Dieses Jahr war die SVP-Fraktion an der Reihe, die Bundes- und Jungbürgerfeier zu organisieren. So war es naheliegend, einen SVP-Politiker einzuladen. Christian Imark, Nationalrat und Präsident der SVP Solothurn, kam die Ehre zu, eine Rede zum Geburtstag der Schweiz zu halten. «Eine Bundesfeier gibt uns die Gelegenheit zurückzuschauen und zu fragen, wo wir stehen und wohin unser Weg führt», sinnierte er.

Es sei ein Anlass, um persönlich Bilanz zu ziehen, aber auch für die Gemeinde und das Land. Er blickte weit in die Vergangenheit zurück zu den Zeiten der alten Eidgenossenschaft, als es Kämpfe und Tote gab, aber auch eine stabile Grundlage geschaffen wurde für die moderne Schweiz. Er rief Werte an, die den alten Eidgenossen lieb und teuer waren, wie Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Werte, die auch heute noch Gültigkeit hätten. Neu dazugekommen sei die direkte Demokratie, die es erlaube, miteinander zu streiten und unterschiedliche Meinungen zu vertreten.

Unabhängigkeit in Gefahr

Von einer gesunden Skepsis unserer Vorväter gegenüber fremden Herrschern und Misstrauen gegenüber einer staatlichen Macht leitete er über zur Selbstbestimmungsinitiative der SVP. «Es ist ein Fakt, dass fremde Richter und internationale Verträge unsere Unabhängigkeit und Eigenständigkeit ein-schränken», sagte er mit Überzeugung. Nur Richter, die unsere Kultur und die Hintergründe unserer Gesetzgebung verstünden, Richter, die mit der direkten Demokratie aufgewachsen seien, könnten gerechte Urteile fällen. «Das darf man nicht aufs Spiel setzen, indem man die Rechtsprechung in fremde Hände legt», führte er weiter aus.
Auch Deitingen habe sich in letzter Zeit fragen müssen, wohin der Weg gehe, fuhr Imark fort.

Die Gemeinde sei arg gebeutelt worden. Mit der Schliessung der ABB fehlten auf einmal bedeutende Steuereinnahmen. Zudem müsse Deitingen mit der Strafanstalt oder dem Bundesasylzentrum auf dem Gemeindegebiet Lasten auf sich nehmen. «Ein solches Zentrum braucht es nicht», rief er aus. Er befürchtet, dass man damit eine Infrastruktur schaffe, die noch mehr Migranten anziehe, und warf dem Regierungsrat vor, sich als Vertreter des Volkes nicht dagegen zu wehren. Ketzerisch schlug er vor, die Asylanten im Ambassadorenhof einzuquartieren. Die Jungbürger forderte er auf, von ihrem Stimm- und Wahlrecht Gebrauch zu machen. Damit hätten sie die Möglichkeit, den Politikern den richtigen Weg zu weisen, sollten diese ihre Ziele aus den Augen verlieren.

Ohne Knaller, mit Lampions

Die Jungbürger hatten sich einen amüsanten Auftritt ausgedacht. Mit weissem Hemd und schwarzer Fliege begrüsste Joshua Däppen, ein letztähriger Jungbürger, die anwesenden Vertreter und Vertreterinnen des MillenniumJahrgangs auf der Bühne. Die Mädchen empfing er in der Rolle des Bachelors, die Jungs als Bachelorette mit blonder Perücke. Von insgesamt 21 Jungbürgern und Jungbürgerinnen durfte Gemeinderat Michael Tüfer drei Frauen und acht Männer willkommen heissen. Er forderte sie auf, Verantwortung zu übernehmen und mit Freude die Zu-kunft in die Hand zu nehmen. Sie sollten sich aktiv in Wirtschaft und Politik einbringen und mit ihrem Gedankengut die Zukunft der Gemeinde, der Schweiz und der Welt beeinflussen.

Die Musikgesellschaft Deitingen unter der Leitung von Roger Siegenthaler und das Jodlerchörli Deitingen mit Dirigentin Lilian von Rohr umrahmten die Feier mit musikalischen Darbietungen. Für das leibliche Wohl war das Jodlerchörli zuständig. Das an einer Bundesfeier obligate Krachen, Knallen und Zischen fehlte wegen des strikten Feuerverbots vollständig. Einigen aus dem zahlreich erschienenen Publikum mag dies eine Wohltat gewesen sein, andere vermissten vermutlich etwas. Der Lampionumzug fand jedoch zur Freude der Kinder statt.