Biberist
Ein Quartier mit vier neuen Häusern und 80 Wohnungen soll entstehen

Mehr als 60 Interessierte waren bei der Vorstellung des Gestaltungsplans «Zentrum Post» dabei.

Gundi Klemm
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Die bestehenden Gebäude sollen Neubauten weichen. Die Post wird wieder am gleichen Ort zu finden sein.Hanspeter Bärtschi

Die bestehenden Gebäude sollen Neubauten weichen. Die Post wird wieder am gleichen Ort zu finden sein.Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

In der Biberister Kernzone zwischen den Eckpunkten Migros-Kreisel, Post und Dorfbach soll ein neues Quartier mit vier Gebäuden für 80 Wohneinheiten und Tiefgarage entstehen. Unter dem Projektnamen «Dorfhof» will die Bauherrin Unique Real (Baar) nach dem Abriss bestehender Häuser auf drei Parzellen, an der Hauptstrasse 29 (ehemalige Zahnarztpraxis) und 25 sowie dem nachgelagerten Grundstück GB 1304 vier neue Häuser mit vier bis sechs Stockwerken errichten.

«Wir wollen dieses neue Quartier in die vorhandene Bebauung einpassen und unser Zentrum mit einer verdichteten Bauweise aufwerten», begrüsste Uriel Kramer (Präsident der Bau- und Werkkommission Biberist) die über 60 Beteiligten der Mitwirkungsveranstaltung im Singsaal Bleichematt. Man freue sich in der Gemeinde auf schriftliche Anregungen und Eingaben zum Projekt bis zum 15. November. «Und alle werden beantwortet», forderte Kramer zum Mitdenken und -gestalten auf.

Dorfbachufer erschliessen

Zur Übersicht über alle Planungen zu den 80 mietbaren Wohnungen und zu Flächen im Erdgeschoss für Dienstleistung sowie kleine Geschäfte – möglicherweise sogar ein Café oder Restaurant – wies René Wettstein, Unique Real AG, auf die vorgesehene Qualität der Wohnungen in attraktiver Zentrumslage hin.

Sie erhalten Grössen von 21⁄2 bis 31⁄2 Zimmern, die einem modernen Ausbaustandard entsprechen. Die Baukörper umschliessen einen Hofraum, der begrünt und mit Sitzplätzen und nächtlicher Beleuchtung versehen als öffentlicher Ort der Begegnung dienen soll. Zu diesem Platz hin öffnen sich die Hauseingänge.

Die Post wird ein neues Gebäude am gleichen Standort wie jetzt erhalten. Erschlossen werden als Fussweg in dahinter liegende Quartiere soll das Dorfbachufer. Ein Vorhaben, das schon seit langem in der Gemeinde besteht. «Das gesamte Projekt, das in Zusammenarbeit mit Experten von Einwohnergemeinde und Kanton entwickelt wurde, will einen positiven Beitrag zur Urbanität des Ortsbildes leisten», übergab der Investor die Erläuterungen der Projektidee weiter an Annemarie Wagner vom Architekturbüro Bachelard Wagner, Basel.

Die Architektin stellte anhand von Bildern bereits realisierter Objekte in Aarau den «Quellengarten», in Zürich-Schwamendingen den «Mattenhof» und Hauszeilen in Bern-Brünnen die Typologie der im «Dorfhof» Biberist vorgesehenen Häuser vor. Geplant ist ein längerer Riegel am Bach entlang und vorne an der Hauptstrasse.

Die Tiefgarage unter dem Gelände soll von der Zentrumsstrasse her erreichbar sein und 88 Stellplätze aufweisen. Die Beheizung der Gebäude soll durch geothermische Energiequellen erfolgen. Die Flachdächer könnten für Voltaik-Projekte vermietet werden. Mit dem Bau, der etappiert stattfinden soll, könnte frühestens, so Wettstein, im Frühjahr 2018 begonnen werden.

Attraktiv oder nicht?

Kein gutes Haar liess ein Votant in der anschliessenden Diskussion an der gesamten Projektidee. «Diese Gebäude sind keine Schönheiten. Sie erinnern an Plattenbauten in der Banlieue von Paris», ärgerte er sich zusätzlich über die «unansehnlichen Flachdächer der modernen Wohnfabriken».

Sachlicher wurden die Bedenken einzelner Beteiligter, die ein Missverhältnis zwischen der Anzahl Parkplätze, Wohnungen, ebenerdiger Kurzzeitparkplätze für Kunden und den künftig erwünschten Dienstleistungsangeboten erkannten. Zudem sollten im Sinne der Detailgeschäfte direkte Zugänge zur Tiefgarage vorgesehen werden. «In Stosszeiten wird das jetzt schon schwierige Verkehrsgeschehen am Migros-Kreisel noch mehr belastet», hiess es aus dem Plenum.

Einzelne Stimmen konnten sich ein Wohnen im Gebäude an der Hauptstrasse wegen Durchgangsverkehrs und Abgasen überhaupt nicht vorstellen. Kramer wies darauf hin, dass ein Verkehrskonzept in Arbeit sei. «Auch die Verkehrs-Pförtneranlagen an den Ortsgrenzen tragen hoffentlich bald zu einer gewissen Beruhigung bei.» Nicht wegdiskutierbar bleibe, dass Biberist ohne Umfahrungsstrasse ein Knotenpunkt für Fahrten aus dem südlichen Wasseramt und aus dem Bucheggberg bleibe.

Um mehr Gewicht zugunsten kantonaler Lösungen zu erhalten, sei jede diesbezügliche Eingabe aus der Bevölkerung wichtig, machte Kramer aufmerksam. «Und die Rettungs- und Fluchtwege hier im Ort sind sowieso besonders kritisch», deutete ein Anwesender auf ein weiteres Problem hin.