Die erste Lesung des Budgets 2019 erforderte ein genaues Abwägen. Als erfahrenem «Haushaltungsvorstand» missfiel es Gemeindepräsident Bernhard Jöhr, dass das Budget der Erfolgsrechnung mit einem Aufwand von 7,58 Mio. Franken ein Minus von rund 207'000 Franken aufwies. «Wo wollen wir den Sparstift ansetzen?», fragte er das Ratsgremium. Vizegemeindepräsident Andreas Schluep hatte im Fall dieses kleinen Defizits allerdings nur wenig Bedenken. «Wir werden sehen, dass die Rechnung dann schliesslich ganz positiv ausfällt», meinte er locker mit Blick auf das unerwartet hohe Plus von über einer halben Million etwa in der Jahresrechnung 2017.

Bei den selbst beeinflussbaren Kosten, die in Gemeindehaushalten nur noch rund 20 Prozent umfassen, sollte man laut Jöhr mit Augenmerk vorgehen. «Nicht streichen beim Unterhalt, aber bei einmaligen Investitionen genau hinschauen.» Finanzverwalter Géo Voumard, der das Budget entsprechend den Angaben von Kommissionen und Verwaltung auf der Berechnung des Steuerfusses von 120 Prozent zusammengestellt hatte, wies auf die beantragte Neuorganisation des Gemeinde-Archivs mit einem Kostenrahmen von 32 000 Franken hin. Zwar schilderte Gemeindeschreiberin Michèle Graf-Bürki die Unübersichtlichkeit der Akten-Archivierung aus den vier Fusionsgemeinden, willigte aber in die vorgeschlagene Verschiebung der Investition ein.

Einnahmen stehen der Gemeinde in Höhe von 6,5 Mio. Franken zur Verfügung, wobei die allgemeinen Gemeindesteuern bei 4,3 Mio. Franken und diejenigen der natürlichen Personen bei 3,85 Mio Franken liegen werden. Dazu kommen Quellensteuern, Fiskaleinnahmen vorheriger Jahre sowie die Erträge durch die juristischen Personen. Bei etlichen finanziellen Erwartungen kann sich der Finanzverwalter nur auf die ihm vorliegenden gesicherten Zahlen des Basisjahres 2016 verlassen. Deutlich geschrumpft auf 742 000 Franken ist die Zuwendung aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleich, die in der laufenden Periode noch eine Million umfasste. Die geplanten Investitionen im Kreditumfang von 375 000 Franken gehen in die Belagssanierung Arniweg und in die Anschaffung des Feuerwehrfahrzeugs. In der Lesung verzichtete der Rat auf kleinere Budgetposten und senkte damit die Verlustsumme der Erfolgsrechnung auf rund 160 000 Franken. Aber es folgt ja noch die zweite Lesung, in der das bereinigte Budget definitiv zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet, und mit Blick in den Finanzplan der künftige Steuerfuss festgelegt wird.

Mittagstisch in Messen?

In Vorbereitung der Delegiertenversammlung im Schulverband Bucheggberg orientierten Gemeinderätin Sandra Nussbaumer und der Gemeindepräsident über die anstehenden Geschäfte im Beisein der Gemeindedelegierten. Das höhere Budget wurde mit der zahlenmässigen Zunahme der Schuljugend und mit der Auszahlung der Teuerung auf die Lehrerbesoldung begründet. Beim verspätet eingetroffenen Antrag der Gemeinde Lüterswil/Gächliwil betreffend Mittagstisch und dessen mögliches neues Konzept werde Messen für Ablehnung und Nicht-Eintreten stimmen. Über den Stand der Planungen zur Durchführung eines Mittagstisches als Angebot des Schulverbandes in Messen berichtete Isabelle Magnenat. «Wir sind ein motiviertes Planungsteam. Leider noch nicht klar ist der Durchführungsort, der zentral in Messen liegen sollte.» Der Mittagstisch in Lüterkofen befindet sich als freiwillige Aufgabe noch in der Pilotphase. Eine in den Statuten verankerte Grundlage zur definitiven Einführung besteht laut Jöhr nicht.

Fusion Spitex

Einstimmig verabschiedet wurde der Fusionsvertrag für die aus dem Spitex-Verein Aare-Nord und dem Spitexverein Bucheggberg demnächst gegründete Spitex Aare. Ausser Biezwil, das den Beitritt ablehnt, beteiligen sich alle Bucheggberger Gemeinden. Lohn-Ammannsegg befindet sich weiterhin gemäss Vertrag im Status einer Partnergemeinde. Die Ratsmitglieder lasen die Statuten sehr genau, stimmten nach sprachlichen Anpassungen inhaltlich aber zu. Nominiert als Vorstandsmitglied wurde Bernhard Jöhr, den der Rat als politische Vertretung in der Spitex-Führung unterstützte.