Abschluss des gelungenen Abends sang der Jodlerklub die Lieder «Geburtstags Jutz» von Fredy Wallimann und «Bärgwanderig» von Ueli Moor. Insbesondere Wallimann war ein grosses Jodlertalent, dem das Singen und Jodeln offenbar in die Wiege gelegt wurde. In den jungen Jahren war er auch ein begabter Schwinger, der am «Eidgenössischen» in Luzern 1948 mit einem eidgenössischen Kranz geehrt wurde. Einmal mehr sorgte der Jodlerklub «Waldrösli» auch für eine mustergültige Bewirtung der Konzertbesucher. Kurz vor Mitternacht lud Jodlerklub-Präsident Kuno Heiniger, der den Verein nun bereits seit 15 Jahren leitet, die Anwesenden zum traditionellen gemeinsamen Singen auf die Bühne.

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