Derendingen

Ein Teil der Gärten im «Elsässli» ist saniert

Ein Rundgang im Quartier zeigt, dass die Eigenheit der Gärten trotz der Sanierung geblieben ist.

Man erinnert sich: 2010 wurde bekannt, dass die Böden der Gärten in der ehemaligen Arbeitersiedlung Elsässli in Derendingen mit PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet sind. Die Unsicherheit bei den Bewohnerinnen und Bewohnern war gross, und erst mehrere Jahre und einige Gerichtsverfahren später war klar, wie die Gärten saniert werden können. Im April 2016 wurde an der Krempelgasse 9 der Boden komplett ausgetauscht und der erste Garten umgestaltet. In der Zwischenzeit haben weitere Gartenbesitzer den gleichen Schritt gemacht.

Gärten sind charakteristisch

Das «Elsässli» steht seit 1992 unter Denkmalschutz. Es ist schweizweit eine der letzten vorhandenen Arbeitersiedlungen. Die grossen Gärten sind charakteristisch für das Quartier. Viele der Bewohner halten auch Kleintiere. Die Bepflanzung in den Gärten ist oft kontinuierlich gewachsen, es wurde meist auf Bestehendem aufgebaut. Die Angst vor einem «Einheitsbrei» nach der Sanierung war gross.

Aus diesem Grund wurde 2015 gemeinsam mit den kantonalen und den Gemeindebehörden ein Gartenleitbild erarbeitet. Der kantonale Denkmalschutz engagierte sich stark für dieses Werk. Aber auch der Schweizer Heimatschutz brachte sich ein. Das neue Gartenleitbild nahm den Gestaltungsplan auf, der seit Anfang der 90er-Jahre über der Siedlung liegt, und zeigt, wie dieser zeitgemäss umgesetzt werden könnte. Mit dem Gestaltungsplan wurden nicht nur die Baubereiche im Quartier definiert. Wichtig ist auch, dass die Gärten und die Vorplätze in ihrer heutigen Art erhalten bleiben. Veloabstellplätze und Carports sind nur an zugewiesenen Orten möglich. Sogar die Art der Umzäunung der Gärten ist klar definiert. Im Gegensatz zu früher werden die Gärten heute aber nicht mehr nur als Nutzgärten, sondern vor allem als zusätzlicher Wohnraum und zur Erholung genützt. Deshalb soll mit dem Leitbild den Wünschen nach einem gewissen Sichtschutz, nach Windschutz, die Möglichkeiten, eine Feuerstelle oder einen Spielplatz anzulegen, ein Garten- oder Gerätehaus aufzustellen, Rechnung getragen werden. Die heute bestehende Artenvielfalt bei der Bepflanzung soll auch nach der Sanierung der Böden erhalten und gefördert werden.

Unterstützung durch die Behörden

Hansruedi Meyer ist Präsident der IG Elsässli und lebt seit 20 Jahren im Quartier. Er selbst hat seinen Garten letztes Jahr saniert. Noch sehe es nicht ganz so aus wie gewünscht. «Es dauert seine Zeit, bis die Naturwiese sich wieder richtig entwickelt», meint er. Wirklich verändert hat sich sein Garten aber nicht. Ein Spaziergang durch das Quartier zeigt, dass die Vielfalt wie gewünscht erhalten geblieben ist. «Wer kleine Kinder hat, gestaltet seinen Garten natürlich nach der Sanierung anders als Nachbarn ohne Kinder.»

Auffallend ist einzig, dass vermehrt Sitzplätze angelegt wurden. Oft sogar mehrfach – auf verschiedenen Seiten des Hauses, sodass man sowohl den Morgenkaffee als auch den Schlummerbecher draussen geniessen kann. Meyer ist überzeugt, dass das Gartenleitbild mitgeholfen hat, dass im «Elsässli» weiterhin vielfältige Gärten und nicht nur stereotype grosse Rasenflächen zu finden sind.

Positiv überrascht ist Meyer zudem von den Behörden, sowohl beim Kanton als auch bei der Gemeinde. «Die Zusammenarbeit war sehr angenehm und die Bewohner wurden unterstützt. Auch das Abrechnen mit der Gemeinde ist problemlos verlaufen.» Nicht alle werden bis 2022 sanieren: «Für einige Bewohner ist das auch eine finanzielle Frage. Andere wollen nichts mehr machen, weil sie schon älter sind und ihr Haus in den nächsten Jahren wohl an die nächste Generation übergeben oder verkaufen werden.»

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