Die seit 29 Jahren bestehende Theatergruppe Rampeliecht wird die Mundartfassung «Bim Charly Haggarthy isch Mumps» von Peter Rüegsegger auf der Pisoni-Bühne in Zuchwil spielen.
Das Stück stammt ursprünglich vom Ungarn Imre Bencsik (1924–1993), der mit subtilem Humor diese Komödie entwarf.

Das junge, biedere Ehepaar Judith und Bob Dobosh (Manuela Heimann, Peter Elsener) hat eine neue Wohnung bezogen. Die schmucke Wally Willcox (Esther Wiederkehr) überredet Judith, ihr die Wohnung kurzfristig zu überlassen und in dieser Zeit ins Theater zu gehen. Angelockt zum Schäferstündchen hat sie das Weichei Bill Clayton (Martin Güggi), der nicht gerade von heissen Gefühlen übersprudelt.

Dumm nur, dass Bob seinem Chef Hermann Willcox (Daniel Schönberg) die gleiche Zusage macht, damit er sich mit der bildhübschen Bea (Joanna Lye) zu einem Liebesabenteuer in der Dobosh-Wohnung treffen kann. Üblicherweise findet diese Zweisamkeit in der Behausung von Charly Haggarthy statt. Aber dort ist Mumps (mundartlich Ohrenmüggeli) ausgebrochen, eine Kinderkrankheit, die für Erwachsene gefährlich sein kann.

Die von beiden Paaren anvisierte Liebesseligkeit artet aber in wildeste Turbulenzen aus, die der bedauernswerte Bob zwischen den Liebesnest-Zimmern seiner Wohnung irgendwie managen muss. Ohne dass es zur Katastrophe eines Zusammentreffens der Eheleute Willcox kommt, die beide süsse Früchte aus fremden Gärten kosten wollen.

Schräger Typ

Mit dem Heizungsmonteur William Skipperly (Peter Wiederkehr) betritt ein ganz schräger Typ als «Anti-Held» die Bühne. Vertrottelt wirkend, naiv sich in Rage schwätzend, von Pech und Ungeschicklichkeit verfolgt, muss er überall wehklagen, dass ihn seine Freundin Lucie (Beatrix Dällenbach) verlassen hat. Höhepunkte seiner beruflichen Tätigkeit bei Doboshs sind die Überschwemmung der Küche und der Mauerdurchbruch mit einem abgeschraubten
Radiator.

Am laufenden Band entstehen neue Verwicklungen, weil etwa die Liebhaber flüchten und ihre Gespielinnen in Verzweiflung oder mit Rachegefühlen zurücklassen. Die wilde Story entwickelt sich weiter, als Skipperly seine kindhafte Lucie wieder trifft, und als beide Wilcox am nächsten Tag zur Wohnungseinweihung bei Judith und Bob eingeladen sind. Plötzlich steht angesichts der Seitensprünge auch das Wort Scheidung im Raum, was Rechtsanwalt Dr. Cash (nomen est omen) mit seinen dehnbaren Honorarvorstellungen auf den Plan ruft.

Facettenreiches Stück

Theaterpädagogin Susanne Zimmermann, die in Subingen das Kindertheater «Pusteblume» führt und verschiedenste Workshops organisiert führt die Regie. Sie hat dieses Stück in seiner ungebremsten Quirligkeit inszeniert und findet die Balance zwischen feinem Humor und groteskem Klamauk. Alle Mitwirkenden auf der Bühne sind trainiert in «schnabelwetzender» Schnellsprache, um die vielen Facetten der sich überstürzenden Handlung und der persönlichen Befindlichkeiten deutlich zu machen.

In ihrem 29. Jahr des Bestehens unternimmt die von Irene Schluep präsidierte Theatergruppe alles, um ihr Publikum an den kommenden fünf Aufführungen zu unterhalten und zu amüsieren. Auch gastronomisch ist man gerüstet. Wünsche für die Zukunft? «Weiterhin so viel lebensbereichernden Spass am Spiel, guten Zusammenhalt in unserem 18-köpfigen Verein und vielleicht irgendwann statt der Mehrzweckhalle einen eigenen Theaterraum», hofft die Präsidentin.

Aufführungen: Samstag, 19., 20 Uhr; Sonntag, 20., 17 Uhr; dann am 23./25. und 26., jeweils 20 Uhr.