Recherswil

Ein neuer Bauverwalter soll nach Systemwechsel die Verwaltung entlasten

Die Gemeindeverwaltung wird nicht in die neue Zentrumsüberbauung umziehen.

Die Gemeindeverwaltung wird nicht in die neue Zentrumsüberbauung umziehen.

Der Gemeinderat schlägt einen Systemwechsel vor, der auch die Verwaltung entlastet: Künftig nimmt sich ein Bauverwalter wichtiger Arbeiten an, die vorher noch von der Gemeinde gelöst werden mussten. Im Winter könnte die Stelle ausgeschrieben werden.

Der Entscheid des Gemeinderates fiel einstimmig. In der Gemeindeverwaltung soll es einen Systemwechsel geben. Neben der Gemeindeschreiberin und der Finanzverwalterin, die beide mit je 80 Prozent angestellt sind, wird neu ein Bauverwalter in einem 100-Prozent-Pensum angestellt. Das Bausekretariat wird nicht mehr besetzt, aber eine Stelle für ein 50-Prozent-Pensum zur Unterstützung in der Verwaltung ausgeschrieben.

Der Bauverwaltung würden die Bereiche Werkhof, Hauswartung, Liegenschaften, Hoch- und Tiefbau und Umweltschutz/Verkehr angegliedert. «Damit hätten der Chef Werkhof und die Hauswarte künftig eine klar definierte Anlaufstelle und die Verwaltung würde entlastet», so Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Ebenso wäre eine Fachperson vor Ort, wenn jemand mit Baufragen an den Schalter kommt.

Unabdingbar wäre der Kauf von geeigneter Hard- und Software. Das empfahl Max Wittwer, der die Strukturen der Bauverwaltung im Auftrag des Gemeinderates analysiert hatte. «Damit wird das Archivieren vereinfacht und alle wichtigen Formulare werden automatisch erstellt», nannte er einen der Vorteile.

Kritische Grösse

Der Bericht von Max Wittwer zeigte auf, dass Recherswil eine kritische Grösse hat. «Ab 2000 Einwohnern wird die Einstellung eines Bauverwalters dringen empfohlen.» Wittwer hatte auch in diversen anderen Gemeinden nachgefragt. Viele mussten diesen Schritt in den letzten Jahren ebenfalls machen. Sinnvoll wäre zudem die Straffung der heute bestehenden Struktur der Kommissionen. Die ULK (Umwelt und Liegenschaften) müsste wohl aufgelöst und ihre Aufgaben in die Baukommission verlagert werden.

Der Bericht von Max Wittwer zeigte auf, dass ein Pensum von 80 bis 100 Prozent realistisch ist. Zurzeit wird die Bauverwaltung auf Mandatsbasis geführt mit einem 50-Prozent-Pensum, dazu kommen rund 14 Prozent, die der Baukommissionspräsident leistet. «Dabei bleiben aber wichtige Arbeiten, die ebenfalls in die Bauverwaltung gehören liegen.» Zudem müsse das Archiv dringend nachgeführt werden.

In der Diskussion im Gemeinderat zeigte sich, dass ein Bauverwalter mit 100 Prozent gut ausgelastet wäre. «Ich habe eher Angst, dass das nicht reicht», so Daniel Murer. Neben der gesamten Archivierung und Digitalisierung, die dringen angegangen werden sollte, wäre auch noch das Liegenschaftenkonzept zu erarbeiten. Der Umbau des Schulhauses und der Gemeindeverwaltung müsste durch den Bauverwalter begleitet werden. Gleichzeitig wurden aber auch Bedenken geäussert, dass damit weitere Aufgaben professionalisiert werden. «Die Freiwilligenarbeit geht so immer mehr verloren. Das ist schade», meinte Maria Rothenbühler.

Die Anstellung eines Bauverwalters muss durch die Gemeindeversammlung genehmigt werden. Mitte Dezember könnte die Stelle ausgeschrieben werden. Im Juli oder August 2016 würde die Stelle wohl besetzt, schätzt Wittwer. Der zuversichtlich ist, dass sich in Recherswil «gute Leute» bewerben werden, auch weil die Lohnklasse Vergleichen standhalte.

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