Luterbach

«Ein Unfall ist nur eine Frage der Zeit»: Die Nordstrasse bleibt weiterhin ein Thema

Nordstrasse in Luterbach

Nordstrasse in Luterbach

Die Gemeinderatskommission nimmt zur Kenntnis, dass Tempo 30 nicht signalisiert werden darf. Als Sofortmassnahme sollen Trottoir und Fahrbahn voneinander getrennt werden.

Die Verkehrsmassnahmen der Gemeinde Luterbach auf der Nordstrasse stehen unter keinem guten Stern. Was immer man unternimmt, es kommt zu Einsprachen. Anfang Jahr stand Aussage gegen Aussage. Die Gemeinde wollte befristet Tempo 30 auf der Nordstrasse einführen. Die Biogen-Baustelle führe wegen des Bauverkehrs, der über die Nordstrasse führe, zu gefährlichen Situationen für die anderen Benutzer der Strasse. «Uns war aber klar, dass wir Tempo 30 ohne Gutachten nur einführen können, wenn wir keine Beschwerden dagegen erhalten», erklärt Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

Man habe deshalb mit den potenziellen Beschwerdeführern Kontakt aufgenommen und die Zusicherung erhalten, dass keine Beschwerde eingelegt werde, so Ochsenbein. Aber auf die Publikation der Verkehrsmassnahme erfolgte trotzdem eine Beschwerde. Der Beschwerdeführer Maurizio Balduzzi wehrte sich daraufhin öffentlich, dass er am Telefon gegenüber dem Gemeindepräsidenten keine Zusage gemacht habe, dass er keine Beschwerde einlegen werde.

Mit einer Verfügung am 7. Juli hat das Bau- und Justizdepartement nun juristisch vollzogen, was eben schon allen klar war. Tempo 30 kann, ohne dass ein Gutachten erstellt worden ist, nicht verordnet werden. Hingegen ist der von der Gemeinde beschlossene Widerruf der Aufhebung der Signalisation «Parkieren verboten» genehmigt.

Schaffner AG hat Probleme

Die Problematik ist damit aber nicht vom Tisch. Während Verkehrsmassnahmen auf der Nordstrasse blockiert sind, rollen die Lastwagen im Baustellenverkehr weiterhin ungebremst über die Nordstrasse und gefährden beispielsweise Fussgänger. So schreibt ein Vertreter der Firma Schaffner AG der Gemeinde: «Ein Unfallereignis ist nur eine Frage der Zeit.» Das Verkehrsaufkommen auf der Nordstrasse habe stark zugenommen. Dabei würden Geschwindigkeiten gefahren, die nicht den örtlichen Gegebenheiten angepasst seien.

«Insbesondere sehen wir eine Gefährdung von Fussgängern, die sich auf dem ‹nur› gelb markierten Fussgängerweg bewegen, durch die rasant und sehr nahe am Fussgängerweg fahrenden Fahrzeuge.» Der Fussgängerweg sei eine Hauptverbindung zwischen den verschiedenen Gebäuden der Schaffner AG.

Langfristig angehen

In der Gemeinderatskommission wurde das weitere Vorgehen an der Sitzung am letzten Montag besprochen. Als Sofortmassnahme sollen Trottoir und Fahrbahn voneinander getrennt werden. Zwar war man sich nicht einig, ob die Gemeinderatskommission oder die Baukommission für die Umsetzung zuständig ist, fasste den Beschluss aber so, dass dieses Detail das schnelle Reagieren nicht verhindert. Langfristig müsse die Problematik rund um die Nordstrasse innerhalb der Ortsplanungsrevision gelöst werden, erklärte Ochsenbein auf Anfrage.

Der Gemeinderat hat zudem die Schlussabrechnung über den Investitionskredit für die Beschaffung von Notebooks und Tablets für die Schülerinnen und Schüler genehmigt. Budgetiert waren 50'000 Franken. Ausgegeben wurden 49'833 Franken.
Dafür musste für die Sanierung des Allmendweges ein Nachtragskredit von 30'000 Franken gesprochen werden. Budgetiert waren hier 90'000 Franken. (Mitarbeit rm)

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