Zuchwil
Ein neuer Treffpunkt für Jugendliche: «Wir geben unserer Jugend Raum»

Neben dem KIJUZU (Kinder- und Jugendzentrum) ist ein separater Treffpunkt für Jugendliche entstanden. Mit einem «Tag der offenen Tür» lud die Jugendkommission zu einem ersten Kennenlernen ein.

Gundi Klemm
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Jugendarbeit und Jugendhaus Zuchwil
13 Bilder
Hier wird eifrig Pizza gemacht denn...
Pizza aus dem eigenen Pizzaofen! –Lecker!
Pizza aus dem eigenen Pizzaofen –Lecker!
Der Eingang zum Jugendhaus
Der Eingang zum Jugendhaus Jugendarbeit Jugendhaus Zelgli
Lea Lottaz ist Jugendarbeiteren im Jugendhaus Zelgli
Auch ein Billard-Tisch darf nicht fehlen
Noch ist das Jugendhaus leer
Auch gespielt wird mit dem Billardtisch
Billardkugel lassen sich auch prima zur Garderobe umfunktionieren.

Jugendarbeit und Jugendhaus Zuchwil

Thomas Ulrich

Zuchwil ist zu beneiden. Das Kinder- und Jugendzentrum KIJUZU, in dem Betreuung und Förderung für Heranwachsende angeboten wird, ist nun mit einem Kleingebäude für Oberstufenschülerinnen und –schüler ergänzt worden. Bei einem Anlass der «Offenen Türen in der Jugendarbeit Zuchwil (JAZ)» lud die federführende Jugendkommission zu einem ersten Kennenlernen ein. Die Offene Jugendarbeit hat in Zuchwil schon seit 2008 Tradition.

Bislang trafen sich die jungen Leute von der 7. Klasse an im Jugendraum des KIJUZU. Doch weil hier dringend weitere Räumlichkeiten für den Hort benötigt wurden, strebte die von Gemeinderätin Amanda Wittwer präsidierte Jugendkommission eine eigenständige bauliche Lösung im Zelgli-Areal zwischen Oberstufenschule und KIJUZU an. Fündig wurden die Verantwortlichen in einem Occasionscontainer, der vorher in Dübendorf als Apotheke diente.

Geglückte Zusammenarbeit

Der Gemeinderat bewilligte für den Kauf des Grosscontainers, für Transport, Installation und Basiseinrichtung 145 000 Franken. «Für die Grabarbeiten zur Fundamentplatte stellte sich uns spontan eine Schulklasse zur Verfügung», berichtete Bauverwalter Peter Baumann, in dessen Zuständigkeit die Planung und die Logistik lagen.

Ziel des Bauprojekts war auch, Jugendliche möglichst intensiv einzubinden. In kurzen Videosequenzen zeigten die beiden teilzeitlich angestellten Jugendarbeitenden Lea Lottaz und Simon Knoll, wie der Innenausbau des neuen Jugendhauses mit Hilfe interessierter junger Leute vonstatten ging.

Neben einem grossen Aufenthaltsraum mit Musikanlage und Billardtisch umfasst das Gebäude eine selbstgezimmerte Bar, eine Küche, die gut ausgerüstete Werkstatt, das Büro und natürlich Sanitärräume. Auf dem Vorplatz befindet sich sogar ein Pizzaofen, den an diesem Abend Ivana und Petra bedienten. «Uns gefallen die Möglichkeiten hier im JAZ sehr gut», unterstrichen die beiden Neuntklässlerinnen begeistert.

Viele der Einrichtungsgegenstände konnten ersteigert oder auf dem Brokante-Weg erworben werden. Und schliesslich bietet das ganze Gebäude zusätzliche attraktive Anreize zum Weiterausbau.

Ein Experimentierfeld bieten

Wittwer, Lottaz und Knoll erläuterten die Rahmenbedingungen der Offenen Jugendarbeit. «Wichtig ist uns, dass wir kein fest gefügtes Programm vorgeben, sondern die Jugendlichen anregen, ihre eigenen Ideen zu planen und zu verwirklichen.

Dazu wollen wir ihnen viel Raum geben», umrissen sie Grundsätze einer zeitgemässen, auf Freiwilligkeit beruhenden partizipativen Jugendarbeit. «Wir verstehen unsere stets intensiv begleiteten Angebote als Experimentierfeld für junge Menschen, die hier auch wichtige Erfahrungen im Zusammenleben gewinnen.»

So entstanden in gemeinsamer Arbeit schon früher die Döner-Bude und der fahrbare Pausenkiosk, der im Schulzentrum Zelgli jeweils von einer Klasse betrieben wird. Diskutiert würde über alle Themen, die jungen Leuten in der Pubertät am Herzen liegen, berichteten beide Jugendarbeiter, denen zudem ihre «gendergerechte» Ausrichtung der Angebote auf beide Geschlechter als sehr sinnvoll erscheint.

«Wenn wir die Bedürfnisse dieser Altersgruppe aufnehmen, wollen wir zu einer sicher verankerten Jugendkultur in Zuchwil beitragen», so Lottaz und Knoll.

Für Behörde wichtig

Die Gemeinde Zuchwil unterstützt den Betrieb des JAZ mit nahezu 20 000 Franken jährlich – zuzüglich zu den Honoraren der beiden Angestellten- für Unterhalt sowie Nebenkosten am Gebäude, für Projekte und Material.

Der Gemeinderat hat etliche Kompetenzen in der Offenen Jugendarbeit an die Jugendkommission übertragen: dazu gehören fachliche Führung, Strategie und Konzepte oder die Organisation der Jung- und Neubürgerfeier. Geregelt wird alles in einem Leistungsauftrag, der in Jahresplanung und Auswertung auch einem Controlling unterliegt.

«Wir informieren den Gemeinderat, sofern gewünscht, in laufenden Berichterstattungen und in einer jährlichen Rechenschaftsablage», so Wittwer. Der an der Präsentation anwesende Gemeindepräsident Stefan Hug zeigte sich sehr zufrieden mit dem hier Erreichten. «Das JAZ spiegelt unsere Bemühung um unsere Jugend.»

Öffnungszeiten: Mittwoch 14-17 Uhr, Freitag 14-17 Uhr und 19 -22 Uhr.