«Die Höhle der Löwen»
Ein Löwe möchte beim Start-up Colti investieren – warum doch nichts aus dem Deal wird

Sabrina Coppe und Pascal Wälti aus Aeschi stellten am Dienstag ihr Start-up Colti in der Sendung «Die Höhle der Löwen» auf 3+ vor. Die beiden zeigten, dass Porridge sehr vielseitig ist. Einer der Investoren wollte einsteigen.

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Das Start-up Colti aus Aeschi präsentierte am Dienstag sein Produkt am Fernsehen. Was die Porridge-Macher Sabrina Coppe (29) und Pascal Wälti (29) zu bieten haben: 60'000 Franken für 15% Firmenanteile. Das Geld soll in die Professionalisierung von Vertrieb und Logistik gesteckt werden.

Abwechselnd stellt das in Aeschi wohnhafte Paar die Firma, die Idee hinter dem Produkt und was es auszeichnet vor. Mit einer Degustation will das Paar aus Halten fünf Investoren, in dieser Sendung auch Löwen genannt, überzeugen. Von den insgesamt fünf Geschmacksrichtungen gibt es «Very Berry» mit Naturjoghurt und «Alles Banane» mit Milch in kleinen Schälchen.

Sabrina Coppe und Pascal Wälti präsentieren ihr Start-up bei «Die Höhle der Löwen»
8 Bilder
Darum gehts: Porridge.
Eine Reise durch Australien und Neuseeland inspirierte die beiden fruchtige, gesunde und lang sättigende Frühstücksmalzeiten herzustellen.
Sabrina Coppe serviert den Löwen zwei Sorten Porridge zum Probieren
Die Löwen befragen die Jungunternehmer
Investorin Anja Graf ist skeptisch
Roland Brack schaut sich das Ganze genauer an
Antoine Konrad: «Ich bin Müsli-Fan. Nachhaltigkeit ist mir wichtig»

Sabrina Coppe und Pascal Wälti präsentieren ihr Start-up bei «Die Höhle der Löwen»

3+

«Müesli ist doch viel cooler»

Den «Löwen» mundet es. «Das schmeckt viel intensiver als ein normales Müesli. Grosses Kompliment», meint Roland Brack. Als grösster Müesli-Fan in der Runde outet sich Antoine Konrad. Wenn die Zeit fehle, esse er gerne ein solches. Das fülle. «Wichtig ist mir die Nachhaltigkeit. Und darauf schaut ihr ja», meint der Star-DJ und Unternehmer. Was er sich aber frage sei, wieso die beiden auf den Namen Porridge setzen, wenn das Produkt doch als Müesli daherkomme. «Müesli ist doch viel cooler.»

Das erklärt Sabrina Coppe gerne. «Es ist zwei in eins: Man kann den Porridge warm oder kalt essen.»

Einer nach dem anderen steigt aus

Jetzt ist es an den Löwen, Stellung zu beziehen. Will jemand investieren?

Tobias Reichmuth nicht. Er würde eher Kunde werden als Investor. Auch Anja Graf ist skeptisch. Im Detailhandel gebe es ein riesiges Angebot an Müesli. «Die riesige Konkurrenz scheint mir schwierig zu sein.» Sie nimmt sich deshalb auch aus dem Rennen raus. Ebenso Bettina Hein und Roland Brack. «Mein grosses Problem ist, dass ich kein Müeslifan bin und schon gar nicht Porridge. Deshalb bin ich auch draussen.»

Jetzt bleibt nur noch Antoine Konrad übrig. Kommt es doch noch zum Deal? «Die Idee ist schon gut – und ihr seid sympathisch», meint der bekannte DJ und Unternehmer. «Ich bin auch der Meinung, dass ich etwas beitragen kann. Ich investiere gerne in etwas, das ich auch privat lebe und wo ich dahinterstehen kann.» Und dann macht er Colti wirklich ein Angebot, einen «harten Deal», wie er selbst sagt: 60'000 Franken, und dass er sich als Person voll integrieren will. Dann kommt der Haken: Er will 50 Prozent Anteile.

Dies lässt Sabrina Coppe und Pascal Wälti leer schlucken. «Herzlichen Dank fürs Angebot. Aber wir können nicht die Hälfte des Unternehmens einfach so abgeben», erklärt Coppe. Viel Schweiss sei investiert worden. Dennoch präsentiert Colti ein Gegenangebot und erhöht von ursprünglichen 15 auf 30 Prozent Firmenanteil. Antoine Konrad will aber an seinem offerierten Deal festhalten: «Ich bin kein Mensch von Kompromissen.» Von seinen 50 Prozent lässt er sich auch durch Sabrina Coppes Verhandlungen nicht abbringen. Ihr bleibt in diesem Fall nichts anderes übrig: «Wir wissen, dass Sie ein super Partner wären, aber bei 50 % müssen wir leider den Deal ablehnen.»

Nachgefragt

Wie war das für euch, vor die Löwen zu treten?

Pascal Wälti: Wir waren gesund nervös. Eine solche Situation erlebten wir zum ersten Mal. Die Aufnahmen gingen mehrere Stunden. Es ist ein Hin und Her zwischen den Löwen und uns. Man spürt auch einen gewissen Druck.

Sabrina Coppe: Es war eine Erfahrung wert. Ich empfehle die Teilnahme auch anderen Jungunternehmern.

Habt ihr mit den Reaktionen der Investoren gerechnet?

Coppe: Wir waren froh, dass es allen gut geschmeckt hat.

Antoine Konrad möchte bei euch einsteigen. Warum habt ihr sein Angebot abgelehnt?

Coppe: Die 30 Prozent Anteil waren die absolute Grenze, alles andere wäre nicht vertretbar gewesen. Da steckt viel Herzblut und Leidenschaft dahinter. Wir blieben uns treu, indem wir uns an die Schmerzgrenze hielten. Antoine Konrad forderte, dass wir unsere Jobs künden und uns voll reinhängen. Das ist aber nicht so einfach umsetzbar. Wir sind genug vernünftig.

Ging es nach der Aufnahme noch weiter?

Wälti: Nach der Sendung konnten wir erneut mit den Löwen sprechen. Dort konnten wir nochmals diskutieren und uns austauschen.

Coppe: Sie haben uns noch Tipps mitgegeben und gesagt, dass die Swissness für unser Produkt sicher ein zentraler Punkt ist. Ebenso das Wording für unser Produkt.

Die Gespräche nach der Sendung fruchteten: Roland Brack bot Colti eine Zusammenarbeit an, wie die Jungunternehmer verraten. Die Produkte des Solothurner Start-ups sollen auf brack.ch angeboten werden. Zu den weiteren Vertriebspartnern gehören neben Apotheken und Drogerien in der ganzen Schweiz auch farmy.ch.

Seit dem Frühjahr ist viel passiert bei Colti. Das Start-up hat sich die Worte der Löwen zu Herzen genommen, und den Namen angepasst. Im November will das Jungunternehmen mit «Müsli & Porridge» durchstarten. Und dies ganz neu in Bechern. (ldu)