Gut 600 Einwohner leben in Bolken, und von denen fanden – den Gemeinderat mitgezählt – deren 18 den Weg an die Gemeindeversammlung im Schulhaus. Bereits beim ersten Geschäft, den Investitionskrediten, war zu erkennen, dass Bolken sparsam mit seinen knappen Finanzen umgeht. Beim Kredit von 66'000 Franken für den Einbau eines Feinbelages in den Juraweg wurde die Frage aus dem Plenum gestellt, warum es einen solchen Feinbelag brauche, die Strasse scheine auch so in einem guten Zustand zu sein. «Der Grobbelag ist nicht wasserdicht», erklärte Ressortleiter Aleksandar Nesebik, «wenn es gefriert, geht er rasch kaputt. Mit einem Feinbelag wird die Strasse deutlich länger halten.» Der Kredit wurde einstimmig genehmigt.

In Bolken müssen Investitionskredite bereits ab einem Betrag von 25'000 Franken durch die Gemeindeversammlung genehmigt werden. Die Offerte für diverse Flurwegsanierungen übertraf diese Zahl um exakt 100 Franken. Der Kredit von 25'100 Franken wurde diskussionslos einstimmig genehmigt. Ebenso die 42'000 Franken, die für die Ortsplanrevision, das Leitbild und die Digitalisierung der Nutzungspläne eingesetzt sind.

Trotz Sparkurs ein Defizit

Danach stellte Gemeindepräsidentin Jeannette Baumgartner-Roth das Budget 2019 vor, das bei Einnahmen von rund 2,5 Millionen Franken mit einem Defizit von rund 300'000 Franken abschliesst.

Finanzverwalter Thomas Beer erläuterte einige Differenzen zum Vorjahr und rasch wurde klar: Spielraum zum Sparen gibt es keinen. Die grösste Entlastung bei den Ausgaben gibt es, weil nun der Ausbau des Kabelnetzes abgeschlossen ist. Doch die meisten Ausgaben sind fremdbestimmt. Nesebik brachte es auf den Punkt: «Wir mussten an die Kantonsstrasse zahlen, aber bei der Abnahme waren wir nicht dabei.» Fast die Hälfte der Ausgaben macht die Bildung aus, denn in einem familienfreundlichen Dorf wie Bolken wohnen viele Schulkinder.

Wasserpreis erhöht

Bei den Gebühren kalkuliert Bolken sehr knapp und knabbert bei den Spezialfinanzierungen an den Rückstellungen der vergangenen Jahre. «Nun muss der Wasserpreis von 1.40 Franken auf 2 Franken pro Kubikmeter erhöht werden, weil wir einen Eintrag in den Werterhalt von 21'000 Franken vornehmen müssen», erklärte der Finanzverwalter die einzige Änderung bei den Gebühren. «Trotz dieser Erhöhung nehmen wir immer noch 34'000 Franken aus den Reserven.»

Der Steuersatz bleibt bei 135 Prozent für natürliche und 105 Prozent für juristische Personen. «Wenn man unseren Finanzplan anschaut, dann erkennt man, dass wir noch ein paar Jahre zu kämpfen haben werden. Die Verluste werden etwas zurückgehen, aber mit einem Gewinn dürfen wird nicht so schnell rechnen. Die Aussichten auf eine Steuersenkung sind also nicht gerade rosig.» Nach diesen Worten des Finanzverwalters wurden Budget und Steuerfuss einstimmig genehmigt.

«Zum bestmöglichen Preis»

Um die angespannte Liquidität zu verbessern, soll das zehn Aren grosse Grundstück am Bielackerweg mit der Nummer 350 im Grundbuch verkauft werden. Aus dem Plenum wurde angeregt, ob man nicht noch warten könnte. Wenn das Bauland von der Wohnzone W1 in W2 umgeteilt werde, dürfte der Wert steigen. «Wir haben bereits Interessenten, die bereit sind, einen für uns attraktiven Preis zu zahlen», sagte der zuständige Ressortleiter Fritz Zaugg. «Deshalb ist es nicht nötig, dass wir spekulieren.» Mit 17 Stimmen bei einer Enthaltung wurde die Einwohnergemeinde beauftragt, das Grundstück zum bestmöglichen Preis zu verkaufen.

Zum Abschluss der Versammlung orientierte die Gemeindepräsidentin, dass die Wasserversorgung Äusseres Wasseramt mit der Wasserversorgung Derendingen fusioniert. «Der neue Zweckverband wird Wasserversorgung Wasseramt, kurz WaWa heissen. Für die Wasserbezüger ändert sich aber nichts, die Rechnung wird weiterhin durch die Gemeinde gemacht, und wir haben unser Wasser ja schon bisher über Derendingen bezogen.»