Subingen
Ein Mobility-Auto für die Gemeinde – trotz Kritik der Bürgerlichen

Die Gemeinde Subingen schafft gegen den Willen der Bürgerlichen ein Mobility-Fahrzeug an. Damit rücke die Gemeinde von ihrem Ziel ab, erst den öV zu födern, so Michael Kummli.

Gundi Klemm
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Der Mobility-Parkplatz wird voraussichtlich im Bereich des Gemeindehauses eingerichtet.

Der Mobility-Parkplatz wird voraussichtlich im Bereich des Gemeindehauses eingerichtet.

Hanspeter Bärtschi

Auf Antrag von SP-Sprecherin Christine Stebler ging es im Gemeinderat Subingen vorab um die Möglichkeit, Kunststoff separat zu entsorgen und einer sinnvollen Reziklierung zuzuführen. Dabei stellte sich heraus, dass neben der Abfuhr des normalen Hauskehrichts, der weiterhin von der Firma Clement abgeführt wird, eine zeitgemässe Kombilösung für den übrigen Abfall getroffen werden müsse.

Im Auftrag der Gemeinde betreut wurde der Sammelplatz nebst Mulden bisher vom verstorbenen Hugo Marti, dessen Nachfolge nun neu organisiert werden muss. Die Wertstoffe Glas, Metall und Öl werden bislang gemäss laufendem Vertrag von der Firma Almeta abgeholt.
Nach längerer Diskussion entschied sich der Rat, die Baukommission zu beauftragen, dem Rat eine Gesamtlösung mit Einbezug der neuen Situation nach dem Ableben von Hugo Marti zu unterbreiten.

Das Geschäft soll noch in diesem Jahr abschliessend behandelt werden.
Die Sammelmöglichkeit für Plastik gibt es in Subingen übrigens schon längst, denn die Post verkauft entsprechende Sammelsäcke, die bis jetzt allerdings privat zur Firma Neuenschwander nach Lohn gebracht werden müssen.

Zustimmung fand die beantragte Weiterführung der SBB-Tageskarte auch im kommenden Jahr zum Preis von 45 Franken. Zwar verkaufen die SBB die Karte alljährlich um rund 1000 Franken teurer, aber noch verlaufe dieses «kundennahe» Angebot an die Bevölkerung kostenneutral und sollte deshalb beibehalten werden, befanden Ratsstimmen.

Knapper Entscheid

Nicht ganz so eindeutig verlief die Ratsdiskussion bezüglich der Anschaffung eines Mobility-Fahrzeugs. «Zum Ausprobieren» sei das sinnvoll, betonte die SP; die CVP-Vertreterin Agnes Roth verwies auf die gute Bedienung des Dorfes durch den öffentlichen Verkehr und sah wenig Nutzen in der Bereitstellung.

Die FDP-Fraktion hatte laut Sprecher Urs Ledermann, der persönlich aber Vorteile darin erkannte, auch abgewinkt. Doch Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold bezeichnete auch als Gesellschafter von Mobility das Angebot, das es zu packen gelte, als fortschrittlich und bürgernah, zumal die Gemeinde ohne grosses Risiko auch eine Rückvergütung aus dem Fahrtenumsatz erhalte.

Mit 5 zu 4 stimmte der Rat dem Antrag schliesslich zu. Michael Kummli zeigte sich über diesen Entscheid aber deutlich enttäuscht, weil die Gemeinde damit von ihrem Ziel, vorab den öV zu fördern, wieder abrücke. Voraussichtlich wird der Parkplatz laut Gemeindeschreiberin Vreni Zimmermann beim Gemeindehaus eingerichtet. Wie viel die Anschaffung kostet, sei unter anderem abhängig vom Fahrzeug und deshalb noch unklar.

Im Weiteren hat der Rat:

- den von Praween Wyss kommentierten Pensenantrag für die Schule gut geheissen. Trotz weniger Kindergarten-Neulingen wird der dritte Kindergarten weitergeführt, weil mit Zuzug zu rechnen ist;

- der Baukommission Vollmacht zur Benennung von Plätzen erteilt, die wie beispielswiese «Auti-Chäsi Platz» möglichst mundartliche Namen tragen sollen;

- sich gegen den vorgeschlagenen Poller am Eibenweg ausgesprochen;

- die gefährliche Lage am Sportplatzweg bei Zufahrt durch die Unterführung von der Horriwilstrasse her durch ein Fahrverbot für den motorisierten Verkehr entschärft;

- vor allem im Sinne eines sicheren Schulwegs einem Fussweg im Verenamöösli zugestimmt. Die Planungskommission wird im Gespräch mit Quartierbewohnern die beste Lösung aus zwei vorgeschlagenen Varianten erarbeiten;

- den Schwingklub einmalig mit 500 Franken unterstützt. (gku)

Kommissionen neu aufstellen

Mehrfach diskutiert waren bereits Anpassungen der Gemeindeordnung und der Dienst- und Gehaltsordnung, über die die kommende Gemeindeversammlung befinden wird. Einverstanden erklärte sich der Rat mit der Regelung für Ersatzmitglieder im Gemeinderat, sprach sich einstimmig für die neu zu formende und 9 Mitglieder zählende Kultur- und Jugend-Kommission aus, wobei die bisherige Jugendkommission aufgelöst wird.

Die Neuordnung der Kommissionsstruktur tritt mit der neuen Legislatur erst zu Jahresbeginn 2018 in Kraft. Neu geordnet wird auch das Pensionsalter, das im Rahmen der Pensionskassenregelung flexibel mit vierjährigem Übergang gehandhabt werden soll.

Subingen wird darüber hinaus auch Anstellungsmöglichkeiten über die Altersgrenze hinaus – auf Antrag der FDP begrenzt auf 2 Jahre – bieten.