Riedholz

Ein Standortvorteil für Riedholz: Wie soll es mit der Kindertagesstätte weitergehen?

«Uns liegt am Herzen, dass das Angebot weitergeführt wird», so die Elternvertretung über die Tagesstätte. (Archiv)

«Uns liegt am Herzen, dass das Angebot weitergeführt wird», so die Elternvertretung über die Tagesstätte. (Archiv)

Gemeinderat diskutierte den Weiterbestand der Kindertagesstätte Glungge.

Wegen finanzieller Probleme und fehlendem Finanzpolster wird die seit 2016 privat geführte Kindertagesstätte Riedholz auf Ende März ihren Betrieb einstellen. Betroffen davon sind 31 Kinder, 16 aus Riedholz, 8 Angestellte in Teilpensen und 2 Lernende.

Anna-Barbara und Diego Somaini sowie Thomas Keller als Mitglieder der Interessengemeinschaft Eltern Riedholz setzten den Gemeinderat mit ihrer Präsentation ins Bild, wie es gegenwärtig um die Kindertagesstätte steht. «Uns liegt am Herzen, dass das Angebot weitergeführt wird», so die Elternvertretung. Es sei ein klarer Standortvorteil für die Gemeinde. Anne-Barbara Somaini wusste sogar von drei Familien, die kürzlich eigens wegen der Schulen und der familienergänzenden Kinderbetreuung nach Riedholz gezogen seien.

Eine Bedarfsabklärung in den Gemeinden Riedholz, Feldbrunnen, Hubersdorf und Flumenthal mit 44 Antworten habe ergeben, dass gerade für junge Familien eine grosse Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Vorschul-, im Kindergarten- und im Schulalter mit Mittagstisch und Hort besteht. Gewünscht sind ebenso Betreuungsplätze während der Schulferien. Nur mit einer lückenlosen Betreuung der Kinder sei eine Erwerbstätigkeit von Frau und Mann gewährleistet, betonten die Elternvertreter. Die kantonale Studie Ecoplan aus dem Jahr 2016 bestätige sogar, dass bei einem Vorhandensein von Kitas steuerliche Mehreinnahmen in den Gemeinden zu erwarten seien.

Wie soll es mit der Kita weitergehen?

Die Interessengemeinschaft informierte zur Fortführung des Angebots über mehrere Möglichkeiten. Gespräche laufen mit einer auswärtigen, von einer Stiftung getragenen Organisation, die bereits zwei Kitas in Solothurn führt. Ihre Bereitschaft meldete auch eine Privatperson an, die zur Weiterführung in der Lage wäre. Wegen der allerdings knappen Fristen müsste vermutlich eine zeitliche Lücke zwischen Schliessung und Neugründung/Weiterführung überbrückt werden. Auch dazu habe sich die Interessengemeinschaft bereits weitgehende Gedanken gemacht.

Zu klären bleibe allerdings die Frage, wie sich die Gemeinde zur Unterstützung einkommensschwacher Familien, die eine familienergänzende Betreuung gerne nutzen würden, einbringen könnte.

Von Bundessubventionen profitieren?

Im Gemeinderat, der anschliessend das weitere Vorgehen bezüglich der Kita Glungge beriet, war ein positives Klima für ein Engagement feststellbar. Sandra Morstein, Gemeindepräsidentin ad interim, hatte in Erfahrung gebracht, dass sich die Gemeinde einem kantonalen Antrag bezüglich Bundessubventionen noch anschliessen könnte. Damit könnten bei nachgewiesenem Mehrangebot die kommunalen Beiträge an ihre Kitas zu 65 Prozent erstattet werden. Für Riedholz könnte das beispielsweise die Ausgabe von Betreuungsgutscheinen, die in der Gemeinde gemäss Familieneinkommen als «Subjektfinanzierung» beantragt werden müssten, entsprechend dem Modell Oensingen bedeuten.

Der Gemeinderat will das Thema Weiterführung der Kita nicht auf die lange Bank schieben. Er wartet den Ausgang der laufenden Gespräche mit den beiden Interessenten für die Übernahme der Kita Glungge ab und wird dann entscheiden, wie eine kommunale Leistung aussehen wird.

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