Kunst
Ein «Malaga»-Buch und weitere Bildgeschichten im Vorder-Bleichenberg

Im Schlösschen Vorder-Bleichenberg in Biberist präsentiert der Künstler Roland Flück seine neuen Arbeiten und die Bildfolge «Malaga».

Eva Buhrfeind
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Thomas Ulrich

Roland Flück wäre nicht Roland Flück, wenn er nicht wie immer aus der Fülle der Bilderpracht schöpfen würde. Der 60-Jährige malt, was er sieht, und empfindet, was Pinsel und Farbe hergeben. Sein Repertoire ist vertraut, sein Garten mit der Blumenvielfalt, das Tessin mit der Maggia, Solothurn, auch Kolumbien und Portugal.

Unerschöpflich, aber auch routiniert variiert er die Bildwelten, lässt sich unermüdlich von Farbe und Form, Licht und Schatten und Stimmungen herausfordern. Natürlich klingt Frank Buchser an, wie auch Cuno Amiet bewegt er sich nonchalant zwischen Impressionen, kreativen Modulationen und jahreszeitlichen Kolorationen oder pointillistischen Verweisen. Winterliche Momente wirken ebenso wie die blühende Farbleuchtkraft, eine dezentere Tonalität besteht neben der kräftigen Palette.

Unerwartet bespielt er im «Hochsommerabend» mit dem stilisierten Blick von Selzach über die Aare auf die Wandfluh die romantische Weise, um dann wiederum in der mächtigen «Iris» das Plakative auszuleben – ein Werk, an dem er immerhin 25 Jahre gearbeitet hat. Unverkennbar ist die Wirkung malerischer Kontraste, wenn sich das beinahe greifbare Blumenfeld aus der Nähe in gestisch lebhafte Farbtupfer auflöst, das Stillleben mit den toten Fischen altmeisterlich auftritt.

Anderes liest sich wie Suchbilder, vor allem in den Tusche-Aquarellarbeiten auf Papier, wenn Roland Flück raffiniert mit kleinen Effekten die gewohnte Seherwartung irritiert. Dabei ist jedes Bild letztendlich auch Teil eines Ganzen, wie jene Arbeiten, die aus seinem Malaga Buch stammen.

«Neue Richtung» zum Geburtstag

Zu seinem 60. Geburtstag hat sich nun Roland Flück eine neue Richtung «geschenkt», animiert und inspiriert von Thomas Woodtli, der auch diese Ausstellung adäquat eingerichtet hat und letztlich auch in den Arbeiten spürbar wird: Digitaldrucke «mit UV aushärtender lichtechter Farbe auf gehärtetem Glas». Bilder, die sich inhaltlich in sein malerisches Portefeuille einfügen und dennoch neue Akzente setzen.

Einerseits sind da die fotografierten, ursprünglichen Malereien, die auf das Glas gedruckt wirkungsvoll mit den Charakteristika operieren wie Pinselauftrag, Komposition, die Strukturen der Leinwand. Dann aber hat Roland Flück seine Bildthemen am Computer kreiert und bei Thomas Woodtli auf Glas drucken lassen. Hier nun wirkt sein malerischer Ausdruck in den sanften Realitäten weich gezeichnet, um im stimmungsdichten, auf das Wesentliche reduzierten Blick über die Aare auf das Landhaus und St. Ursen, zu einem mystischen Höhepunkt zu finden.

Malerisches «Malaga»-Buch

Das Malaga-Buch, das ist eine poetisch mediterrane Bilderfolge und die Weiterführung des Bilderbuches, das bereits 2014/2015 in der Zentralbibliothek ausgestellt war. Inspiriert von Reisen nach Malaga, der südlichen Atmosphäre, der Nähe des afrikanischen Kontinents, entstand ein malerisches Szenarium.

Der nun hinzugekommene kongeniale Text von Franco Supino vervollkommnet den Bilderreigen zur Geschichte, der 89-jährige Drucker Theodor Bösch setzte die Texte in Holz und vor allem Blei, gedruckt wurde auf einer alten Heidelberger Maschine, gebunden wurde das Werk mit der Nadelstichheftung des 16. Jahrhunderts. Ein besonderes Unikat ist entstanden, eine lebensphilosophische Zeitgeschichte, die als aufwendige Faksimile in modernster Drucktechnik in einer 151er-Auflage à 190 Franken angeboten wird.

Bis 5. November. Geöffnet: Mi/Do 16 – 19 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr.

Vernissage am Samstag, 14.10.2017, um 17 Uhr.

Am Sonntag, 22.10.17, 11 Uhr: Lesung mit Franco Supino zu Bildern von Roland Flück.

Am Freitag, 3.11.17: «Klangfarben», Konzert der Klasse M16b der Kantonsschule Solothurn.

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