Selzach
Ein Jodler-Wunschkonzert am Lichterfest

Gäste aus dem Gäu und Emmental boten in Selzach zusammen mit dem Jodlerklub Hasenmatt einen musikalischen Genuss.

Hans Blaser
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Der Jodlerklub Hasenmatt Selzach war nicht nur Gastgeber, sondern stand auch selber auf der Bühne am Lichterfest.

Der Jodlerklub Hasenmatt Selzach war nicht nur Gastgeber, sondern stand auch selber auf der Bühne am Lichterfest.

Hans Blaser

Zu seinem Lichterfest lädt der Jodlerklub Hasenmatt Selzach gerne Gäste ein. Die können aus einem ganz anderen musikalischen Bereich stammen, das müssen sie aber nicht. Diesmal war mit dem Jodlerklub Gäu aus Egerkingen ein Gast aus der gleichen Sparte dabei.

Ihm überliess man denn auch grosszügig die jodlerische «Hauptarbeit». Angereist sind die Egerkinger mit 15 Liedern im «Gepäck». Welche davon auf die Bühne gebracht werden sollten, durfte das Publikum entscheiden.

Favoritenwahl per Applaus

Je drei ihrer Vorträge wurden in fünf thematisch geordnete Publikumswunsch-Pakete «verpackt». Die hiessen etwa klassische Jodellieder, Lustiges, Naturjodel, Danke und Natur. Dadurch wurde erreicht, dass verschiedene Stile und Richtungen, aber auch Themen berücksichtigt wurden.

Per Applaus konnte jeweils aus jedem Paket der Favorit bestimmt werden. Vorstellen musste sich der trotz sechs Absenzen noch beachtliche Klub aus dem Gäu mit «s’Jutze» von Max Lienert. Reine Stimmen, saubere Artikulation und gepflegte Dynamik fielen sofort auf. Die Fortsetzung bestätigte dieses Versprechen. Insbesondere Reto Stadelmanns «Bärgandacht» vermochte zu gefallen.

Die Egerkinger Jodler waren aber nicht die einzigen Gäste. Selber brachten diese das Jodlerduett Sonja von Arx und Helene Wagner mit. Für einen ersten Auftritt wählten die beiden Frauen «Es Bärglerchind» von Adolf Stähli und «Liebesgfüül». Ihren Auftritt im zweiten Teil begannen sie mit «Bim Hüttefüür» von Ernst Sommer. So unheimlich wie das ihr zweiter Titel «Es gspängsteret» erahnen liess, wurden die beiden Trachtenfrauen aber wirklich nie.

Trio Miesch am Rügge begeisterte

Die Selzacher Jodler hatten mit dem Trio Miesch am Rügge aus dem Emmental noch einen weiteren Gast. Die drei Musiker Kaspar Eggimann, Niklaus Siegenthaler und Stefan Schär geben allerdings ihre wahre Identität nicht gerne preis und verstecken sich hinter drei Pseudonymen. Der Jufli-Pesche spielte hervorragend Akkordeon. Er glänzte mit flinken Fingern. Offenbar muss er aber auch schnell denken können. Anders sind seine vielen abrupten Stilwechsel bei seinem spassigen Solovortrag nicht möglich.

Der Bäzi-Res auf der akustischen Gitarre und der Stumpen-Housi auf dem Kontrabass geben aber auf ihren Instrumenten auch alles. Gemeinsam verblüffte das Trio mit raffiniertem Tausch von bekannten Melodien mit ebenso bekannten anderen Texten. Das führte dazu, dass man sich völlig verunsichert fragen musste, was man nun eben wirklich gehört hat. Die drei Kerle scheinen sich musikalisch überall auszukennen und überzeugten auch gesanglich.

Zwei Chöre musizieren gemeinsam

Selbstverständlich stand auch der Jodlerklub Hasenmatt selber auf die Bühne. Mit Franz Stadelmanns «Daheim» begrüsste er das Publikum. Bei Franz Stadelmann blieb er auch für den Auftritt im zweiten Teil. Mit seinem «s isch Herbst» setzte er sich nochmals in Szene. Für eine feierliche Schlussnummer stellten sich beide Jodlerklubs gemeinsam auf die Bühne.

Bei Ernst Sommers «Abe-/Wiehnachtsglogge» entschieden sie sich so kurz vor Weihnacht passend für die festlichere Variante. Als Zugabe wählten die beiden Klubs den «Steimanndli-Juiz» von André von Moos. Schliesslich stimmten sie für den Abschluss mit dem Publikum zusammen «Stille Nacht, Heilige Nacht» an.