Biberist

Ein Teil des Nachlasses von Richard Flury wird der Gemeinde geschenkt

Urs Joseph Flury verwaltet den Nachlass seines Vaters Richard und schenkt jetzt einen Teil der Sammlung der Gemeinde.

Urs Joseph Flury verwaltet den Nachlass seines Vaters Richard und schenkt jetzt einen Teil der Sammlung der Gemeinde.

Fast 100 Gegenstände, darunter auch ein kleiner Flügel oder Gemälde von Cuno Amiet sollen an die Gemeinde Biberist gehen. Diese muss die Sachen, die an den Komponisten Richard Flury erinnern, archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

95 Gegenstände umfasst die Liste der Gegenstände, die Urs Joseph Flury der Gemeinde Biberist nach seinem Ableben schenken möchte. Die Gegenstände haben alle eine Verbindung zu Richard Flury, dem Vater von Urs Joseph Flury. Darunter sind Noten, Fotografien, Zeichnungen, Schallplatten, Broschüren und CDs. Es gehört aber auch ein kleiner Flügel dazu, eine Trompete, eine Laute oder eine Mandoline. Flury vermacht der Gemeinde zudem auch Gemälde von Cuno Amiet, die Bronzestatue, die auf dem Robert-Flury-Platz steht, oder Werke von Cäsar Spiegel. Urs Joseph Flury möchte, dass die Gemeinde die Gegenstände der Öffentlichkeit «in geeigneter Weise» zugänglich macht.

Diese Formulierung war es denn auch, die im Gemeinderat Fragen aufwarf. «Was heisst das genau? Was stellt sich Urs Joseph Flury vor?», wollten die Gemeinderäte wissen. Ueli Sterchi (Präsident der historischen Kommission) gab diesbezüglich Entwarnung. Der Archivraum der Kommission sei gross genug, um die Gegenstände zu lagern. Die Kommission stellt sich zudem vor, dass ein Raum, beispielsweise im Schlösschen Vorder-Bleichenberg, mit einigen Gegenständen aus dem Nachlass ausgestattet werden könnte. «Das wird die Gemeinde finanziell kaum belasten.»

Die Gemeinderäte bedankten sich abschliessend herzlich bei Urs Joseph Flury, der an der Sitzung anwesend war, und stimmten dem Geschäft einstimmig zu.

Mehr Nachfrage als Plätze

Kids & teens Biberist habe eingeschlagen, sei ein grosser Erfolg und die Stiftung werde mit Anfragen überrannt. «Schon nach zwei Monaten mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die Räumlichkeiten zu klein sind und wir nicht alle Kinder aufnehmen können», erklärte Franziska Rohner (Präsidentin Stiftung kids & teens) an der letzten Gemeinderatssitzung.

Vor allem sei es in den heutigen Räumlichkeiten nicht möglich eine Kinderkrippe zu führen, was einem Bedürfnis entsprechen würde. Die Rechnung für das erste Betriebsjahr liege dem Stiftungsrat erst Mitte September vor, aber eine erste Hochrechnung zeige, dass voraussichtlich ein Gewinn erwirtschaftet wurde.

Gemeinde ist einzige Stifterin und Geldgeberin

Die Gemeinde Biberist ist die einzige Stifterin von kids & teens. Die Stiftung hat einen Leistungsauftrag, der für vier Jahre gilt, und koordiniert und führt die Tagesstrukturen für Kinder ab drei Monaten bis zum Ende der Schulpflicht. Mit der Gründung der Stiftung wurden alle Angebote und Organisationen im Bereich der Tagesstrukturen unter ein gemeinsames Dach gestellt. Einzig das «Chinderland» blieb eigenständig und deckt weiterhin die Betreuung der Kinder im Vorschulalter ab.

Die Leistungsvereinbarung, die die Gemeinde mit dem «Chinderland» abgeschossen hatte, wurde neu in die Leistungsvereinbarung mit «kids & teens» integriert. Die Gemeinde unterstützt die Stiftung mit einem Beitrag von  343'000 Franken.

Der Stiftungsrat hat sich Gedanken über die Zukunft gemacht und ist sich einig, dass so bald als möglich eine eigene Kinderkrippe mit zwei Gruppen geführt werden soll. «Wir haben zudem sehr viele Kinder, die das Mittagsmodul gebucht haben. Deshalb können wir heute nicht mehr Kinder aufnehmen, die dann auch noch am Nachmittag bleiben möchten», erklärt Franziska Rohner. Die Stiftung könnte sich deshalb vorstellen, eine Art Mensabetrieb auf die Beine zu stellen.

Allen Ideen scheitern aber am Platz. «Wir erwarten deshalb vom Gemeinderat einen Entschied. Soll die Stiftung sich weiter entwickeln? Dann brauchen wir mehr Platz. Oder sollen wir mit dem vorhandenen Platz auskommen? Dann können wir die Bedürfnisse der Biberisterinnen und Biberister aber nicht abdecken», machte Rohner deutlich.

Politischer Entscheid ist noch ausstehend

Sage der Gemeinderat Ja zu einer Kinderkrippe, dann müssten raschmöglichst Räumlichkeiten gefunden werden. Die Stiftung stellt sich vor, dass ein Um- oder Neubau die Probleme lösen könnte.

Mit dem Entschied wartet der Gemeinderat noch zu. Er will diesen voraussichtlich im Oktober fällen, wenn die Rechnung der Stiftung vorliegt. Danach könnte allenfalls auch ein Projektierungskredit gesprochen werden.

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