Region Solothurn
Ein Super-Sommer? Nicht in der Badi

Von super bis mies. Der Sommer war in den Freibädern der Region nicht überall gleich gross. Zwar startete die Saison mancherorts fulminant, mit vielen Eintritten im Mai und Juni. Die zweite Sommerhälfte war dann bestenfalls noch durchschnittlich.

Christof Ramser
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Das Bild trügt – diesen Sommer blieben die Enten im Strandbad Burgäschi oft unter sich. Archiv

Das Bild trügt – diesen Sommer blieben die Enten im Strandbad Burgäschi oft unter sich. Archiv

Hanspeter Bärtschi

«Überall hört man von super Saisons. Bei uns war das überhaupt nicht so», sagt Rolf Nützi. Der Betreiber des Strandbads am Burgäschisee schaut auf eine der schlechtesten Saisons überhaupt zurück. Das habe vor allem an den Wochenenden gelegen, die für das Geschäft im Strandbad von besonders grosser Bedeutung sind. «Meistens war es bis Mitte Woche schön und gegen das Wochenende hin wurde das Wetter schlecht», erinnert sich Nützi.

Trotzdem habe das Strandbad stets geöffnet. Gerade das Badibeizli ziehe auch bei wolkenverhangenem Himmel Gäste an. Noch bis Ende September kann man theoretisch im See planschen. «Die Leute schätzen die irrsinnig schöne Kulisse bei uns im äusseren Wasseramt.»

Bewährt habe sich das neue Parkierungskonzept. Nachdem vergangenen Sommer Gäste ihr Auto im Parkverbot abgestellt hatten und Bussen einfingen, fand man mit einem Landwirt eine Übereinkunft. Als Ausweichmöglichkeit können die Badibesucher bei Grossandrang auf einem Landstreifen parkieren. Allerdings sei dieser nur wenig beansprucht worden.

Unfallfrei im Bucheggberg

Durchschnittlich lief die Saison in der Badi Messen. Zwar schwangen der Mai mit knapp 3000 und der Juni mit knapp 10'000 Besuchern obenaus, dafür kamen im Juli und August eher wenig Gäste nach Messen. «Insgesamt war es aber ein guter Sommer», berichtet Pascal Prétôt, Präsident der Betriebskommission. Per Ende Saison gekündigt hat Betriebseiter Thomas Siegenthaler. Er sucht eine neue Herausforderung. Eine Nachfolge wird gesucht.

Auf eine gute Saison blickt man im anderen Bucheggberger Bad in Mühledorf zurück, wie Jolanda Bieri Wyss sagt. Sie betreibt in der zweiten Saison den Kiosk, ihr Mann Peter Wyss ist Badmeister. Und was macht eine gute Saison aus? «Wenn sie unfallfrei ist», sagt Bieri. «Zudem hatten wir mehr Besucher als letztes Jahr.» In den vergangenen Tagen seien bis auf einige regelmässige Schwimmer aber kaum mehr Gäste aufgetaucht. «Das ist immer so. Nach den Sommerferien ist die Saison mehr oder weniger vorbei.» Nach der langen Saison hätten die Gäste die «Nase langsam voll». Das Mühledörfer Bad schliesst seine Pforten übermorgen Sonntag.

Gerlafingen und Zuchwil: so lala

Schlicht «gut» ist die Bilanz im Freibad Gerlafingen. Gegen 60'000 mal rotierte das Drehkreuz im Eichholz. Zwar hat die Badi offiziell noch bis 10. September geöffnet, doch allzu viele Gäste dürften aufgrund der aktuellen Wetterprognosen nicht mehr dazukommen. Chef-Badmeister Roland Wälchli spricht von einem Durchschnittssommer. Die Saison sei gut angelaufen, doch in der Ferienzeit ging die Frequenz markant zurück. «Da waren viele wohl verreist», vermutet Wälchli.

Auf gute Resonanz stiess das Badi-Sounds-Festival vom 6. und 7. Juli, eine Art «Mini-Openair-Etziken». Auch das Zelten in der Badi am 8. Juli zog viele Gäste an, trotz Gewitter. Bis morgens um 1 Uhr schwammen die Besucher in den Becken.

In Zuchwil schliesslich startete die Saison fulminant. Die zweite Sommerhälfte war dann durchzogen. Insgesamt beträgt die Eintrittszahl im Freibad etwas über 40'000, sagt Marcel Siegenthaler vom Sportzentrum. Im Rekordsommer 2003 zählte man allein im August 26'000 Eintritte. «Das Wetter war heuer eher inkonstant, die Saison ein Auf und Ab. Wenn es nicht drei, vier Tage am Stück heiss ist, kommen die Leute nicht in Scharen in die Badi», so Siegenthaler. Am Schluss sei es sicher keine berauschende, sondern eine durchschnittliche Saison. Der Betrieb immerhin verlief reibungslos.

Noch bis am 10. September öffnet das Freibad. Nächstes Jahr steht dann die letzte Freiluftsaison vor der geplanten Sanierung an. Sofern die Zuchwiler Stimmbevölkerung einverstanden ist.